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Im
Jahr 3000 macht sich die Besatzung eines Raumschiffes unter der Leitung von
Captain Abraham Van Helsing (Casper Van Dien) auf den Weg in die
berüchtigte Karpaten-Galaxie, wo laut einer Meldung ein herrenloses Schiff
aufgefunden wurde. Die Crew, die außerdem aus dem Drogenjunkie 187
(Coolio), dem Hünen Humvee (Tommy 'Tiny' Lister), dem Professoren Arthur
(Grant Swanby) und der weiblichen Gegenseite, Mina (Alexandra
Kamp-Groeneveld) und Aurora (Erika Eleniak) besteht, denkt sich nichts
weiter dabei, sondern hat nur das große Geld im Sinn, das auf sie alle
warten könnte.
Als die Besatzung das Raumschiff etwas genauer unter die Lupe nimmt, wird
allerdings schnell klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht.
Neben einem Skelett finden sich zudem eine Vielzahl an Holzsärgen, die mit
Sand gefüllt sind. Als sich 187 blöderweise an einem der Särge verletzt
und etwas Blut verliert, erweckt er damit den Vampirfürsten Graf Orlock
(Langley Kirkwood) zum Leben, der sich natürlich sehr über frisches Blut
freut. Als Van Helsing erfährt, dass seine Vorfahren vor Jahrhunderten
einst berühmte Vampirjäger waren, beschließt er, sich dem Blutsauger zu
stellen... |
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Kaum eine andere
klassische Schauergestalt feierte in allen möglichen Filmen schon so oft
seine erneute Auferstehung wie Dracula, der König aller Vampire. Der untote
Blutsauger aus Transylvanien durfte, soweit ich weiß, zum ersten Mal im
Jahre 1922 jungen Frauen die Halsschlagader ausschlürfen, als sich nämlich
der Deutsche Regisseur Friedrich Wilhelm Murnau des Stoffes annahm und
daraus den Klassiker "Nosferatu" schuf. Seitdem gab es etliche
Verfilmungen in hundertfachen Variationen, mal waren diese besser, mal
schlechter. Für "Dracula 3000" hatte nun irgend ein
unterbelichteter, gelangweilter Filmemacher namens Darrell Roodt die
glorreiche Idee, Dracula in die Zukunft und in den Weltraum zu schicken.
Natürlich, wenn sich Cenobiten, irische Killerkobolde und ein berühmter
Eishockeymaskenträger im All austoben dürfen, wieso dann nicht auch
Dracula? Nun, vielleicht hätte Roodt einfach mal eines der eben genannten
Beispiele sehen sollen, dann hätte er wohl bemerkt, dass diese Idee einfach
nicht gut gehen kann.
In "Dracula 3000" fand kurz gesagt alles Verwendung, was dazu
beitragen kann, einen Horrorfilm lächerlich und uninteressant zu machen.
Über den Plot will ich mich dabei vordergründig gar nicht beschweren, denn
wenn mir die Vorstellung von Dracula im Weltraum zu abstoßend erschienen
wäre, hätte ich mir den Streifen ja nicht ansehen müssen. Doch es muss
schon ein verdammt gutes Drehbuch vorliegen, damit man aus einer derart
obskuren Situation noch so etwas wie Horror schöpfen kann und das wurde
hier leider gänzlich verhauen. "Dracula 3000" ist nicht mehr als
unterstes B-Movie Entertainment mit schlechten Effekten und halbwegs
bekannten Akteuren, die alle schon ihre besten Zeiten hinter sich gelassen
haben.
Der Film lässt schon schlechtes erahnen, wenn man Zeuge von mies animierten
Weltraumbildern wird, doch das ist nichts im Vergleich zu dem, was einen
noch erwarten soll. Die äußerst unterschiedliche Crew schlägt sich im
weiteren Verlauf vor düsteren Kulissen mit dem wohl peinlichsten Dracula
aller Zeiten herum. Nicht nur, dass ein althergebrachter Vampir im Umhang
vor einer Weltraumkulisse absolut lächerlich wirkt, er wird von Langley
Kirkwood auch noch oberpeinlich dargestellt. Ich habe ja nun schon einige
Vampirstreifen sehen können, doch dieser Graf Orlock toppt an Deplatzierung
und Lächerlichkeit wirklich alles.
Was erwartet einen sonst noch so? Sobald der ehemals erfolgreiche Rapper
Coolio, der sich aber mittlerweile nur noch in Billigfilmchen wie diesem
herumschlägt, zum Vampir wird, dürfen wir einen weiteren Tiefpunkt
erleben. Ein Schwarzer mit losem Mundwerk und roten Kontaktlinsen will einen
Vampir verkörpern, und stellt dies so an, indem er seine Opfer lieber
zuquatscht und verprügelt, als an ihr Blut zu wollen, was wirklich nur noch
sehr entfernt an einen Vampir erinnert. So ist es kaum verwunderlich, dass
"Dracula 3000" weder Horror noch Spannung bieten kann.
Was will uns ein Regisseur damit sagen, wenn er einen peinlichen
Draculadarsteller auf einige unbeholfene und abgehalfterte ehemalige
Berühmtheiten loslässt? Ich weiß es nicht, fest steht aber, dass hierbei
keiner auf seine Kosten kommt. Die Freigabe ab 12 lässt schon einmal
erahnen, dass es nicht all zu blutig wird, und bis auf einen ausgerissenen
Arm und eine harmlose Pfählung ist "Dracula 3000" ein Film fürs
Nachmittagsprogramm. Auch Trashfans werden sich mit dem Streifen nicht
anfreunden können, auch wenn er manchmal so unfreiwillig blöd ist, dass es
schon wieder unterhält. Im Jahre 3000 weiß keiner der Crewmitglieder mehr,
was ein Kreuz ist, ebenso hat man keine Ahnung was das Wort Gott bedeutet,
doch "Was zum Teufel" scheint dafür eine gerne genutzter Ausdruck
zu sein. Das wirklich kurioseste am Film ist jedoch sein Ende, welches
vielleicht sogar einen Ehrenplatz in der Liste der merkwürdigsten Filmenden
aller Zeiten verdient. Nachdem Orlock seinen Arm verloren hat und aus dem
Bild taumelt, stellt sich heraus, dass Aurora früher ein Sexroboter war und
es jetzt noch einmal mit Humvee krachen lassen möchte. Plötzlich gibt es
eine schlecht animierte Explosion zu sehen und der Film ist mitten in der
Handlung einfach zu Ende und man blickt dem Abspann entgegen.
Die Darsteller machen ihre Sache zum Glück nicht allesamt so schlecht wie
Coolio, auch wenn sich keiner von ihnen die Hoffnung machen muss, jemals
wieder in einem Blockbuster mitspielen zu dürfen. Casper Van Dien, den man
aus "Starship Troopers" kennt, fällt bei seiner Darstellung des
Van Helsing gar nicht weiter ins Gewicht. Er soll wohl der Hauptdarsteller
sein, schafft es allerdings nicht, dies bemerkbar zu machen. Die einzige
nennenswerte Leistung geht von dem imposanten Schauspieler Tommy Lister aus.
Bei Udo Kier frage ich mich übrigens jetzt noch, was ihn dazu bewegt haben
mag, für die wenigsten Szenen die er hat in dem Streifen mitzuwirken.
Wer ernsthaft sehen möchte, wie ein oberpeinlicher Graf Orlock in der
Karpaten-Galaxie einige großmäulige und dumme Sprüche reißende B-Movie
Akteure vor billigen Kulissen herumscheucht, der soll sich "Dracula
3000" meinetwegen doch antun. Gänzlich langweilig wird der Streifen
dank seiner Blödheit sogar nie, da man sich immer wieder mal fragen muss,
was einen nur reiten kann, so einen Schund auf Zelluloid zu bannen. Hier
kann wirklich niemand von einem guten Film sprechen, weder die Trashfans,
noch die Splattergurus und sicher am allerwenigsten die Freunde der
gepflegten Spannung. "Dracula 3000" ist billige Unterhaltung der
dümmlichsten Art, hat dadurch zwar einen gewissen Charme, ist aber genau
das, was man im allgemeinen als Müll bezeichnet. |