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Der zwölfjährige Sam (Adam Taylor Gordon)
kann die Scheidung seiner Eltern nur äußerst schwer verkraften und fällt
dadurch in ein seelisches Tief. Er wird immer wieder von Halluzinationen
geplagt, die dazu führen, dass der Junge sich Verletzungen am ganzen
Körper zuführt. Nachdem ein Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik
auch nicht den erwünschten Effekt bringt, soll Sam einige Zeit mit seinem
Vater David (Brian Wimmer) verbringen, bevor dieser den Jungen bei seiner
Mutter abliefert. Bei einer Autofahrt durch eine ländliche und eher
spärlich bewohnte Gegend nahe Oregon taucht plötzlich eine unheimliche
Gestalt vor dem Wagen der Beiden auf, woraufhin David ausweichen muss und
sein Auto in eine Schlucht lenkt.
Als Sam nach drei Tagen wieder zu sich kommt, findet er sich auf einer alten
Farm wieder, die von einem gewissen Ben (Lance Henriksen) bewohnt wird. Der
Farmer hat David's Wagen nach dem Unfall gefunden und konnte den Beiden so
das Leben retten. Wie David Sam mitteilt, werden sie noch eine Weile auf der
Farm von Ben bleiben, denn dieser hätte ihm Arbeit angeboten, während Sam
derweil die örtliche Schule besuchen könne. Obwohl der charmante, alte
Farmer stets Freundlichkeit wahrt und mit seiner Vorliebe für Schach und
Comics sogar zwei Hobbys mit Sam teilt, ahnt der Junge, dass der Mann ein
anderer ist, als er zu sein vorgibt. Seine Vermutung soll sich letztendlich
auf schreckliche Weise bestätigen... |
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Bei "Reiter der Apokalypse" handelt
es sich auf den ersten Blick ganz eindeutig um eines dieser billig
heruntergekurbelten B-Movies, die zwar niemanden ernsthaft interessieren,
die aber dennoch einige Abnehmer finden, bis dann in der Regel die ersten
vernichtenden Kritiken im Netz auftauchen und die Horror-Fangemeinde ihre
Befürchtungen bestätigt sieht. In der Tat suggeriert Don Michael Paul's
"The Garden", so der Titel im Original, den Eindruck eines B- bis
C-Movies, in dem vier schlecht kostümierte Laiendarsteller, die die vier
Reiter der Apokalypse darstellen sollen, Jagd auf Menschen machen und damit
den Einsatz von etwas Blut und Gekröse bewirken. Doch nicht immer geben uns
die Befürchtungen recht, denn letztendlich bewegt sich "Die Reiter der
Apokalypse" in eine gänzlich andere Richtung und führt damit ein
weiteres Mal vor, wie manipulativ und irreführend deutsche Titel doch sein
können, wenn sie sich nicht an das Original halten.
Sicherlich werden auf "Die Reiter der Apokalypse" mehr Käufer
anspringen als auf "The Garden", doch letzten Endes ist es somit
wieder einmal auf den Verleih zurückzuführen, dass viele Kunden nach
Anblick des Streifens mit ziemlich verwunderter Miene zurückgelassen
werden. Mit Horror hat das, was man hier zu sehen bekommt, nämlich nur am
Rande etwas zu tun, vielmehr erschuf Don Michael Paul, der in der
Vergangenheit mehr vor, als hinter der Kamera stand, hiermit ein perfides
Mysterydrama mit übernatürlichen Ansätzen und einigen schaurigen
Elementen. Gerade solche Filme sind es allerdings, die in einer Zeit, in der
unzählige "Hostel"-Klone die Videotheken überschwemmen, gerade
recht kommen. Don Michael Paul serviert hier nichts dutzendfach Vorgekautes,
sondern versucht sich an einer sehr eigenen Interpretation der ewigen Gut
gegen Böse Geschichte.
"Die Reiter der Apokalypse" ist in B-Movie, keine Frage. Um so
positiver überrascht es da, dass es an der Inszenierung kaum etwas
auszusetzen gibt. Der Look des Films wirkt keinesfalls günstig, sondern
absolut professionell. Die Kulisse eines abgelegenen Farmhauses nutzen
Regisseur Paul und Kameramann Thomas L. Callaway als Möglichkeit, um
möglichst viele tolle Landschaftsaufnahmen einzubringen. Saftige, endlos
grüne Wiesen und tolle Bergpanoramen, hier macht die Optik definitiv
einiges aus, so dass sich das Geschehen glücklicherweise nicht nur im
Inneren von Ben's Farm abspielt.
Die Handlung des Films fokussiert sich nicht nur auf die Albträume Sam's
und diverse, beunruhigende Ereignisse in und außerhalb der Farm, sondern
legt viel Wert auf die Charaktere. Man lernt die wichtigen Personen
ausreichend kennen, so dass man auch in der Lage ist, einen Bezug zu ihnen
aufzustellen. Über weite Strecken offenbart sich "Die Reiter der
Apokalypse" als kammerspielartig geprägtes Mysterydrama, in dem uns
Ben als der Teufel persönlich vorgestellt wird. Wenn er jemanden dazu
bringt, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis zu verzehren, so entfesselt dies
die Macht der vier Reiter der Apokalypse, die daraufhin Gottes Schöpfung
restlos zerstören. Dies ist aber lediglich der Ausgangspunkt, der im
Showdown aufgegriffen wird, zuvor konzentriert sich der Streifen auf den
leisen, mentalen Kampf zwischen Ben und Sam. Ersterer gibt sich stets
freundlich und zuvorkommend, doch hinter seiner Fassade lauert das Böse,
das nur vom Jungen erkannt wird. Dieser stößt bei seinem Vater auf
Unverständnis und Ungläubigkeit und muss sich der nahenden Bedrohung somit
alleine stellen.
"Die Reiter der Apokalypse" greift einige biblische Themen auf.
Der ewige Kampf zwischen Gut und Böse, der Baum der Erkenntnis, die
Versuchung des Menschen durch den Teufel, der Zweifel an Gott und dessen
Menschenliebe, all das wird hier in die Handlung des psychologischen
Konflikts zwischen Sam und Ben gesponnen. Der Kampf um Zukunft und
Fortbestand der Menschheit wird hier nicht auf dem Schlachtfeld, sondern
taktisch in Worten ausgetragen, deshalb dürfte sich "Die Reiter der
Apokalypse" vielen, die nur auf Action und Horror hoffen, nicht
erschließen. Um ein nach Schauwerten lechzendes Publikum nicht gänzlich zu
vergraulen, bringt Don Michael Paul dann und wann durchaus den ein oder
anderen Mord ein oder lässt in Sam's Albträumen finstere Horrorszenarien
entstehen, doch die eigentliche Spannung geht zu jedem Zeitpunkt von den
ruhigen Momenten aus.
Die Schauspieler wissen ausnahmslos zu gefallen. Der Regisseur konnte einige
namenhafte B-Movie Akteure zusammentrommeln, allen voran natürlich Lance
Henriksen. Der aus unzähligen Genre-Streifen bekannte Schauspieler wirkt
zwar mittlerweile deutlich gealtert, hat aber nichts von seiner Ausstrahlung
verloren. Somit ist er auch außerordentlich passend für die Rolle des
ebenso sympathischen wie diabolischen Farmers. Der ebenfalls gestandene
B-Veteran Brian Wimmer erledigt seinen Job als Vater des weiteren glaubhaft,
auch wenn er mit seinem markanten Gesichtszügen und dem Chuck Norris - Bart
jederzeit den Eindruck macht, als könne er jeden Moment zur M16 greifen.
Adam Taylor Gordon macht seine Sache als altraumgeplagter Sohn letztendlich
auch ganz gut, auch wenn es Kinderdarsteller von Natur aus nicht leicht
haben. Die meiste Zeit über bleibt Gordon aber glaubhaft und überzeugend.
"Die Reiter der Apokalypse" wird es in einer Zeit, in der die
härtesten Filme den größten Absatz finden, schwer haben. Hier trägt noch
die Geschichte den Erzählfluss, blutige Effekte sind Mangelware. Ein
aufgeschlossenes Horrorpublikum darf sich diesen Streifen aber durchaus
notieren, denn sofern man sich von Dialogen nicht schnell langweilen lässt,
bekommt man hier ein verzwicktes, kammerspielartiges Mysteryfilmchen
geliefert, das eine einmalige Sichtung durchaus rechtfertigt. Kein
Meisterwerk und keine absolute Empfehlung, aber eine willkommene Abwechslung
zu den sonstigen, stumpfen Gewaltorgien im Horror-Genre. |