Suicide Club

Informationen

OT:Jisatsu saakuru

ca.100 Minuten

Japan 2003

Regie

  • Sion Sono
Darsteller

  • Ryo Ishibashi
  • Masatoshi Nagase
  • Tamao Sato
  • Mai Housyou
  • u.a.

Suicide Club

Story

Es ist Abend und wir befinden uns an einem Bahnsteig irgendwo in Japan. Es kommen 54 Schulmädchen voller Freude die Treppen runter und stellen sich in einer Reihe vor den Einstieg des Zuges auf, der demnächst eintreffen soll. Als dieser sich nähert fassen sich auf einmal alle an den Händen und zählen laut „Und 1 und 2 und 3“ und in dem Moment springen alle Hand in Hand vor den fahrenden Zug zum gemeinsamen Selbstmord. Das Blut spritzt literweise und die Körperteile fliegen in Massen und die anderen Fahrgäste und auch die Polizei kann gar nicht fassen was da passiert ist. Was hat die Mädchen zu dieser schrecklichen Tat gebracht?

Dies ist aber kein Einzelfall. Auf einmal bringen sich Schüler und sogar auch Erwachsene wie aus heiterem Himmel um, massenhaft. Die Polizei findet als Hinweise bei den Opfern immer wieder weiße Sporttaschen, in denen menschliche Haut zusammengenäht und aufgerollt ist. Nach und nach stoßen sie auf eine mysteriöse Website, welche die Selbstmorde auf eine seltsame Art und Weise ankündigt und die Polizisten zu einem sogenannten Selbstmordclub führt, der das alles angeblich organisiert. Der Anführer, welche natürlich von der Polizei festgenommen wird, bezeichnet sich selber als Charles Manson des Medienzeitalters. Es scheint nun alles geklärt zu sein, zumindest glaubt man das. Auf einmal geht das mit den Selbstmorden aber weiter und nun steht die Polizei völlig im Dunkeln, vor allem als es plötzlich auch in den Eigenen Reihen zu unerklärlichen Selbstmorden kommt.

Kritik

Tja, das ist er also, der Film auf den ich eine Ewigkeit gewartet habe und die Vorfreude so groß war, wie als ich vor ein paar Jahren das erste mal den Mythos „Freitag der 13.“ Zu Gesicht bekam (Als ich noch Grün war und mich mit den Cut Fassungen aus dem Free – TV zufrieden gab). Erwartungen waren schon vorhanden, allerdings wusste ich schon im Vorfeld, dass dies kein einfacher Film ist. Nachdem die deutsche DVD vor kurzem endlich erschienen ist ging, auf einmal die Gesamtbewertung bei ofdb.de für „Suicide Circle“ ziemlich nach unten und ich machte mich schon auf eine Enttäuschung gefasst.

Aber nichts da, der Film hat mir richtig genial gefallen und der plötzliche Punkteabfall bei der OFDB, nach erscheinen der deutschen Fassung, ist wohl darauf zurückzuführen, dass der Großteil des Publikums hier, von dem die Meisten den Film sicher vermutlich auch ohne jegliche Vorkenntnisse in der Videothek einfach mal ausgeliehen haben, einfach nichts mit einem solchen Film anfangen kann. „Suicide Circle“ oder auch bekannt als „Suicide Club“ ist eher ein Film für Hardcore Fans von asiatischen Horrorfilmen, da er einfach, wie soll ich sagen, extrem abgedreht ist und man einfach auf die Art Film stehen muss. Tut man dies aber, bekommt man mit „Suicide Circle“ einen echten Leckerbissen geboten, der bei den Leuten, die er ansprechen soll, größtenteils auch hervorragend angekommen ist und schon jetzt sogar einen gewissen Kultstatus genießt. Angeblich war dieser Film eine Zeit Lang sogar der meistgesuchteste Film Japans und es gab dann logischerweise auch dementsprechend die Preise. Dazu kann man nur sagen, nicht schlecht für einen Film den es erst seit 2002 gibt!

Die Handlung kann man nur sehr schwer beschreiben und auch genau so schwer begreifen. Ohne eine Einleitung geht der Film gleich mit einem Knall los, wie wir ihn zuvor noch nirgends in so einer Form gesehen haben. Die Rede ist natürlich von der Massenselbstmordszene in der 54 Schulmädchen, unter Begleitung von fröhlicher Musik, Hand in Hand vor einen Zug springen, einfach aus so einer Laune heraus. Aber anstatt wegzublenden, so wie es die meisten Filme an dieser Stelle tun werden, bekommen wir ein kurzes aber intensives Blutbad zu sehen. Man bekommt in Großaufnahme zu sehen wie der Zug über Köpfe rollt und diese zerplatzen, über Arme und Beine fährt, welche nur so durch die Gegend fliegen und natürlich Blut, Blut und nochmals Blut. Als Zuschauer ist man nun entweder angeekelt und schaltet aber, oder man ist fasziniert und schaut gespannt weiter.

Danach werden erst einmal die Hauptcharaktere eingeführt, aber schon sehr schnell geht es mit den Selbstmorden weiter und schon bald bekommen wir auch die mysteriöse Internetseite zu sehen. Allgemein gesagt, bekommen wir eigentlich, zumindest in den ersten 60 Minuten, immer wieder irgendwelche Selbstmorde und andere Seltsamkeiten zu sehen, bevor das mit dem Selbstmordklub das erste mal richtig zur Geltung kommt und Licht ins Dunkel bringt. Hat man als Zuschauer dann das Gefühl den Film einigermaßen verstanden zu haben, passieren auf einmal aber allerlei Sachen, die die bisherigen Theorien alle wieder über Bord werfen und der Film geht auf einmal stark ins surreale. Irgendwann sitzt man dann einfach da und man versucht den Film zu durchschauen, zu verstehen was das alles soll und ohne es richtig zu merken läuft auch schon der Abspann (Ging mir echt so). Der Regisseur gibt einem schon Hinweise und so im groben verstehe ich den Film und das Warum schon, aber wirklich nur im Groben. Es bleiben sehr viele Fragen offen, die einen irgendwie noch lange nach dem Film beschäftigen. Das der Filme auch eine gewisse Kritik an die Gesellschaft hat, ist auch nicht zu übersehen.

Wer also gerne ein (sehr) offenes Ende hat, für den ist der Film genau richtig. Für Leute die aber unbedingt eine Erklärung brauchen und alles ganz genau wissen wollen, ist „Suicide Circle“ reines Gift und werden am Ende sehr enttäuscht sein. Ich mag eigentlich beide Arten Film. Ich mag Filme die einen dank einer Genialen Auflösung ins staunen bringen und ich mag Filme, die den Zuschauer selber interpretieren lassen und viele Fragen offen bleiben. Aber gerade bei Horrorfilmen finde ich es oft besser nicht alles zu erklären, da man dadurch auch lange nach dem sehen noch über das Gesehene nachdenkt.

Die Atmosphäre in „Suicide Circle“ ist echt genial und es gibt teilweise auch sehr spannende Szenen. Wer aber auf möglichst viele Schockeffekte aus ist, ist in diesem Film falsch, was aber nicht heißen soll das es keine gibt. Was mir sehr gut gefallen hat, ist das die Handlung total unvorhersehbar ist. Man weiß nie was als nächstes passiert und es gibt einiges an Überraschungen mit denen man so gar nicht gerechnet hätte. Was die Atmosphäre angeht wechselt diese geschickt zwischen erheiternd bis verstörend, wobei letzteres aber letztendlich dominiert. Bestes Beispiel ist da die Szene in der mehrere Schüler vom Dach springen. Das interessante daran ist, dass die Schüler die ganze Zeit so tun als ob es nur ein Spaß ist und man als Zuschauer es dann irgendwie gar nicht fassen kann, dass die sich jetzt tatsächlich alle umbringen. Es gibt aber auch Szenen, wenn auch nur wenige, bei denen man auch mal schmunzeln kann, vorausgesetzt man steht auf schwarzen Humor (Beispielsweise die Szene im Theater, so ziemlich am Anfang („So, Ende der Vorstellung“ *Zack*). Der Gesamteindruck letztendlich bleibt aber ernst.

Wie ihr es vielleicht schon vermutet ist „Suicide Circle“ auch nicht gerade unblutig und da habt ihr auch recht. Es ist jetzt nicht so, dass es pausenlos splattert, aber die Selbstmorde werden in der Regel alle rech explizient gezeigt. Blut und Körperteile oder herausgeschnittene Haut bekommen wir öffters zu sehen aber auch Gedärme oder ein abgerissenes Ohr und andere nette Sachen. Am Goreigsten ist aber die Szene, in der eine Frau mit einem Messer Schnitt für Schnitt ihr Hand in kleine Schnitte schneidet. Das fiese bei dieser Szene ist nämlich, dass die Frau das in der Küche tut, während sie Gemüse schneidet und wer von uns hat sich nicht auch schon mal bei Essenmachen geschnitten. Das tut auch richtig beim Zusehen weh, weil man den Schmerz richtig nachvollziehen kann. Diese Szene ist im übrigens auch noch recht verstörend gemacht und ist sicher eine der Höhepunkte im Film.

Versteht mich aber nicht falsch, „Suicide Circle“ ist sicher kein Splatterfilm, aber ab und zu bekommt man doch ziemlich Blutige Szenen vor den Latz geknallt, was die Fans sicher sehr erfreuen wird ;-). Ein guten Magen ist jedenfalls vorausgesetzt und ich wundere mich ehrlich gesagt immer noch, dass die FSK diesen Film überhaupt freigegeben hat und das sogar uncut.

Die Schauspieler machen ihre Sache eigentlich allesamt recht gut, aber wie schon so oft sind sie mir unbekannt. Laut Interview spielt aber ein in Japan sehr bekannter Schauspieler mit. Der Regisseur hat mit „Suicide Circle“ jedenfalls ein richtig kleines Meisterwerk geschaffen, dass zwar sicher seine kleinen Macken hat, welche aber von den positiven Punkten klar überdeckt werden. Angeblich arbeitet er sogar schon an Teil 2 und 3 und wenn die nur ansatzweise die Qualität des Ersten Film halten, können wir uns schon auf was gefasst machen.

Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen (zumindest was Gore angeht) deutschen DVD Fassung von I-ON Media, die vor kurzem in der Leihfassung erschienen ist. Okay ungeschnitten nicht ganz, es fehlt eine Handlungsszene (Masterfehler), aber Splatter ist alles drin!!! Die Kaufversion erscheint Ende dieses Monats, habe es aber geschafft schon jetzt eine Kauf DVD zu ergattern *gg*.

Die Bildqualität ist leider nur mittelmäßig und gerade in dunklen Szenen merkt man das auch. Leider ist dies aber bei vielen asiatischen Filmen der Fall, aber was soll man machen. Der Ton ist eigentlich ganz okay und man kann zwischen deutsch und japanisch wählen und auch Untertitel einschalten. Die deutsche Synchronisation ist okay, aber mehr nicht. Das heißt, die Stimmen der Hauptdarsteller sind ganz gut, die der Nebendarsteller oft aber mies. Als Extras gibt es zwei sehr interessante Interviews mit dem Regisseur und den Schauspielern, den Trailer zum Film und eine Trailershow zu weiteren I-ON Media Filmen. Die DVD könnte zwar besser sein (Das beste Label für asiatische Filme ist immer noch REM!!!), man kann aber zufrieden sein. Die Menüs sind animiert und das Cover ist sehr schön gestaltet und gefällt mir viel besser als das der US und der Japan DVD. Wie der Film es geschafft hat ungeschnitten eine FSK 18 Freigabe zu bekommen ist mir noch immer unklar, aber bei den Altersfreigaben hatte dieses Label schon immer sehr viel Glück (Beispiel: Undead als FSK 16).

Ansonsten Gibt es noch eine US DVD, eine Japan DVD und ein paar Bootlegs. Laut OFDB sollten aber alle Fassungen ungeschnitten sein. Die deutsche DVD ist es jedenfalls bis auf den Handlungsschnitt, den man aber sicher verschmerzen kann.

„Suicide Circle“ ist ein abgedrehter, seltsamer, schockierender, spannender und blutiger Film, der sicher nur für die wenigsten unter uns gedacht ist. Wegen seinen vielen offenen Fragen werden sicherlich einige enttäuscht oder ratlos sein, andere aber begeistert. Es ist sicher auch kein Film den man sich mal so nebenher reinzieht. Man muss nämlich schon genau aufpassen und ihn sich auch am besten allein anschauen.

Ich finde den Streifen jedenfalls genial, da ich Filme dieser Art einfach liebe. Auf einer Skala von 1 bis 10, 9 Punkte!!!

Bewertung

Splatter Suicide Club
Spannung Suicide Club
Story Suicide Club
Ekelfaktor Suicide Club
Atmosphäre Suicide Club
Gesamt Suicide Club

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