|
Wir befinden uns in der Zukunft, genauer
gesagt im Jahre 1990. New York ist nicht mehr was es einst wahr, denn es hat
ihren Vorort, die Bronx, an kriminelle Banden verloren. Die Polizei hat alle
Hände voll zu tun, die Abtrünnigen in der Bronx zu kontrollieren, denn
keiner möchte die mordenden Truppen außerhalb ihrer Territoriums haben.
Untereinander gibt es zahlreiche Kämpfe zwischen den Banden und der Tod
steht an der Tagesordnung.
Eines Tages verirrt sich ein junges Mädchen in den Bereich einer Gang, die
als ihr Outfit Hockeykleidung gewählt haben. Die Bandenmitglieder sind
gerade dabei, den weiblichen Eindringling fertig zu machen, als die Riffs
auftauchen. Die Riffs sind eine Motorradgang unter der Führung des jungen,
aber äußerst brutalen Trash. Trash und seine Jungs können das Mädchen
befreien und nehmen es mit in ihren Bereich. Dort verliebt sich die junge
Frau auch gleich in den hübschen Trash und erzählt ihm, warum sie in diese
Gegend geflohen ist.
Sie ist die Erbin einer riesigen Firma in Manhattan und an ihrem 18.
Geburtstag soll, oder vielmehr muss, sie ihr Erbe antreten. Einfluss wird
sie dann nicht haben und muss als Galionsfigur für die Machenschaften des
Vorstandes herhalten. Aus diesem Grund ist der Vorstand natürlich auch
daran interessiert, dass die junge Frau an ihrem 18. Geburtstag wieder zu
hause ist und nicht irgendwo in der Bronx rumlungert, wo eine Gefahr die
andere jagt. Deswegen wird ein Sonderkommando in den Vorort geschickt, um
die junge Frau dort hinaus zu holen. Allerdings stellen die verschiedenen
Gangs fast unüberwindbare Hürden dar. Und nicht zuletzt die Riffs geben
ihr letztes, da Trash langsam aber sicher an dem Mädchen Interesse findet.
Doch neben dem Terror der Polizei, gibt es noch Bandenverstrickungen, die
sogar zu Folge haben, dass die junge Unternehmerin entführt wird ... |
|
Ich liebe diese alten italienischen Filme, die
es in den 80er Jahren wie keine anderen verstanden haben, mit den geringsten
finanziellen Mitteln eine sagenhafte Atmosphäre zu schaffen. „The Riffs
– Die Gewalt sind wir“ ist kein Horrorfilm im herkömmlichen Sinn,
sondern ehr ein „Endzeitactionfilm“ mit schrägen Einlagen. Das
besonders Schräge an diesem Streifen sind die verschiedenen Gangs, die alle
irgendein Motto haben, dass meist soweit hergeholt ist, dass die ganze Story
mehr als kitschig wirken lässt. Die Riffs sind Rocker, was ja noch relativ
normal ist, allerdings trifft man im Laufe des Films auf kriminelle Gruppen,
die als Schläger, als Tänzer, als Höhlenmenschen oder als Hockeyspieler
auftreten, wobei die Tänzer zum Kaputtlachen sind. Es geht elegant: Hüpf,
hüpf... eins, zwei, drei und dann gibt es einem mit dem Tanzstock über den
Schädel....
Atmosphärisch ist der Film aber, wie bereits erwähnt, einwandfrei. Es
herrscht eine bedrückende Stimmung, da die Situation in der Bronx extrem
aussichtslos ist. Prügeleien und Morde stehen an der Tagesordnung und das
vor den Augen des World Trade Center mit seinen Zwillingstürmen. Gedreht
wurde nämlich wirklich in New York und ich vermute mal das die Reisekosten
der größte Kostenfaktor für die Filmcrew war, ohne das jetzt ins Negative
zu ziehen. Die Schauspieler haben auf jeden Fall nicht Unsummen für ihre
Darbietungen verlangt und dementsprechend präsentieren sie sich auch vor
der Kamera. Ich möchte nicht sagen das sie es sonderlich schlecht machen,
ein Augenschmaus sind sie allerdings nicht.
Die deutsche Videoversion von UFA ist leider geschnitten, es soll aber eine
von Astro geben, die uncut ist. Mir ist sie persönlich noch nicht in die
Finger gekommen, aber bei der Masse an Filmen, die Astro neu aufgelegt hat,
ist die Chance groß, dass sie wirklich existiert. Die enthaltenen
Spezialeffekte sind recht gut gelungen und ich muss ehrlich zugeben, dass es
mir nicht direkt aufgefallen ist, dass aus dem Streifen etwas
herausgeschnitten wurde. Allerdings kennen die Fans der Szene die
Schnitttechnik der Volksbeschützer und es wäre nicht das erste Mal, dass
ein Film von harmlosen Dialogen oder sonstigem befreit wurde...
Alles in allem ist „The Riffs – Die Gewalt sind wir“ ein ganz guter
Film, der allerdings alles andere als glaubwürdig ist. Bei einem
Endzeitfilm ist dies zwar nicht unbedingt von Nöten, doch einige Szenen,
vor allem die mit der Tänzergang, sind in meinen Augen nur unnötiges
Beiwerk. Allerdings kann es auch sein, dass ich die Bedeutung der
verschiedenen Gruppen nicht verstanden habe und somit einiges vom Film nicht
mitbekommen habe ...
Besonders zu erwähnen wäre noch die fantastische Filmmusik, die ein
herrlicher Mix aus 80er Jahre Synthesizer und „Goblin“ ist. „Goblin“
wurde ja durch einige Filmmusiken bekannt, unter anderem musizierten sie
für „Zombie – Dawn of the dead“, „Die Hölle der lebenden Toten“,
„Sado – Stoss das Tor zur Hölle auf“ und viele andere. Insgesamt ein
sehr empfehlenswerter Film, für Genreliebhaber und Fans der alten
Italo-Streifen. |