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Die
junge Lehrerin Amy (Christine Taylor) leidet an einer Krankenhausphobie.
Immer wieder hat sie den Traum, dass sie auf einem OP Tisch liegt und bei
vollem Bewusstsein operiert wird. Als sie wieder einmal schweißgebadet aus
einem Albtraum erwacht, findet sie schnell darauf Ablenkung durch ihren
Freund Nick (Shane Brolly), mit dem Amy schon seit 4 Jahren zusammen ist und
der ihr nun endlich einen Heiratsantrag macht. Leider hat Amy keine Zeit zu
antworten, da sie zur Arbeit muss, doch Nick entschließt sich, sie zu
fahren. Ein folgenschwerer Fehler, denn auf der Fahrt kommt es zu einem
Autounfall. Der wahre Albtraum beginnt, als der angeforderte Krankenwagen
auftaucht und Nick mitnimmt, da dieser sich ein Bein gebrochen hat.
Nicht nur, dass die Fahrer des Krankenwagens nicht preisgeben wollen, in
welches Krankenhaus sie Nick bringen, weitaus seltsamer ist, dass er trotz
ausgiebiger Suche von Seiten Amy's wie vom Erdboden verschwunden zu sein
scheint. Hinzu kommt, dass Amy plötzlich von fürchterlichen, dämonischen
Visionen heimgesucht wird. Kurz darauf lernt sie Lucas (Jerry O'Connell)
kennen, der ebenfalls am Unfall beteiligt war und dessen Mitfahrerin, genau
wie Nick, spurlos verschwunden ist. Gemeinsam machen sich Amy und Lucas auf
die Suche nach des Rätsels Lösung. Dabei wird die junge Lehrerin mit einem
dunklen Kapitel aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, das mit den aktuellen
Ereignissen irgendwie in Verbindung zu stehen scheint... |
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"Room
6" ist ein Film, von dem ich noch nie etwas gehört hatte, bis er mich
irgendwann aus einem Videotheken-Regal förmlich ansprang. Dabei waren es
aber weder die überwältigend bekannten Namen, die an der Produktion
beteiligt waren, noch ein übermäßig schickes Cover, dass mich dazu
bewegte, "Room 6" auszuleihen. Es war vielmehr die Tatsache, dass
ich die meisten anderen Neuerscheinungen des Genres schon kenne. So bewegten
sich meine Erwartungen wohl eher in tiefer gelegten Ebenen, was aber genau
der Grund sein dürfte, dass mich "Room 6" am Ende doch noch
zufrieden stellen konnte. Was einem hier vorliegt ist keinesfalls ein
Horror-Highlight, sondern ein vielmehr durchschnittliches Filmchen, das aber
dank einiger positiver Aspekte noch immer über so manch anderes B-Movie
hinausragen kann.
Wie vielleicht der Filmtitel schon leicht erahnen lässt, handelt es sich
hierbei um ein Werk, das auf althergebrachten, mysteriösen Horror ohne viel
Blut setzt, was es aber keinesfalls schlecht macht. Regisseur Michael Hurst,
der sich auch für "House of the Dead 2: Dead Aim" verantwortlich
zeichnet und schon das Drehbuch für derartige Meisterwerke wie
"Mosquito Man" und "The Baby Juice Express" schrieb, ist
dabei zu gute zu halten, dass er definitiv weiß, wie man eine Geschichte
interessant erzählt. Alles beginnt anfangs vielversprechend mit einem
wahrhaften Horrorszenario, nämlich einer Operation, bei der der Patient bei
vollem Bewusstsein ist. Nachdem schnell klar wird, dass es sich dabei nur um
einen Albtraum der Hauptdarstellerin handelt, verliert man allerdings auch
nicht das Interesse am Film, da diese ständig wiederkehrenden Albträume
schon bald in den Alltag der Protagonistin übergehen. Nach dem Unfall und
dem Verschwinden ihres Freundes werden die Grenzen von Realität und
Wahnvorstellung plötzlich sehr verschwommen. Passanten und andere, harmlose
Personen erhalten von einer Sekunde zur anderen Teufelsfratzen und bedrohen
Amy, alles scheint mehr und mehr ins Abstrakte, Unwirkliche abzugleiten.
Bis zur schlussendlichen Auflösung des Films hat man lange Zeit, sich über
das Geschehen den Kopf zu zerbrechen und sich auch selbst die Frage zu
stellen, was denn des Rätsels Lösung sein könnte. Hinweise erhält man
dabei einige, doch der Weg zum Ziel ist dennoch kaum vorauszusehen. Hierbei
wären wir auch schon an einem negativen Kritikpunkt angelangt: Der
Handlungsverlauf nimmt des Öfteren leicht verwirrende Züge an, es kommt
nicht selten vor, dass man aus dem, was da geschieht, nicht so recht schlau
wird. Nach der Auflösung des Geheimnisses und dem großen Finale lässt
sich vieles zusammenreimen, doch einige Fragen bleiben dennoch offen. Und
auch, wenn ich nicht zu viel Spoilern möchte, muss ich doch sagen, dass
auch das Ende des Films Grund zur Ärgernis ist. Bis zu einem gewissen
Zeitpunkt ist "Room 6" überraschend spannend und albtraumhaft,
nur um dann am Ende der Lächerlichkeit Platz zu machen und den Streifen ins
Sentimentale und in den Kitsch abrutschen zu lassen. Durch das Einbinden
eines Nebenplots um Amy's Vater, was einen tragischen Hintergrund hat,
verläuft sich das zuerst spannende Geschehen zuletzt in einem Finale, das
leider einen enttäuschenden Nachgeschmack hinterlässt und klar macht, das
dem Regisseur einfach sonst kein ordentliches Ende einfiel.
"Room 6" ist also nicht frei von Fehlern, aber im Großen und
Ganzen ist das, was einem hier geboten wird, noch immer gut konsumierbar.
Die Story um die Lehrerin, die ihren Freund sucht und dabei einen realen
Albtraum durchmachen muss langweilt nie, nicht zuletzt, weil man nur selten
vorausahnen kann, was als nächstes passiert. Ebenso war es ebenso
interessant, dass die Erlebnisse von Nick parallel weitererzählt werden. Er
landet in einem düsteren, unwirklichen Krankenhaus, in dem die wenigen
Patienten völlig verstört und verängstigt sind. Die allesamt aufreizenden
Schwester zapfen Nick und den anderen zudem viel zu viel Blut ab, doch was
es damit auf sich hat, wird erst später ansatzweise geklärt. Auch wenn
nach dem Finale einige Fragen offen bleiben, so sorgt das düstere
Krankenhaus zumindest für eine schön düstere, spannende Stimmung und
fügt sich somit gut in den Film ein.
In der Liste der Besetzung fand ich nur einen Namen, mit dem ich etwas
anfangen konnte und zwar Kane Hodder, den wir alle noch als Serienmörder
Jason Voorhees in Erinnerung haben. Seine Rolle beschränkt sich allerdings
nur auf einen Kurzauftritt, weshalb es dazu nicht all zu viel zu sagen gibt.
Schon wesentlich präsenter ist da Christine Taylor, die ihre Sache als
Hauptdarstellerin ausgesprochen zufriedenstellend macht. Sie mimt glaubhaft
die verängstigte junge Frau, die sich mit ihrer Krankenhausphobie, dem
Verschwinden ihres Freundes, sowie einem finsteren Erlebnis aus ihrer
Kindheit auseinandersetzen muss. Neben ihr gibt es allerdings keine weiteren
Höhepunkte zu verzeichnen. Die Darsteller spielen so, wie man es aus vielen
B-Movies kennt, nicht besser, aber auch nicht schlechter.
Wer nichts mit blutigen Reißern anfangen kann, sondern sich mehr mit
spannenden und rätselhaften Mysterythrillern anfreundet, der ist bei
"Room 6" richtig. Natürlich muss man im Hinterkopf behalten, dass
es sich dabei um ein eher günstiges B-Movie handelt, doch tauglicher als
viele seiner Genrekollegen ist der Streifen allemal. Bis zu einem gewissen
Zeitpunkt handelt es sich um einen recht spannenden Albtraum, der jedoch am
Ende in einer beinahe schon ärgerlichen Auflösung endet, die mich nicht
zufrieden stellen konnte. Schweißtreibenden Horror gibt es hierbei nur
selten zu sehen, doch für das gepflegte Schauderflair zwischendurch ist
"Room 6" zu empfehlen. |