Beautiful Girl Hunter

Informationen

OT:Dabide no hoshi: bishôjo-gari

ca.100 Minuten

Japan 1979

Regie

  • Norifumi Suzuki
Darsteller

  • Yuka Asagiri
  • Yûko Asuka
  • Hiromi Namino
  • Shun Domon
  • u.a.

Beautiful Girl Hunter

Story

Der gewalttätige Sexualverbrecher Ganpei Hirukawa brach vor vielen Jahren in das Haus eines Ehepaars ein und vergewaltigte die Frau vor den Augen des gefesselten Mannes. Dieser kann die Schmach, dass seine Gattin bei dieser Tortur einen Orgasmus erlebte, im Folgenden nur dadurch kompensieren, dass er sie fortan selbst demütigt und misshandelt. Die Gepeinigte erträgt die Erniedrigungen ihres Gatten eines Tages nicht mehr und entschließt sich für den Freitod. All das färbte auf den kleinen Tatsuya ab. Dieser ist das Resultat jener verhängnisvollen Vergewaltigung und hat die Triebe seines gestörten Vaters übernommen. Als er eines Tages dessen Tagebuch findet und die Wahrheit aufdeckt, gibt es für ihn kein Halten mehr. Immer wieder entführt Tatsuya fortan junge Frauen, um sie im Keller seines Anwesens zu missbrauchen und zu töten. Als eines Tages sein Vater bei ihm auftaucht, setzen sie ihr schändliches Treiben gemeinsam fort…

Kritik

Gewissen Filmen hängt ein zweifelhafter Ruhm an. Der japanische §131-Kandidat "Dabide no hoshi: bishôjo-gari", der unter den Titeln "Exzesse im Folterkeller" und "Beautiful Girl Hunter" die weiteste Verbreitung fand, bringt mittlerweile zwar schon ein Alter von 29 Jahren mit, gehört aber doch zu den bekanntesten Vertretern seiner Zunft – den sogenannten Sickos. Diese ganz besondere Filmgattung, die in erster Linie Streifen japanischer Herkunft bezeichnet, ist für ihre extreme Herangehensweise an Tabuthemen ebenso bekannt, wie für exzessive Gewaltdarstellungen oder sonstige Grausamkeiten. "Exzesse im Folterkeller" gehört zweifellos zu den bekannteren Vertretern dieser Gattung und teilt sich diese zweifelhafte Ehre mit Werken wie "Oxen Split Tortouring" oder der "Guinea Pig" Reihe. Wer sich derartige Filme zu Gemüte führt, weiß in den meisten Fällen ganz genau, was ihn erwartet und so erreichen Filme wie "Exzesse im Folterkeller" in der Regel glücklicherweise auch nur die, denen bewusst ist, auf was sie sich einlassen. Und auch, wenn dem Film, wie allen Sickos und CAT III Vertretern, ein schlimmer Ruf vorauseilt, so erweist er sich bei näherer Betrachtung doch als absolut substanzlose Niveaulosigkeit, in der zwar pausenlos vergewaltigt, gefoltert und misshandelt wird, die aber dennoch nicht mehr als gähnende Langeweile hervorruft. Anstatt den Ekel und das Abscheu des Publikums aus einer ordentlichen Story zu beziehen, die einen in der Tat auch an das Gezeigte fesselt, ist die Alibi-Handlung von "Exzesse im Folterkeller" stets nur Mittel zum Zweck für die nächste, geschmacklose Szene. Unter Sexploitation und Sleaze-Liebhabern wird dieses Werk zum Teil derart gepriesen, dass man angesichts dessen nur verwundert mit dem Kopf schütteln kann, denn was der Regisseur Norifumi Suzuki mit diesem Werk bietet, hat weder irgendeinen Kultstatus, noch lobende Worte verdient. Dabei ist es nicht die Widerwärtigkeit des Gezeigten, die dem Film alle Qualitäten nimmt, vielmehr verlässt sich der Streifen zu sehr auf eben diese Grenzüberschreitungen und vergisst dabei alle anderen Aspekte. Wenn in einer Tour ausgepeitscht, vergewaltigt und gedemütigt wird, langweilt das nach einer gewissen Weile selbst den Hartgesottensten. So hinterlässt die erste Vergewaltigungsszene im Film, bei der ein gefesselter Mann der Schändung seiner Frau beiwohnen muss, durchaus noch ein flaues Gefühl, doch alsbald verliert sich "Exzesse im Folterkeller" vollends in seinen frauenverachtenden Fantasien und lässt jedwede brauchbare Story außen vor. Da wird krampfhaft noch versucht, Tatsuya als Opfer seiner Umstände darzustellen und ihm ein Herrenmenschen-Gedankengut anzuhängen, was sich in einer Szene äußert, in der Tatsuya auf Auschwitz-Bildmaterial onaniert. Wo diese Verbindung zur NS-Diktatur hergenommen wird, kann der Streifen aber nie wirklich erklären und versucht es erst gar nicht, vielmehr stellen die vielen Anspielungen auf das dritte Reich wieder nur einen plumpen Versuch eines Tabubruchs dar. Leider steht dies stellvertretend für den kompletten Film. Das Gezeigte verkommt irgendwann zur belanglosen Hautbeschau, japan-typisch kleinlich genau darauf achtend, keine all zu intimen Details preiszugeben, mit allerlei Perversionen vermengt. Ein Opfer nach dem anderen wird entführt und misshandelt, diverse Male auch manipuliert. All zu unterschiedlich läuft das Geschehen aber nie ab. Etwas BDSM, Maschochismus, erzwungenes Urinieren, sowie ein paar Vergewaltigungsfantasien bestimmen das Gesamtbild. Charakterentwicklungen finden derweil nicht statt, "Exzesse im Folterkeller" macht stets auf seiner Ausgangsposition Halt, ohne das Geschehen auch nur ansatzweise in eine andere Richtung zu führen. Die Inszenierung geht aus technischer Sicht dabei zwar als zufriedenstellend durch, kann aber auch nichts mehr reißen. Zu den Schauspielern, die hier überraschenderweise bodenständig und nicht all zu sehr over the top spielen, lässt sich gleiches sagen.

Plumpes und zu oberflächlich dahergebrachtes Perversionskabinett, das die meisten Zuschauer trotz seines kranken und frauenfeindlichen Charakters erschreckend kalt lassen dürfte. Zu spannungs- und abwechslungsarm das Geschehen, zu belanglos die Charaktere, als das man das Gezeigte wirklich auf sich wirken lassen könnte. In seinen Grundzügen ist "Exzesse im Folterkeller" durchaus starker Tobak und für Zartbesaitete ganz sicher nicht geeignet, doch jene, die am Ehesten noch als Zielgruppe für derartige Kost durchgehen, werden sehr schnell gelangweilt vor dem Bildschirm sitzen. Dennoch ist "Exzesse im Folterkeller" einer der wenigen Streifen, welche die Beschlagnahmung zweifellos verdient haben und muss im Grunde von niemandem gesehen werden.

Bewertung

Splatter Beautiful Girl Hunter
Spannung Beautiful Girl Hunter
Story Beautiful Girl Hunter
Ekelfaktor Beautiful Girl Hunter
Atmosphäre Beautiful Girl Hunter
Gesamt Beautiful Girl Hunter

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