|
Hier könnte ich einen langen Text schreiben,
oder aber nur eine kurze aber wesentliche Zusammenfassung. Ich entscheide
mich für letzteres, da ich hier ja niemanden zu Tode langweilen, bzw. keine
Überraschungen nehmen will.
Im Mittelpunkt steht ein 17 jähriger Junge, der schon ein eifriger
Wissenschaftler ist. Jedenfalls hat dieser Junge ein neues Mittel erfunden,
dass er My Son nennt und die Welt revolutionieren soll. Dieses Mittel
wandelt nämlich den Schmerz in ein angenehmes Glücksgefühl um. Um so
größer der Schmerz ist, um so stärker ist dieses Glücksgefühl.
“We can now spend the day with a feeling of blue skies and spring!”
Voller Stolz will er das Mittel testen, weiß aber nicht wie er jemanden
finden könnte. Zufällig führt zur selben Zeit seine Mutter, die ebenfalls
Wissenschaftlerin ist, ein Experiment mit drei jungen Frauen durch. Diese
Chance nutzt der Junge um Heimlich sein Wundermittel, My Son, den drei
Frauen zu verabreichen und diese danach dann zu beobachten, um zu sehen was
passiert. Nur ist das Ergebnis alles andere als erfreulich und es kommt so
wie es sich der Junge nie hätte vorgestellt. Nachdem die Frauen nämlich
merken, dass sie statt Schmerz ein gutes Gefühl verspüren, wollen sie das
immer mehr und mehr steigern. Es endet schließlich damit, dass sich diese
auf übelste Art und Weise selbst verstümmeln. Nur bei einer dieser drei
Frauen scheint das Mittel nicht zu wirken, oder besser gesagt, anders zu
wirken.
“I wanted to make a drug for eternal happiness!” |
|
Ich bin sicher, dass einige Splatterfans nach
dem Lesen des Berichtes sich gleich auf die Suche machen werden, da die
Story eigentlich schon auf Splatter hinausläuft. Jedenfalls war es bei mir
so. Nachdem ich mich bei ofdb über den Film erkundigt habe, habe ich ihn
mir sofort und ohne zu zögern gekauft.
Die Geschichte des Film hat mich jedenfalls sofort an „Guinea Pig 3 - He
never dies“ erinnert, in dem ein Mann sich umbringen will, aber merkt das
er unsterblich ist und sich nun mit allen möglichen Mitteln das Leben
nehmen will. Während „Guinea Pig 3“ aber eher mit einem Augenzwinkern
daher kommt finden wir in „Naked Blood“ nicht die kleinste Spur von
Humor. Ob das gut oder schlecht ist muss jeder für sich entscheiden. Ich
jedenfalls mag beides. Mal lustig mal ernst, ich mag beide Arten von Filmen.
Die Haupthandlung ist jedenfalls jetzt bekannt, ich kann aber gleich sagen
das es nicht nur dabei bleibt. Es wird nämlich alles viel komplizierter als
Anfangs angenommen und wenn dann die letzten 15 Minuten kommen fragt man
sich als Zuschauer schon manchmal „Wie jetzt?“, oder „Was soll denn
das bitte schön?“. Ich will jetzt nicht zuviel verraten, aber die letzten
15 Minuten unterscheiden sich doch gewaltig vom Film davor und lassen den
Zuschauer beinahe etwas wie einen Trip erleben, da man einfach am Laufenden
Band wirre Bilder zu sehen bekommt. Ist sicherlich Geschmackssache, aber bei
mir ist das jetzt eher positiv angekommen, da man (ich will jetzt nicht
zuviel verraten) am Ende praktisch miterlebt was die Beiden Hauptpersonen
fühlen. Das Ende bleibt dann offen, so dass jeder gezwungen wird selber
daraus zu interpretieren was das jetzt bedeuten soll. Ich jedenfalls mag
Filme dieser Art.
Die Stunde davor hingegen bleibt bis auf ein paar kleine Ausnahmen aber
immer schön überschaubar, obwohl es auch schon hier ein paar komische
Andeutungen gibt. Hierbei denke ich jetzt besonders an die Szenen mit dem
Vater des Jungen (Namen habe ich leider vergessen und ich bin jetzt auch zu
faul die DVD extra in den Player zu werfen *gg*), oder die Sache mit dem
Kaktus.
Am Anfang braucht der Film aber etwas um in fahrt zu kommen und ich kann mir
gut vorstellen, dass bei dem ein oder anderen Langeweile aufkommt. Bei mir
war das aber glücklicherweise nicht der Fall, ich habe den Film wirklich
von Anfang bis Ende mit großem Interesse angeschaut, da ich auch die ganze
Handlung einfach sehr interessant fand und der Bilderrausch am Ende
irgendwie einfach perfekt in den Film passt. Vielleicht soll es ja das
zeigen was die Leute fühlen, wenn sie das Medikament zu sich genommen haben
und statt Schmerz das angenehme Gefühl spüren. Kann ich nicht sagen,
diesbezüglich bleibt der Zuschauer im dunkeln.
Nun aber zu eigentlichen, den Gore und Splatterszenen. Ja, der Film ist
wirklich Hammerkrass was die Splatterszenen angeht. Jemand der aber eine Non
Splatter Orgie erwartet wird aber enttäuscht sein und sollte sich dann doch
lieber ein Film wie „Guinea Pig 2 – Flowers of flesh and blood“ holen.
Der Splatter in „Naked Blood“ ist nämlich schon etwas sparsamer
gesetzt, zumindest im bezug darauf, wenn man so manche Kritiken im Internet
liest, die ihn als Goregranate hinstellt. Die erste blutige Szene kommt
beispielsweise erst nach ca. 25 Minuten, die es dann aber auch in sich hat.
Es ist schon krass mit anzusehen wie eine der Frauen ihre Hand in kochendes
Öl taucht bis diese durchfrittiert ist um danach ihren Finger zu essen.
Nach ungefähr 45 Minuten kommt aber eine Szene die wirklich Beyond the
Limits *gggg* ist und mit zu dem krassesten zählt was ich jemals auf dem
Bildschirm gesehen habe und wogegen ein offener Bauch mit Blick auf die
Eingeweide am Ende dagegen wie Sandmännchen wirkt.
Und zwar werden wir dort zeuge wie eine der Frauen (Die Selbe übrigens wie
mit dem kochenden Öl) sich erst die Schamlippen abschneidet und isst, dann
ihre Nippel mit dem Messer schön bearbeitet und ebenfalls isst und sich
letztendlich auch noch das Auge mit Messer und Gabel rausholt um auch das
genüsslich zu verspeisen. Das alles wirkt erst recht krass, weil die Frau
dabei stöhnt als hätte sie gerade Sex. Alles natürlich schön in
Großaufnahme und superrealistisch gemacht. Ich habe ja schon einiges
gesehen aber dort (vor allem das mit dem Auge) habe ich wirklich mein
Gesicht zusammengezogen, denn hier wird wirklich jedes kleine Detail super
ausführlich gezeigt *AUA, wenn ich nur daran denke*.
Splattertechnisch gesehen kann man diesen Film jedenfalls schon zu den
härtesten Filmen zählen die es gibt, auch wenn es nicht so viele Szene
davon gibt. Dafür aber Qualität wie man es besser gar nicht machen
könnte. Das dieser Film in Deutschland niemals erschienen ist, sollte somit
auf der Hand liegen. Jeder der jedenfalls glaubt, dass Splattertechnisch
nichts mehr ihn/Sie beeindrucken kann, soll sich mal „Naked Blood“
besorgen. Leute mit schwachem Magen hingegen, sollten in einer Hand schon
einmal die Kotztüte bereit halten *lol* (Kleiner Scherz am Rande).
Das der Film aber deutlich mehr zu bieten hat als Make Up Effekte zeigt aber
schon die Story, auf die man echt erst einmal kommen muss. Aber auch die
Atmosphäre ist die ganze Zeit über irgendwie ziemlich bedrückend und
gegen später wird diese auch etwas mysteriös. Spannung und Schocks gibt es
aber keine, was den Film deshalb auch nicht als einen richtigen Horrorfilm
erscheinen lässt. Genauer gesagt kann man den Film nur sehr schwer
zuordnen. So spontan würde ich mal sagen, es ist ein blutiges Psycho-Drama.
Die Schauspielerische Leistung ist eigentlich auch ganz gut, auch wenn ich
wiedermahl keinen der Darsteller kenne. Zwar hätte man für die Rollen
eigentlich auch jeden X Beliebigen Schauspieler nehmen können, da hier
wirklich nur die Atmosphäre, das Blut und die Handlung zählt, aber so wie
es ist kann sich der Film echt sehen lassen. Hauptdarsteller gibt es zwei,
den Jungen und die Frau bei der das Mittel nicht richtig wirkt. Vom
Regisseur Toshiyasu Sato habe ich ebenfalls noch nie etwas gehört, aber der
Mann weiß was er macht, soviel ist schon mal sicher. Ich habe jedenfalls
nur einen Splatterfilm erwartet, bekam aber noch mehr zu sehen. Um es mal
vorsichtig zu sagen, einen intelligenten Splatterfilm, der streng gesehen
sogar gar kein Splatterfilm ist und das obwohl die Effekte sehr
selbstzweckhaft gezeigt werden.
Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen niederländischen DVD von dem
Label Japan Shock, die ich jedem interessierten nur empfehlen kann. Die
Scheibe hat mich Neu und OVP 11 Euro gekostet, 11 Euro die jeden Cent wert
sind. Die Bild und Tonqualität ist für ein Film dieser Sorte hervorragend
und lässt keine Wünsche übrig. Der Film ist zwar nur in japanisch mit
englischen Untertiteln, aber das macht bei diesem Film überhaupt nichts.
Ich selber habe wirklich nur mittelmäßige Englischkenntnisse und komme bei
manchen Filmen manchmal schon etwas ins Grübeln, aber bei „Naked Blood“
habe ich wirklich jeden einzelnen Satz problemlos verstanden. Abgesehen
davon wird sowieso nicht übermäßig viel geredet, da der Film
hauptsächlich von seinen Bildern lebt. Extras gibt es leider bis auf eine
Bildergalerie keine, aber das kann man verschmerzen. Ansonsten gibt es über
die Scheibe eigentlich nicht mehr viel zu sagen. Ich bin jedenfalls froh,
dass der Film überhaupt in einem westlichen Land erschienen ist. Lustig
finde ich, dass der Film in Holland ab 16 freigegeben ist und hierzulande
nicht einmal erschienen ist. Armes Deutschland!!!
Ansonsten ist mir nur noch das Tape vom selbigen Label bekannt. Eine
deutsche Veröffentlichung wird es wahrscheinlich niemals geben, da es kein
deutsches Label mit unserem Jugendschutz (oder besser gesagt
Erwachsenenschutz) wagen würde den Film hier zu veröffentlichen und Astro
ist ja inzwischen Marketting und bringt leider keine solche Filme mehr raus.
Das einzige was man hoffen kann ist eine österreichische oder
schweizerische Veröffentlichung, was ich persönlich aber auch nicht
glaube. Immerhin hat der Film ja bald schon 10 Jahre auf dem Buckel und
wäre sonst ja schon lange veröffentlicht worden. Ist mir aber auch egal,
die NL DVD reicht mir vollkommen.
Jeder der auf abgedrehte asiatische Filme steht und auch nichts gegen ein
paar hammerblutige Szenen hat, sollte diesen Film so schnell wie möglich
sehen. Alle anderen bitte einen großen Bogen drum machen. Ich vergebe eine
8 von 10( laut ofdb Wertung). Für die Höchstwertung reicht es dann doch
nicht ganz. Vielleicht bekommt er die ja, wenn ich den Streifen ein zweites
mal gesehen habe (ähnlich wie bei „Audition“). Ich bin jedenfalls
begeistert von dem Film! |