Der Exorzist

Informationen

OT:The Exorcist

ca. 127 Minuten

USA 1973

Regie

  • William Friedkin
Darsteller

  • Linda Blair
  • Max von Sydow
  • Ellen Burstyn
  • Jason Miller
  • u.a.

Der Exorzist

Story

Ärger im Hause MacNeil: Die zwölfjährige Regan hat sich einen bei Ausgrabungen im Orient befreiten Dämon eingefangen und bereitet ihrer alleinerziehenden Mutter, einer bekannten Schauspielerin, daraufhin allerlei Sorgen: Sie gibt für ihr Alter ziemlich obszöne Sprüche von sich, stellt allerlei anatomisch unmögliche Verrenkungen mit ihrem Körper an und bedroht bzw. terrorisiert die Menschen um sich herum. Hinzugezogene Wissenschaftler sind ratlos und sehen das alles als „pubertäres Gehabe“ an. Nachdem der neue Liebhaber der Mutter auf mysteriöse Art und Weise ums Leben kommt, weiß diese keinen anderen Rat mehr, als die Kirche hinzuzuziehen. Der senile Pater Merrin, der einst eben jene Ausgrabungen durchführte, sowie der psychisch labile Pater Karras nehmen sich des Exorzismus an…

Kritik

Der (laut Werbung) „erschreckendste Film aller Zeiten“ ist zurück. Und zwar als komplett in Ton und Bild remasterter Director’ s Cut. Nach über einem Viertel Jahrhundert dürfen somit endlich auch die Spätberufenen unter den Horrorfans in den neuen Genuss dieses berühmt- berüchtigten Klassikers kommen, der Gerüchten zufolge bei seinem Kinostart 1973 die Leute gleich scharenweise ohnmächtig werden lies, sofern sie nicht schon vorher panikartig aus dem Kino gerannt sind. Na ja, vielleicht lag es an der schlechten Lüftung oder gammeligem Popcorn… (Quellen, deren zufolge ein Unbehagen durch eine extrem basslastige Tonspur hervorgerufen worden sein soll, kann ich mit bei meinem spartanischen Homesound leider nicht bestätigen) Nüchtern betrachtet liefert der Film soliden Horror, der trotz einiger Längen in der Handlung gut zu unterhalten weiß. Nicht mehr und nicht weniger. Dennoch hebt sich der Film trotz seines Alters lobenswert aus der Masse der vielen aktuellen Hollywood- Schnellschüsse alá „Scream 25tausend“ hervor, da er die Zuschauer, insbesondere diejenigen, die ihn noch nicht gesehen haben (falls es die auch geben sollte), auf besondere Art und Weise magisch in seinen Bann zieht. Schließlich wird doch seit jeher die Bedrohung durch das unsichtbare Böse als wesentlich größer empfunden, als wenn man sich einem (oftmals auch noch mies in Szene gesetzten) Film- Monster gegenübersieht. Bestes Beispiel der letzten Jahre hierfür ist sicherlich „Blairwitch Project“. Dieses ist sicherlich einer der Gründe dafür, dass „Der Exorzist“ bei seiner Wiederaufführung im Kino bzw. –Veröffentlichung auf Video so bemerkenswert erfolgreich war. Wesentlich mehr dazu beigetragen haben wohl die 10 zusätzlichen Minuten dieses Director’ s Cut, die schon im Vorfeld bei Horrorfans für glänzende Augen und gespannte Erwartung sorgten. Schließlich hielten sich schon über Jahre hinweg Gerüchte um fehlende (angeblich damals aufgrund ihrer Härte herausgeschnittene) Szenen. Für heutige Verhältnisse gestalten sich die nun erstmals zu sehenden Momente eher harmlos, allerdings verleihen sie dem Film als ganzes gesehen wesentlich mehr Intensität. Besonders erwähnenswert ist sicherlich der schon von seit Jahren durch Fotos vom Set bekannte „Spinnengang“. Zu beachten sind auch die vielen vom Regisseur liebevoll versteckt eingearbeiteten Kleinigkeiten am Rande, oftmals erst auf den zweiten Blick zu erkennen: Da taucht bspw. plötzlich im Flimmern des Lichts für den Bruchteil einer Sekunde die hässliche Fratze eines Dämons als Unheilsverkünder auf. Deshalb: Viel Spaß bei der Entdeckungsreise! An der vorliegende DVD können sich andere Anbieter ein Beispiel nehmen: Neben der deutschen und englischen Tonspur kann auf zehn (!) verschiedenen Sprachen als Untertitel zugegriffen werden. Sound und Bild des Director’ s Cut sind einfach genial (wer erinnert sich nicht mit Grausen an die „milchige“ Originalversion auf Video?…) Die Krönung ist allerdings der Szenenindex, bei dem 48 (!) einzelne Kapitel angewählt werden können. Zudem sind die Kapitel mit den nahtlos eingefügten neuen Szenen besonders markiert. Fazit: Ich schaffe mir auf jeden Fall keine Kinder an! Die Veröffentlichung von „Der Exorzist“ als Director’ s Cut macht wirklich Sinn, schließlich handelt es sich um einen Klassiker, der in keinem Horror – Haushalt fehlen sollte. Neuesten Presseinformationen zufolge ist für kommendes Jahr ein Prequel (ähnlich der Star Wars Saga) geplant, in dem Liam Neeson als junger Pater Merrin eine erste Begegnung mit dem Teufel hat. Ob da wohl auch die ewig besessene Linda Blair auch mitspielt? Wir sind gespannt…

Bewertung

Splatter Der Exorzist
Spannung Der Exorzist
Story Der Exorzist
Ekelfaktor Der Exorzist
Atmosphäre Der Exorzist
Gesamt Der Exorzist

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