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Im Jahre 1851 kommt es im Umkreis eines
kleinen spanischen Dorfes immer wieder zu Leichenfunden, die Opfer sind
stets aufs Übelste zugerichtet und zerfetzt. Die Bevölkerung geht zuerst
von Wolfsangriffen aus, doch nach einigen Obduktionen drängt sich eine
neue, grausige Vermutung auf. Die Verletzungen, die den Opfern beigebracht
wurden zeugen oftmals von einer akribischen Genauigkeit, was den Verdacht
entstehen lässt, dass ein Mensch für die schrecklichen Bluttaten
verantwortlich sein könnte.
Zur selben Zeit stellen Manuel Romasanta (Julian Sands) und seine derzeitige
Geliebte Maria (Maru Valdivielso) Überlegungen an, aus der Gegend
fortzuziehen, da es längst nicht mehr sicher ist. Die Beiden wohnen
zusammen mit Marias Schwester Barbara (Elsa Pataky) in einem Haus, was mit
der Zeit auch eifersüchtige Verstrickungen mit sich führt. Als Maria
befürchtet, dass Manuel sie betrügen könnte, zieht er mit ihm
schnellstmöglich weg und lässt Barbara alleine zurück. Ein großer
Fehler, denn kurz darauf tötet Manuel Maria, sowie ihre Tochter. Allem
Anschein nach ist er derjenige, dem in der vergangenen Zeit zahlreiche
Menschen zum Opfer gefallen sind. Auch Barbara ist nun in Gefahr, doch sie
ahnt nicht, dass Manuel ein noch wesentlich düstereres Geheimnis hat... |
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Wer
sich von "Romasanta" derartige Unterhaltung wie von
"Dagon" oder "Beyond Re-Animator" erhofft, der dürfte
enttäuscht werden. Ja, selbst hinter "Arachnid" und
"Rottweiler" muss sich der Streifen von Francisco Plaza noch
anstellen, der hiermit aber immerhin noch einen passablen Beitrag zum
Programm von Fantastic Factory lieferte. Dennoch fällt schnell auf, dass
sich dieser Film nur bedingt mit den vorangegangenen fünf FF-Produktionen
vergleichen lässt, die von derart bekannten Regisseuren wie Brian Yuzna,
Stuart Gordon oder Jack Sholder inszeniert wurde. So ist
"Romasanta" nämlich kein reinrassiger Horror- und schon gar kein
Splatterfilm, sondern vielmehr die Nacherzählung einer Reihe grausiger
Geschehnisse, die sich so wirklich zugetragen haben. 1850 wurde in Allariz,
Spanien, ein Mann aufgrund des Mordes an 13 Menschen verhaftet. Der Mörder,
Manuel Blanco Romasanta wurde allerdings nicht hingerichtet, da er der
Überzeugung war, ein Werwolf zu sein. Aufgrund dessen ließ man Gnade
walten und gab Romasanta lediglich eine lebenslange Haftstrafe. Unter
mysteriösen Umständen verstarb der scheinbar geistig verwirrte Mann kurz
darauf in seiner Zelle.
Diese Geschehnisse eignen sich sicherlich recht gut, um in einem Film
Verarbeitung zu finden, doch was Francisco Plaza letzten Endes daraus
machte, macht einen etwas unausgeglichenen Eindruck. Es wird nie so recht
klar, ob der Gute hiermit einen althergebrachten Serienkillerfilm mit
Horror-Einschlägen inszenieren wollte, oder eher eine Wiedergabe der
tatsächlichen Vorgänge. Egal, welche Seite man nun genauer betrachtet,
"Romasanta" gelingt es leider in keiner Hinsicht, gänzlich zu
überzeugen.
Als erstes macht das Werk den Eindruck einer "Pakt der Wölfe"
Kopie mit wesentlich verstrickteren Story, doch das Geheimnis um den schwer
verständlichen Plot ist schnell geklärt. Einzig und allein liegt dies
daran, dass Francisco Plaza einfach nicht in der Lage ist, Charaktere
verständlich einzuführen. So werden wir plötzlich mit neuen Personen
konfrontiert, haben allerdings keine Ahnung, um wen es sich handelt. Das
Wissen scheint Plaza allerdings als gegeben vorauszusehen, denn blitzschnell
erzählt er seinen Plot weiter und stiftet dadurch noch mehr Verwirrung. Ich
bin irgendwann sogar an einem Punkt angelangt, an dem mir der Film auf die
Nerven zu gehen begann, weil einfach viel zu wenig erklärt wurde. Das darf
einem Regisseur nicht passieren, wenn er sein Publikum bei Laune halten
will, denn so wandelt sich Interesse schnell in Langeweile.
An der Aufmachung gibt es allerdings nichts zu beklagen.
"Romasanta" ist stilsicher in Szene gesetzt, nutzt sein Budget
voll aus und ist beinahe kaum noch als B-Movie zu identifizieren. Die
ländlichen Beschaffenheiten eines kleinen spanischen Dorfes sind wundervoll
eingefangen. Große Wälder, bezaubernde Wasserfälle, das alles macht einen
romantisch-düsteren, bezaubernd fantastischen Eindruck. Alles wirkt einer
vergangenen Zeit entnommen und man hat wirklich das Gefühl, um 150 Jahre in
die Zeit zurückversetzt zu werden. Auch die Kostüme wirken allesamt
passend, hier also ein großes Lob an Francisco Plaza und seine Crew.
Was bei mir missfallen ausgelöst hat, und was bereits angesprochen wurde,
ist die ungenaue Zielfixierung des Ganzen. Während "Romasanta" in
manchen Szenen eindeutige Horrortendenzen hat und sogar mit einer
(unglaublich genial gemachten) Verwandlung in einen Werwolf aufwarten kann,
stellt sich das Ganze schnell als Kriminalgeschichte heraus. Es ist ein
stetiges Wechselspiel. Erst noch ein sehr intensiver und spannender
Horrorthriller, wandelt sich "Romasanta" plötzlich wieder zum
typischen Serienkillerfilm, in dem Jagd auf den Täter gemacht wird. Ich
wusste einfach nicht so recht, was ich denn nun davon halten soll, es will
sich kein volles Gesamtbild ergeben.
Die FSK 16 kann einen schon überraschen, denn hin und wieder geht es schon
überaus derb zu. Blutig gemordet wird dabei nur selten, obwohl ich noch gut
die Szene im Kopf habe, in der ein Mann seiner eigenen, noch lebenden Frau
die Gedärme aus dem Bauch frisst, es sind mehr die Leichenfunde, die hier
überaus explizit gezeigt werden. Die Verstümmelungen und Verwesungen der
Opfer sehen dabei meist sehr realitätsgetreu aus, deshalb ist
"Romasanta" nicht unbedingt für zart besaitete Gemüter geeignet.
Die Schauspieler können alle überzeugen. Julian Sands spielt den Manuel
Romasanta sehr zweigespalten, auf der einen Seite ist er der gutaussehende
Charmeur, auf der anderen der eiskalte Killer. Gerade sein gezielter Einsatz
von passender Mimik ist dafür verantwortlich, dass Sands super in diese
Rolle passt.
Auch Elsa Pataky erledigt den Part der Barbara zufriedenstellend, auch wenn
sie einem nicht lange in Erinnerung bleibt und gegenüber Julian Sands etwas
verblasst. Alles in allem lässt sich aber schon zusammenfassend sagen, dass
"Romasanta" mit talentierten Schauspielern besetzt wurde.
"Romasanta" weiß nicht so recht, ob er eine Nacherzählung der
Geschehnisse um Manuel Blanco Romasanta, oder doch ein Horrorfilm sein will.
In der Mischung will sich kein überragendes Gesamtbild ergeben, hinzu
kommt, dass die im Grunde genommen einfache Story oftmals Verwirrung stiftet
und unklar erzählt wird. Schlecht ist "Romasanta" dennoch nicht,
es ist ein stilsicherer Film, der einen zurück in eine andere Zeit versetzt
und den man sich ruhig einmal ansehen kann, sofern man einen robusten Magen
mitbringt. |