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Alles begann mit dem Verschwinden des
Arbeitskollegen von Michi welcher seit mehreren Tagen unentschuldigt fehlt.
Auch ans Telefon geht er nicht mehr, was Michi schließlich dazu veranlasst
bei ihm zuhause vorbeizufahren und nach dem Rechten zu sehen. Sie trifft
ihren Arbeitskollege, der anscheinend nicht mehr ganz er selbst ist und wie
benommen in der Wohnung sitzt, aber so tut als ob alles normal sei. Auf
einmal hört sich ein seltsames Geräusch. Sie geht ins Wohnzimmer um nach
dem rechten zu sehen und findet ihren toten Kollegen, der sich soeben
erhängt hat. Sie, ihre Kollegen und ihr Chef können gar nicht fassen was
ihn zu dieser Tat brachte und forschen nach. Dabei stoßen sie bei einer
Diskette auf ein Bild, dass das Zimmer des Arbeitskollegen zeigt, wo im
Hintergrund sein Computer steht, auf dem ganz schwach in einem dunklen Raum
ein seltsames Gesicht zu erkennen ist.
Zur gleichen Zeit. Ein Student geht mit seinem Computer das erste mal ins
Internet. Nach ein paar Komplikationen landet er auf einmal auf einer
seltsamen Internetseite. „Do You want to meet a Ghost?“ erscheint auf
dem Bildschirm und dann sehen wir einen dunklen Raum und seltsame schwarze
sich langsam bewegende Gestalten. Voller Panik stellt der Student sein
Computer aus und hat erst einmal die Schnauze voll. Das Problem bei der
Sache ist nur, dass die „Geister“ auf einmal auch in der realen Welt
auftauchen und zwar bei all denen, die irgendwie mit der Macht in Kontakt
kamen.
In ganz Japan steigt auf einmal die Selbstmord und Vermisstenrate ins
unermessliche. Unabhängig voneinander wollen Michi und der Student
rausfinden was vor sich geht und merken erst gar nicht, dass immer weniger
und weniger Menschen unterwegs sind und alles langsam wie ausgestorben
wirkt. |
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„Kairo“ ist schon ein seltsames Stück
Film der deutlich einen Schritt weiter geht als die meisten Horror bzw.
Gruselfilme. Aber first things first *g*. Erwartungen waren nach allen
möglichen Lobeshümmnen schon vorhanden, allerdings ging ich die Sache
etwas vorsichtiger an als sonst, da die Story sich schon etwas seltsam
anhörte. Diese ist aber glücklicherweise nirgendwo geklaut und kommt
völlig neu daher. Mir ist jedenfalls kein anderer Film bekannt, der das
Internet in dieser Form als eine Art Übeltäter zeigt. Wenn man sich aber
mal heutzutage so umsieht, war es aber eigentlich nur noch eine Frage der
Zeit bis irgendwer auf die Idee kommt einen Horrorfilm (Gruselfilm passt
wohl eher) draus zu machen.
Der Film selber beginnt auf einem Schiff, dass übers Meer fährt. Auf
diesem Schiff befindet sich Michi, eine der beiden Hauptpersonen, deren,
für den Zuschauer zu dem Zeitpunkt unverständlichen, Gedankengänge wir
sehen. Nun wechselt das Geschehen zu einem früheren Zeitpunkt und wir sehen
wie alles beginnt und zwar mit der Szene wie der Kollege von Michi sich
quasi vor ihren Augen erhängt. Schon diese Szene baut eine sehr gute
Spannung auf und das Interesse des Zuschauers ist geweckt.
Ohne große Einführungen geht der Film nun langsam los und wird von Minute
zu Minute immer bedrohlicher. Eine unsichtbare und ungreifbare Macht scheint
um sich zu greifen, die von einer seltsamen Internet Webseite ausgeht.
Jemand der mit der Macht irgendwie in Kontakt kommt ist danach wie in einer
Art Trance, schleppt sich noch ein paar Stunden, oder manchmal auch Tage vor
sich hin und begeht schließlich Selbstmord, verschwindet spurlos, löst
sich auf und wird zu einer Art Schatten. Diese Personen tauchen dann immer
wieder als dunkle Geister auf um die noch lebenden das gleiche Schicksal
erleiden zu lassen.
Der Film steigert sich immer weiter in sich rein und am Ende werden wir
sogar Zeuge einer Art Apokalypse, allerdings in dem Sinne, dass es einfach
keine Menschen mehr gibt und sich auch der Himmel immer mehr verdunkelt. Es
ist schwierig das Gesehene in Worte zu fassen, aber glaubt mir „Kairo“
ist einfach etwas besonderes. Es ist nicht zu übersehen, dass der Regisseur
mit seinem Film die modernen Kommunikationsmöglichkeiten anklagen will,
welche uns helfen so ziemlich alles von daheim aus zu erledigen. Durch das
Internet und so leben die Leute immer mehr zurückgezogen in ihrer Wohnung
und vereinsamen immer mehr, wie Geister. Beim Schauen von „Kairo“ wird
man sich das erst einmal bewusst, denn im Grunde ist vieles was dort gezeigt
wird eine Spiegelung aus dem wirklichen Leben. Okay ganz so schlimm ist es
sicher noch nicht, aber es könnte sicher irgendwann wirklich mal so sein,
dass jeder nur noch allein vor seinem Rechner sitzt. Der Film kam jedenfalls
im Jahre 2001 raus, zu dem Zeitpunkt als das Internet anfing sich richtig
aufzublühen und anscheinend hat der Regisseur schon da die Gefahren
erkannt.
Aber zurück zum Film. Es wird jedenfalls von Anfang an eine sehr einsame
und deprimierende Stimmung erzeugt. Graue Räume, niemals scheint Sonne und
es gibt keine einzige Szene, die wirklich viele Menschen auf einem Haufen
zeigt. Gute Freunde, oder Arbeitskollegen wandeln wie benommen hin und her,
gehen in eine Ecke und auf einmal ist alles was noch von ihnen übrig ist
ein Schatten an der Wand. In einem ganz langsamen, fast schon schleichenden,
Tempo breitet sich die Apokalypse aus, die dann aber auf einmal da ist und
uns Zuschauer ebenso verwundert wie die Hauptdarsteller. Und zwar wird es
das erste mal richtig deutlich als der Student mit seiner neuen Freundin
einfach abhauen, entkommen will und der Bahnhof, die U-Bahn und einfach
alles wie ausgestorben ist. Es wird eine richtig deprimierende und
ausweglose Stimmung aufgebaut, wie ich es selten erlebt habe. Wenn die
Hauptdarsteller dann am Ende durch das verlassene Tokyo fahren und der
Himmel dunkelgrau bis Schwarz gefärbt ist sorgt das bei mir zumindest schon
für ein ungutes Gefühl.
Das Besondere an „Kairo“ ist aber, dass man irgendwie das Gefühl hat
als ob man selber im Film ist und man das alles irgendwie miterlebt. Genau
wie die Darsteller fühlt man sich als Zuschauer irgendwie total hilflos, da
diese unbekannte Macht, einfach ungreifbar und nicht zu bekämpfen ist. Auch
wird niemals wirklich erklärt was es mit den Geistern und der Macht
eigentlich auf sich hat, oder auch die Sache mit den „verbotenen Räumen“,
Türen die mit rotem Klebeband zugeklebt sind. Das Unheil fängt einfach auf
einmal an, breitet sich aus und wie es scheint gibt es für niemanden ein
Entkommen. Der ganze Film gleicht wie einem bösen Traum.
Ich bin jedenfalls begeistert, aber ich werde trotzdem eine Art Vorwarnung
aussprechen. „Kairo“ ist ein extrem langsamer Film, der ohne Blut oder
irgendwelchen Schockeffekte auskommt. Es gibt schon spannende Szenen, aber
der Film lebt wirklich einzig und allein von seiner düsteren, bedrückenden
und ausweglosen Atmosphäre. Lustige Szenen gibt es nicht einmal im Ansatz
und der Film selber nimmt sich auch sehr ernst. Wer also nur auf die ganzen
Standard Horrorfilme steht (von denen ja auch viele sehr gut sind, nicht das
man mich missversteht), sollte besser einen gewaltigen Bogen um den Film
machen.
Noch ein paar Worte zu den Schauspielern und dem Regisseur. Die Darsteller
sind für mich wieder einmal alles unbekannte, was aber nichts zur Sache
tut. Sie spielen ihre Rollen eigentlich ganz ordentlich, allerdings muss man
sagen, dass die einzelnen Darsteller eigentlich nur wie ein paar
unbedeutende Figuren auf einem Schachbrett dargestellt sind, was aber am
Film selber liegt und auch irgendwie gut zur Stimmung passt. Der Regisseur
ist angeblich schon durch einen anderen Film namens „Cure“ bekannt
geworden, welchen ich bisher aber noch nicht gesehen habe, dies aber bald
nachholen werde. „Kairo“ gilt aber als sein bester Film.
Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen Regional Code 3 Hongkong DVD,
die mich 10 Euro gekostet hat. Die Bildqualität ist eigentlich ganz
ordentlich und die Soundqualität (Dolby Digital) ist sogar genial. Vor
allem die Szene mit den Worten „Help Me“ (Leute die den Film kennen,
wissen was ich meine) bleibt unvergesslich und lässt es einem eiskalt den
Rücken runter laufen. Extras gibt es leider keine. Die Sprache ist
japanisch und die Untertitel sind optional englisch oder chinesisch. Die DVD
ist aber trotz der fehlenden Extras wegen ihres geringen Preises sehr zu
empfehlen.
Es gibt auch noch eine DVD aus Japan und aus Thailand, zu denen ich aber
nichts sagen kann.
So jetzt noch ein Gerücht, welches ich in einem Forum gelesen habe:
Angeblich wird „Kairo“ niemals in Europa erscheinen, da Amerika bald ein
Remake (schon wieder eins!!!) rausbringen will und wir DAS sehen sollen
anstatt das Original. Sollte das tatsächlich stimmen, kann ich nur noch mit
dem Kopf schütteln und an dieser Stelle darauf aufmerksam machen, dass dies
das Original ist.
„Kairo“ ist ein Gruselfilm, der einem wirklich einen Schauer über den
Rücken jagt, wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Selbst als der
Film aus war geisterte er noch in meinem Kopf herum und veranlasste mich nun
dazu diesen Bericht zu schreiben, den ich eigentlich erst gar nicht
schreiben wollte *gg*. Jeder der auf ruhige, intelligente, moderne
japanische Gruselfilme steht, sollte sich den Streifen mal ansehen.
Ich gehe sogar so weit und bezeichne „Kairo“ als einen der
unheimlichsten Filme die ich kenne, da man wie ich schon oben sagte,
irgendwie das Gefühl hat mit dabei zu sein. Am besten spät nachts alle
Lichter ausmachen und den Film alleine ansehen! Leute die aber auf schnell
geschnittene Szenen und viele Schock aus sind sollten den Film besser
meiden! |