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Peter Herzl, Sozialarbeiter und
Linkssympathisant aus Wuppertal, wird auf der Rückfahrt von Jugoslawien
nach Deutschland überfallen und ausgeraubt. Aufgrund einiger
Missverständnisse sucht ihn daraufhin die Polizei als mutmaßlichen
Terroristen.
In Wien findet er Unterschlupf bei der Prostituierten Kathi. Kathi, Tochter
eines ermordeten Kommunisten, hat ein inzestuöses Verhältnis mit ihrer
pubertären Tochter. Die Tochter ist Peter gegenüber zunächst abweisend.
Fasziniert beobachtet sie ihre Mutter und Peter jedoch beim Liebesspiel.
Bald möchte auch sie an dem Spiel teilnehmen...
Währenddessen läuft die Fahndung nach Peter auf Hochtouren. Und Kathis
Zuhälter sieht eine Chance, durch Verrat an leicht verdientes Geld zu
kommen... |
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Puh...
Es gibt Filme, nach deren Konsum man erst mal Abstand gewinnen muss, um das
soeben Gesehene zu verdauen. Ein Spaziergang, Jogging, vielleicht ein
bisschen "Vera am Mittag" gucken...
Bei "Obszön" scheinen derlei Ablenkungsmanöver irgendwie nicht
direkt zu funktionieren. Zu verstörend ist das Gezeigte, als dass es sich
nach ein paar Stunden aus dem Kopf verdrängen ließe. Die Geschichte um den
bierbäuchigen Pseudo-Terroristen Herzl, Nutten, Inzest, dezent angedeutete
Pädophilie hinterlässt beim Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck. Als
Vergleich fallen am ehesten die Filme von Christoph Schlingensief ein, mit
dem Unterschied, dass Schlingensief's Werke durch Provokation unterhalten.
Bei "Obszön" ist es anders: Hier provoziert die Unterhaltung. Das
Dargestellte überschreitet die Grenzen des guten(?), von der Gesellschaft
definierten Geschmacks, bricht Tabus und ist letztendlich doch als einfacher
Unterhaltungsfilm gedacht: Es wird in der Küche während des Teigknetens
doggy-style gefickt, zusammen mit der minderjährige Tochter gebadet,
später auch mit ihr zusammen in die Kiste gehüpft. Die Tochter sehnt sich
nach ihren ersten "Fick" mit Peter, dabei bekommt sie erst am Ende
des Films überhaupt ihre erste Periode.. Peter begleitetet die
Minderjährige als "Jude" verkleidet in ein Sado-Maso-Theater, wo
die beiden der Vergewaltigung ihrer Mutter beiwohnen. In den Einschüben der
Parallelhandlung macht sich dann noch "Ekel Alfred" Heinz Schubert
über seine Gummipuppe her..
Starker Tobak, der dem Zuschauer allein schon von der Story her präsentiert
wird. Verstärkt wird der morbide Grundton des Films dann allerdings noch
durch die wirklich grandios intensive Leistung der Darsteller. Allen voran
Volker Sprengler.
Volker Spengler ist als Peter Herzl, ungepflegter schmierbäuchiger
Lockenkopf mit Pilotenbrille, weit davon entfernt, zum Sympathieträger zu
avancieren. Das, obwohl er ja eigentlich unschuldig verfolgt wird und sich
eben einfach nur so durchschlägt. Allerdings ist Peter auch nicht gerade
abgeneigt, Nutten zu prellen, dumme Sprüche angesichts einer ermordeten
Prostituierten zu reißen oder es sich eben bei Kathi und ihrer Tochter im
Bett gemütlich zu machen.
Dialoge, mal mehr, mal weniger sinnvoll, stehen im Vordergrund. Dadurch
erhält der Film ein hohes Maß an Authentizität. Es geht um Banalitäten,
auf den ersten Blick eben alltägliche Situationen, die als Gesamtes bei
genauerer Betrachtung allerdings ein ziemlich schräges Bild einer kranken
Gesellschaft widerspiegeln. Hinzu kommt dann noch der Wiener Dialekt. Den
Wienern wird ja seit jeher ein leichter Hang zum Morbiden nachgesagt. Und
der Dialekt, wirklich nicht Jedermanns Sache, fügt sich wirklich nahtlos
ein in den verstörenden Gesamteindruck des Films. Bei aller (zum Glück nur
angedeuteten) Perversion, bei aller Provokation: Der Film hat irgendwie das
gewisse Etwas. Was genau das ist? Gute Frage. Vielleicht die
künstlerisch-chaotisch anmutende Atmosphäre, die sich irgendwo einpendelt
zwischen RAF-Terrorismus, Vergangenheitsbewältigung und Pornokino...
Fazit: Nutten, Terroristen, Inzest, Pädophilie. Obszön... Ein passender
Filmtitel für einen ebenso abstoßenden, wie faszinierenden Film. |