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Das Geschäft des
Pelzhändlers Jake Feldman (Meat Loaf) läuft derzeit alles andere als
erfolgreich. Herrisch unterdrückt er seine unterbezahlten Mitarbeiter und
lässt seinen Frust über die Situation schamlos an ihnen aus. Auch privat
befindet sich der Geschäftsmann nicht unbedingt in einer Hochphase. Die
meiste Zeit verbringt er in einem Striplokal und betet dort die Schönheit
Shana (Ellen Ewusie) an, mit der er um jeden Preis
schlafen möchte. Diese weist ihn jedoch immer wieder eindeutig in seine
Schranken. Eines Tages erhält Jake einen Anruf von dem Jäger und
Pelzlieferanten Jeb (John Saxon), der behauptet, in einem verbotenen
Waldstück ein gutes Dutzend Waschbären gefangen zu haben, deren Felle so
prächtig und schön seien, dass Jake mit ihnen der Erfolg sicher wäre.
Schon
am nächsten Tag fährt Jake mit seinem Mitarbeiter Lou (Link Baker) zu der
Hütte des Jägers, doch was die beiden dort vorfinden, könnte
entsetzlicher nicht sein. In der Hütte befinden sich, neben den
bearbeiteten Fellen, die bestialisch zugerichteten Leichen von Jeb und
seinem Sohn. Jake denkt nicht daran, die makellosen Felle deshalb
zurückzulassen und nimmt sie kurzerhand mit. Ein schwerer Fehler, denn die
beiden Jäger waren nur die ersten Opfer eines grausamen Fluches, der jeden,
der mit den Fellen in näheren Kontakt kommt, zu grausamen Akten der
Selbstverstümmelung zwingt... |
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Nachdem sich
Horror-Altmeister Dario Argento bereits mit "Jennifer" an der
ersten Staffel der "Masters of Horror"-Serie beteiligte, für die
namenhafte Regisseure jeweils eine gut einstündige, eigenständige
Horrorstory in den Kasten bringen, legte er für die zweite Staffel noch
einmal kräftig nach. "Pelts" ist nicht nur der unangefochten
härteste Teil der "Masters of Horror"-Reihe, sondern geht in
seinen Gewaltdarstellungen sogar so weit, dass hier sogar von einem der
heftigsten Filme der letzten Jahre zu sprechen ist. Dario Argento beweist
mit seinem zweiten MoH-Beitrag eindrucksvoll, dass "Jennifer"
keine Glückstreffer war, sondern untermauert sein Comeback noch einmal
effektiv. Gerade in den vergangenen Jahren geriet der Meister des
italienischen Giallos des öfteren in die Kritik, nachdem er mit "The
Card Player" und "Do you like Hitchcock?" zwei enttäuschende
Arbeiten ablieferte, die in keiner Weise an die frühen Meisterwerke
Argento's á la "Suspiria", "Profondo Rosso" oder
"Phenomena" anknüpfen konnten.
Auch, wenn Argento
mit "Pelts" noch immer nicht zu seinem früheren Stil zurückfand,
so ist hier ohne Frage bereits eine deutliche Steigerung zu den letzten
Arbeiten des Italieners zu erkennen. Es hat fast den Anschein, als wollte
der in die Jahre gekommene Filmemacher nun noch einmal richtig auf den Putz
hauen und die modernen Torture-Flicks in die Schranken weisen. Was Argento
in "Pelts" und auch in seinem bald erscheinenden "The Mother
of Tears" zelebriert, sind exzessive Gore-Exzesse, die in Sachen Gewalt
und Härte zum Schonungslosten gehören, was der Kult-Regisseur jemals auf
die Beine stellte.
Für viele
Anhänger der "Masters of Horror" ist "Pelts" das klare
Highlight der zweiten Season, was zum Teil sicherlich auf den immensen
Goregehalt dieser Folge zurückzuführen ist. Doch auch in storytechnischer
Hinsicht liefert Argento überzeugende Arbeit ab und erzählt eine Handlung
über menschliche Gier, Gelüste und Abgründe. Wirkliche
Identifikationsfiguren gibt es in diesem Werk nicht, ein jeder ist in
gewisser Hinsicht auf seinen eigenen Vorteil bedacht und hat stets nur die
eigene Bereicherung vor Augen. Der Pelzhändler Jake beutet seine
Mitarbeiter regelrecht aus und hat nur den Erfolg, sowie die hübsche Shana
im Sinn. Der Jäger Jeb denkt nur an das schnelle Geld und tötet
Waschbären zu Dutzenden, um an deren Fell zu kommen. Und auch Shana
verbirgt hinter ihrer Oberfläche ein eiskaltes Kalkül, denn während sie
Jake immer zurückstieß, lässt sie ihn sofort mit sich schlafen, als der
Pelzmantel für sie dabei herausspringt.
"Pelts"
wirft das Publikum sehr schnell in einen ganz eigenen, atmosphärischen Sog.
Es scheint stets etwas sehr bedrohliches von den Pelzen auszugehen und es
ist klar, dass jeder in Lebensgefahr gerät, der mit ihnen in näheren
Kontakt kommt. Das Kernelement bilden somit die brutalen Gore-Szenen, auf
die der größte Teil der Spannung innerhalb des Films hinausläuft. Hier
lässt Argento wieder einmal tief in seine kranke Phantasie blicken und
serviert seinen Fans unter
anderem ein Gesicht, das langsam in eine Bärenfalle gedrückt und
vollkommen zerteilt wird, ein von einem Baseballschläger vollkommen
deformierter Kopf, sowie das Zunähen von Augen, Nase und Mund, was zu einem
brutalen Erstickungstod des Opfers führt. Die Effekte sehen allesamt
äußerst realistisch aus und dürften somit selbst den gestandenen
Gorehounds noch einiges abverlangen, Zartbesaiteten hingegen ist
"Pelts" absolut nicht zuzumuten. Die Gore-Szenen wirken allesamt
absolut intensiv-abstoßend, ein beinahe schon ironischer Kontrast dazu
bildet die musikalische Untermalung von Claudio Simonetti, der jene Szenen
mit klassischen Musikstücken unterlegt und ihnen somit eine ganz eigene,
morbide Note verleiht.
Bei
"Pelts" von der besten Folge der zweiten Staffel zu sprechen, mag
vielleicht doch etwas hoch gegriffen sein, dennoch werden Horror-Fans um
dieses Werk in seiner ungeschnittenen Form nicht herumkommen. Zwar ohne die
zum Markenzeichen gewordenen Kamera- und Farbspiele von früher, dafür aber
mit einem allgegenwärtigen Spannungsbogen fesselt Argento seine Zuschauer
bis zum Ende. "Pelts" bietet zudem noch reichlich nackte Haut,
sowie ein Cast absolut gut aufgelegter Darsteller, allen voran Meat Loaf.
Der Fleischklops gibt den selbstsüchtigen Pelzhändler absolut überzeugend
und unsympathisch und erfüllt seine Aufgabe somit mit Bravour. In einer
etwas kleineren Rolle überzeugt der deutlich in die Jahre gekommene John
Saxon.
"Pelts" ist, goretechnisch betrachtet, nicht nur das bisherige
Highlight der "Masters of Horror"-Serie, sondern bietet auch von
den exzessiven Gewaltdarstellungen abgesehen durchaus spannende
Horror-Unterhaltung. Wer sich von brutalen Effekten in ihrer drastischsten
Form nicht abschrecken lässt, sollte hier auf jeden Fall einen Blick
riskieren. |