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Jane Baxter lebt als Ehefrau und Mutter in
einem schicken Haus in New Orleans. Auf den ersten Blick scheint die Familie
ein normales Leben in gehobenen Verhältnissen zu führen, doch Jane Baxter
führt stellenweise ein Doppelleben. Nämlich immer dann, wenn sie ihren
Liebhaber Fred trifft. Hierfür hat sie extra ein Zimmer angemietet. In dem
Haus mit dem gemieteten Zimmer lebt der blinde Robert, der das Treiben stets
mit anhören muss.
Jane Baxters heranwachsende Tochter Lucy kommt mit der Zeit hinter das
Geheimnis der Abwesenheit ihrer Mutter. Und hat eine abscheuliche Absicht,
um ihrer Mutti ein schlechtes Gewissen zu bereiten: Eines Tages, als Jane
mal wieder bei Fred ist, ertränkt sie ihren kleinen Bruder in der
Badewanne. Jane erfährt von dem „Unfall“ und will sofort nach Hause
fahren. Fred fährt sie, baut einen unverschuldeten Unfall und wird
enthauptet. Jane wird aufgrund dieser erlebten Ereignisse umgehend in ein
Sanatorium eingeliefert.
Ein Jahr später wird Jane Baxter wieder entlassen. Sie will nicht zurück
zu ihrer Familie und zieht deswegen in ihre alte Mietwohnung ein. Der blinde
Robert freut sich über die alte, neue Mitbewohnerin, da er schon seit
langem in Jane verliebt ist. Doch es kommt nicht zu der erhofften Nähe
zwischen ihm und seiner Angebeteten. Stattdessen denkt Robert, dass Jane
nachts Männerbesuch bekommt. Obwohl offensichtlich niemand die Wohnung
betritt. Robert wird misstrauisch und verschafft sich Eintritt in die
Wohnung von Jane und entdeckt dabei Merkwürdiges: Ein abgeschlossenes
Eisfach im Kühlschrank, mit, wie sich später rausstellen soll, makaberen
Inhalt. |
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Das Regiedebüt des beim Dreh Mittdreißiger
Lamberto Bava („Dämonen 1 & 2“ (1985/86)), seines Zeichens Sohn des
Mario Bava („Im Blutrausch des Satans“ (1971), „Wild Dogs“ (1974),
uvm.), des eventuellen Erfinders des Giallo, kann als durchschnittlicher
Erfolg mit nachhaltigem Einbrennen in die Hirnrinde gewertet werden. Nicht
etwa, weil es sich hier um einen der besten Filme handelt, die jemals
geschaffen wurden, vielmehr weil der Film sich mit einem besonderen Thema
beschäftigt, der Nekrophilie. Und nicht zuletzt, weil er über eines der
bescheuertsten Enden verfügt, die je in einem ernsthaften Film auf die
Leinwand gebracht wurden. Zu letzterem Punkt soll an dieser Stelle jedoch
der Mantel des Schweigens gehüllt werden, um dem interessierten Betrachter
nicht mit zu vielen wichtigen Informationen den „Spaß“ zu verderben.
“Macabro - Die Küsse der Jane Baxter” kommt in der Anfangsphase als
ruhiges, ja vielleicht sogar schon zu ruhiges Filmchen daher. Man wird
leicht in die Familienumstände und das Liebesleben der Protagonistin
eingeführt, ohne dass etwas Dramatisches passiert. Bis es dann zum „Unfall“
mit dem Sohn und dem darauffolgenden Unfall mit dem Liebhaber kommt. Die
Enthauptung ist allerdings nur zu erahnen. Lamberto Bava verzichtet fast
ganz auf Gewalt, zumindest im blutigen Sinne, streut dafür aber die eine
oder andere Ekelszene ein. Nachdem die werte Dame dann wieder aus der
Klapsmühle entlassen wird, ahnt man als Betrachter, dass das dünne
Drehbuch auf 90 Minuten aufgebläht werden muss. Es gibt viele Szenen, die
nichtssagend sind und langweilen. Die Informationen halten sich in Grenzen,
dafür wird viel dargestellt. Man kann zum Beispiel einige Male den Blinden
beobachten, wie er irgendwelche uninteressanten Sachen macht - minutenlang.
Der Unterhaltungsfaktor sinkt bei diesen Szenen gegen Null. Auch wenn die
visuelle Umsetzung sehr gut ist, will keine rechte Freude auftauchen.
Spannend wird es später, wenn es gilt das morbide Geheimnis zu lüften. Bis
dahin muss man damit vorlieb nehmen, dass man zumindest dabei ist, wenn
versucht wird eine unheilvolle Atmosphäre aufzubauen, was stellenweise auch
sehr gut gelingt. Man ahnt, dass irgendetwas nicht stimmt und hofft, dass
seine eigenen Befürchtungen nicht bewahrheitet werden. Dies war wohl
Absicht von Lamberto Bava und wie es zu erahnen ist, kommt das was man
denkt. Ekelig, krank und weniger gekühlt als es notwendig wäre.
Technisch kann man Lamberto Bava nichts vorwerfen. Die Bilder werden schön
und gut eingefangen, ein düsteres Psychodrama wird inszeniert und die
Darsteller gut in Szene gesetzt. Schade ist es, dass die Charakterisierung
nur oberflächlich geschieht. Gerade Tochter Lucy hätte man doch gerne mal
in den Kopf gesehen. Aber die etwas notdürftige Durchleuchtung der Figuren
liegt sicherlich auch an dem schnell gefertigten Drehbuch, welches die klare
Schwachstelle des Films ist. Das der Film aber dennoch nicht als Flopp im
Gedächtnis bleibt liegt unter anderem auch an den guten Darstellern.
Bernice Stegers („X-Tro - Nicht alle Außerirdischen sind freundlich“
(1983)) als Jane Bexter zieht sich zwar ein manches Mal zu oft aus, zeigt
aber das sie ihr Handwerk beherrscht. Stanko Molnar („Black Sabbath“
1989)) als Robert, kann man sich auch angucken, manchmal spielt er aber
etwas übertrieben „blind“. Das Highlight ist aber ohne Frage Veronica
Zinny, die Lucy zum Besten gibt. Die Rolle ist richtig schön böse angelegt
und wird gut rübergebracht. Schade, dass Veronica Zinny nicht auch noch in
anderen Filmen zu sehen ist.
Wägt man alles Positive und alles Negative ab, müsste die Waage schnell
zur Ruhe kommen. Der Film ist weder richtig gut, noch richtig schlecht. So
ein Mittelding eben. Mit etwas Abstand kann man sich sowohl an die
langwierigen Szenen, die ekeligen Szenen oder den Schluss erinnern und weiß
nicht, ob die Erinnerung gut oder schlecht ist. Das sinnvollste ist es
demnach “Macabro - Die Küsse der Jane Baxter” als einen guten,
mittelprächtigen Debütfilm von Lamberto Bava einzuordnen, der auf jeden
Fall mal geguckt werden kann. |