Big Bad Wolf

Big Bad Wolf

Informationen

OT:Big Bad Wolf

ca. 91 Minuten

USA 2006

Regie

  • Lance W. Dreesen
Darsteller

  • Trevor Duke
  • Kimberly J. Brown
  • Richard Tyson
  • Sarah Aldrich
  • u.a.

Big Bad Wolf

Story

Um die coolen Typen an seiner Schule zu beeindrucken und in ihre Verbindung aufgenommen zu werden, stiehlt der Außenseiter Derek (Trevor Duke) die Schlüssel für das Ferienhaus seines Stiefvaters Mitchell (Richard Tyson). Kurz darauf sucht er es gemeinsam mit seiner besten Freundin Sam (Kimberly J. Brown) und vier Bekannten aus der Schule auf, die Derek jedoch nicht sonderlich leiden können. Das Wochenende verspricht amüsant zu werden, für Sex und Alkohol ist gesorgt. Doch gerade, als die Stimmung ihrem Höhepunkt entgegenschlägt, wird die kleine Gruppe plötzlich von einem Werwolf angegriffen, nur Sam und Derek überleben das Blutbad. Schnell fällt ihr Verdacht auf Derek’s Stiefvater Mitchell, der sich an Vollmond seit jeher sehr seltsam verhält und deshalb perfekt ins Muster des Täters passen würde. Gemeinsam versuchen die Jugendlichen, der Sache auf die Spur zu kommen, doch der Werwolf schläft nicht und wehrt sich alsbald…

Kritik

Der Eindruck, dass das Werwolf-Subgenre langsam aber sicher ausgestorben ist, entsteht allenfalls in Hinsicht auf den Mainstream-Bereich. Während die haarigen Kreaturen bestenfalls mal in Popcorn-Werken wie "Van Helsing" oder "Underworld" die Leinwand unsicher machen, ist der B-Movie-Bereich in Sachen Werwölfe noch immer durchaus kreativ. In scheinbar kalkuliert regelmäßigen Abständen schleichen sich immer wieder neue Werwolf-Flicks in die deutschen Verkaufsregale, von denen aber nicht alle qualitativ gleichermaßen hochwertig sind. "Ginger Snaps" ist ohne Zweifel über jedwede Kritik erhaben, doch Werke wie "Skinwalkers" oder "Blood & Chocolate" lassen trotz ihrer einigermaßen interessanten Handlungen noch immer viele Wünsche offen. Wie man es richtig macht, zeigt nun der Streifen "Big Bad Wolf", der weit mehr zu bieten hat, als sein Titel vermuten lässt. Lance W. Dreesen’s zweite Regiearbeit, ab und an ist er auch als Produzent und Drehbuchautor tätig, erweist sich als gutgelaunte Mischung aus Teeniekomödie, Funsplatter, klassischer Horrorstory und unverblümtem B-Trash. Vor allem für letzteres sollte man ein gewisses Interesse hegen, da ein Einstieg in diesen ebenso unterhaltsamen, wie schrägen Film ansonsten erheblich erschwert werden könnte. Mit den vielen anderen, billigen Schundwerken, die ansonsten Monat für Monat den gutgläubigen Horrorfans angedreht werden, hat "Big Bad Wolf" auf der Gegenseite allerdings herzlich wenig zu tun. Obwohl klar aus dem B-Sektor stammend, weißt die Inszenierung des Werkes keinerlei Grund zum Ärgernis auf. Gleichzeitig ist auch die Synchronisation über alle Zweifel erhaben, was bei einem Film dieser Gattung nicht zwingend gängig ist. Die Story dieses trashig-sympathischen Werwolf-Flicks erscheint im ersten Moment absolut ausgelutscht, kann im Nachhinein aber dennoch überzeugen. Eine Gruppe Teenager, eine alte Hütte im Wald – hat man schon dutzendfach gesehen. Insbesondere durch die Figurenkonstellation wird hier seitens des Drehbuchs allerdings einiges wieder wett gemacht. Die Figureneinführung ist super gelungen, wenn die Charaktere auch nicht gerade sehr detailliert gezeichnet wurden. Dafür erfüllen sie ihren Zweck hervorragend. Zwei Pärchen, die nur auf Sex und Spaß aus sind und dem Werwolf letztendlich zum Opfer fallen, sowie die eigentlichen Hauptfiguren – Derek und Sam. Er ist der typische Außenseiter, sie das toughe Powergirl, das sich von niemandem blöd kommen lässt und neben ihrer Arbeit als Mechanikerin noch einige weitere, männliche Attitüden aufweist. In den Grundzügen erinnert "Big Bad Wolf" stark an die kultige Horror-Serie "Geschichten aus der Gruft". Der Film atmet den Geist der 80er und hat nur wenig mit den vielen, schnell geschnittenen Horrorfilmen dieser Zeit zu tun, die gerne mal die äußere Form über den Inhalt stellen. Lance W. Dreesen’s Werwolf-Trash erzählt eine herrlich althergebrachte Geschichte mit leichten "Werwolf von Tarker Mills" Anleihen, die über 90 Minuten blendend unterhält. Nackte Haut, brutale Oldschool-Gore FX, ein dämlich reimender Werwolf, der seinen Opfern auch gerne mal an die Wäsche geht – was will man mehr? Das Monster sieht für einen budgettechnisch stark begrenzten Film sehr gut aus, lediglich eine kurze CGI Verwandlung fällt negativ auf. Lustigerweise hat der Werwolf die Fähigkeit zu sprechen und zitiert so beispielsweise den großen bösen Wolf, der die drei kleinen Schweinchen fangen wollte und wird durchaus auch mal vulgär. Zwar ist zu jedem Zeitpunkt zu erkennen, dass hier lediglich ein Schauspieler in ein zotteliges Kostüm gesteckt wurde, doch gerade das macht einen Teil des Charmes aus. Ein weiterer Pluspunkt ist die durchaus spannende Präsentation des Handlungsverlaufs. Für einen Horrorfilm unüblich, spielt sich ein Großteil des Films am helllichten Tag ab und beschäftigt sich mit Derek’s und Sam’s Versuchen, dem Werwolf eine Falle zu stellen. Derek und sein bedrohlicher Stiefvater Mitchell liefern sich ein ständiges Katz- und Mausspiel, das sich immer mehr zu steigern scheint und den Jungen in größte Gefahr bringt. Bei Laune halten den Zuschauer dabei auch die zarten Anbandelungen zwischen Derek und Sam, die durch den sehr eigenwilligen Charakter des Mädchens weitaus weniger langatmig und konstruiert wirken, als sonst bei derartigen Filmen üblich. Wer einen klassischen Horrorfilm sucht und sich hiervon einen düsteren Werwolffilm erhofft, darf die Finger von "Big Bad Wolf" lassen. Der Streifen will Spaß machen und unterhalten, was ihm auch gelingt. Die Story bleibt konstant spannend und wird gelegentlich mit überraschend blutigen Effekten angereichert, mit denen man anhand der 16er Freigabe nicht gerechnet hätte. Auch wenn hier nicht pausenlos Effekte aufgefahren werden, sollten Splatterfans durchaus ihre Freude mit dem Werk haben. Die schauspielerischen Leistungen der meisten Akteure weiß letztendlich auch zu gefallen. Vor allem Richard Tyson gibt eine erinnerungswürdige Performance als fieser Stiefvater ab, der ohne Werwolf-Make Up nicht minder bedrohlich wirkt. Eine weitere Glanzleistung bietet Kimberly J. Brown, die als ebenso hübsche, wie harte Freundin Derek’s weiß, wie man Werwölfen in den Hintern tritt. Der Großteil des restlichen Casts ist austauschbar, macht seine Sache aber annehmbar.

"Big Bad Wolf" ist einer dieser Filme, denen man im ersten Moment nicht viel zutrauen würde, die einen letzten Endes aber um so positiver überraschen. Inszenatorisch und storytechnisch nahe an die 80er gehalten, wird einem hier ein humorvolles und pausenlos unterhaltsames Werwolf-Trash-Werk geboten, das als B-Movie betrachtet durchaus überzeugt. Sex, Blut, eine annehmbare, spannende Story, überzeugende Hauptdarsteller und ein reimender, vergewaltigender Werwolf machen aus "Big Bad Wolf" eine durch und durch runde Sache. Als Horrorfilm vielleicht die falsche Wahl, alles in allem aber empfehlenswert.

Bewertung

Splatter Big Bad Wolf
Spannung Big Bad Wolf
Story Big Bad Wolf
Ekelfaktor Big Bad Wolf
Atmosphäre Big Bad Wolf
Gesamt Big Bad Wolf

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