Evil Beast

Informationen

OT:Bottom Feeder

ca.82 Minuten

Kanada 2006

Regie

  • Randy Daudlin
Darsteller

  • Tom Sizemore
  • Wendy Anderson
  • Richard Fitzpatrick
  • Amber Cull
  • u.a.

Evil Beast

Story

Der Industrielle Charles Deaver (Richard Fitzpatrick) ist schwer reich und hat somit alles, wovon andere nur träumen – nur mit dem Aussehen hapert es etwas, seit Deaver bei einem Brand schwer entstellt wurde. Ein neues Serum des Wissenschaftlers Nathaniel Leech (James Binkley) soll da jedoch Abhilfe schaffen und zerstörtes Gewebe wieder ersetzen können. Die Nebenwirkungen sind jedoch nicht bekannt und so braucht Deaver zuerst ein Versuchskaninchen, an dem er das Serum testen kann. Hierzu fungiert Leech als unfreiwilliges Testobjekt, der von den Handlangern des Millionärs zuerst brutal zusammengeschlagen und angeschossen wird, bevor diese ihm dann das Serum injizieren. Unglücklicherweise hat der Wissenschaftler eine Überdosis erwischt und mutiert als Folge zu einem widerwärtigen Monstrum mit Heißhunger auf Menschenfleisch. In einem unterirdischen Tunnelsystem macht er als solches fortan nicht nur Jagd auf Deaver’s Schergen, sondern heftet sich auch einem dreiköpfigen Hausmeistertrupp unter Führung von Vince Stoker (Tom Sizemore) an die Fersen…

Kritik

Wer sich als Horrorfan oder gar auch nur als gelegentlicher Konsument dieser Filmgattung auf ein Monsterflick einlässt, der weiß im Normalfall, was ihn erwartet. Eine hanebüchene Handlung, ein billiges, lachflash-erzeugendes Ungetüm und in der Regel noch diverse Bluteffekte, die das Geschehen abrunden. Eigentlich haben es solche Werke daher auch nicht sonderlich schwer, ihre Klientel zufrieden zu stellen, denn mit anspruchsvoller oder einfallsreicher Unterhaltung rechnet in diesem Sektor ohnehin kaum jemand mehr, weshalb es meist einfach ausreicht, den Fans Altbekanntes neu aufzukochen. Genau dies versucht auch der kanadische Genrefilm "Bottom Feeder" aus dem Jahr 2006, der hierzulande unter dem Titel "Evil Beast" erschien und mit Tom Sizemore fast noch so etwas wie einen Star in der Hauptrolle bietet. Das "fast" sollte dabei vermutlich unterstrichen werden, denn während Sizemore seine Brötchen noch vor ein paar Jahren mit Rollen in Hollywood-Hits à la "Heat" und "Der Soldat James Ryan" verdienen konnte, hängte er seine Karriere mit diversen Drogendelikten und einem selbstgedrehten, plötzlich im Internet gelandeten Porno quasi selbst an den Nagel und agiert seitdem in den belanglosesten Schundfilmen aus den tiefsten B-Sümpfen. Dazu lässt sich zweifellos auch "Evil Beast" zählen. Der Film ist belangloses und typisches B-Horrorkino, das sich diesen Faktoren aber bewusst ist und als selbstironische Trash-Monster-Splattergurke einigermaßen gut über die Runden kommt. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Werk in jeder Hinsicht gut funktioniert. Das Drehbuch sollte Randy Daudlin, der hier auch als Regisseur fungierte, das nächste Mal jedenfalls einem talentierteren Kandidaten überlassen, denn die Handlung in "Evil Beast" ist weder einfallsreich, noch neu, noch mitreißend. Beim Schurken ließ sich der Daudlin wohl zu sehr von "Hannibal" inspirieren und liefert einen Charakter, der deutlich an Mason Verger erinnert, auch wenn der entstellte Millionär hier keine Rache im Sinn hat, sondern nach einem besseren Aussehen strebt. Um dies zu erlangen, ist ihm jedes Mittel recht und so testet er auch das für ihn bestimmte Serum an einem Wissenschaftler, der daraufhin zu einer Mischung aus Riesenratte und haarlosem Werwolf mutiert. Der Story wird im ersten Drittel etwas zu viel Konzentration auf den Schurken und seine Handlanger eingeräumt, während Tom Sizemore und seine Crew dagegen zu kurz kommen. Nun gut, es ist nun natürlich nicht so, als könnte eine austauschbare Gruppe von Hausmeistern großartig charakterisiert werden, aber ein paar humorvolle Dialoge, um die Figuren dem Zuschauer nahe zu bringen sollten doch eigentlich drin sein. Wie dem auch sei, so hat man dann eben belanglose Hauptfiguren, bestehend aus Tom Sizemore, einem (erstaunlicherweise nicht ständig plappernden) Schwarzen und der Nichte Sizemores. Hinsichtlich des Szenarios sollte man dabei auch nicht mit all zu viel Abwechslung rechnen, "Evil Beast" spielt sich fast ausschließlich in unterirdischen, labyrinthartigen Gängen ab und kann des weiteren aufgrund des eher lachhaften Monsters auch nicht viel Horror-Atmosphäre aufkommen lassen. Dies ist den Verantwortlichen aber verziehen, denn wer bei solch einem Streifen mit Gänsehaut und Schauer rechnet, der hat die Prinzipien des Genres ohnehin noch nicht verstanden. Dass der Unterhaltungsfaktor dieses Creature Features dann eben doch stimmt, liegt daran, dass es sich selbst überhaupt nicht ernst nimmt und in regelmäßigen Abständen für etwas Blutvergießen sorgt. Dies fällt hier zwar nicht ganz so exzessiv wie in manch anderen, ähnlich gelagerten Produktionen aus, doch bei rollenden Köpfen und einem herausgerissenen Unterkiefer bekommt der Splatterfan durchaus etwas für sein Geld geboten. Wenn nicht gerade geblutet und gestorben wird, dann schleichen die Protagonisten des öfteren durch dunkle Gänge und verkörpern somit den kläglich scheiternden Versuch eines Spannungsaufbaus, ab und an werden sie dann tatsächlich von dem humpelnden und sabbernden Monster verfolgt. Die Schauspieler halten das Geschehen derweil noch etwas über Wasser, denn Sizemore hat, trotz seines Abstieges in die Videotheken-Filmwelt, noch immer nichts verlernt und gibt sich gewohnt cool, während auch ein paar andere Akteure durchaus Talent beweisen. Alles also annehmbar und nicht ganz so desaströs, wie man es bei einem solchen Werk vielleicht erwarten würde. "Evil Beast" ist austauschbare, schon dutzendfach gesehene, letztendlich aber noch immer unterhaltsame B-Movie-Ware. Das Werk mag zwar nicht die Qualitäten dazu haben, einen Filmabend unter Gleichgesinnten in Schwung zu bringen oder dem Fan solcher Werke Neues zu bieten, doch besser als der x-te Teenslasher ist es allemal. Trash-Fanatiker und solche, die es werden wollen, kommen hier noch auf ihre Kosten, wer aber nach anspruchsvollem Horror sucht, lässt dieses Werk lieber im Regal stehen.

Bewertung

Splatter Evil Beast
Spannung Evil Beast
Story Evil Beast
Ekelfaktor Evil Beast
Atmosphäre Evil Beast
Gesamt Evil Beast

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