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Japan im 17. Jahrhundert: Der Shogun Tokugawa
lässt den christlichen Glauben verbieten. Christen werden verfolgt,
ermordet. Die Regierungstruppen richten ein Blutbad an. Sie töten 37.000
Christen. Die abgetrennten Köpfe der Opfer werden auf Pfähle aufgespießt.
Der Christenführer Shiro Amakusa wendet sich daraufhin von Gott ab. Um
Rache zu üben geht einen Pakt mit dem Teufel ein. Als Dämon zieht er nun
durchs Land, verführt weitere Krieger zur dunklen Seite. Gemeinsam mit
ihnen will er den Shogun stürzen.
Der Samurai Jubei, ein exzellenter Schwertkämpfer, stellt sich ihm
entgegen. Als die Dämonen seinen Vater in ihren Bann ziehen, um Jubei
dadurch zu schwächen, beauftragt er einen Schwertmacher, ein spezielles
Schwert anzufertigen: Ein böses Schwert. Denn nur das Böse kann das Böse
besiegen... |
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Die Stimme macht die Stimmung aus...
Zwischen Poesie und Peinlichkeit liegt häufig nur ein schmaler Grat. Ein
schmaler Grat, der beim Film nicht selten von der Synchronisation gebildet
wird. "Samurai Reincarnation" wandert auf diesem Grat.
Es ist wirklich erstaunlich, wie stark die Synchronisation den
Gesamteindruck eines Films beeinflusst. In der deutschen Fassung sind einige
Synchronstimmen arg gewöhnungsbedürftig und passen einfach nicht zu den
jeweiligen Charakteren. Beispielsweise besitzt ausgerechnet der dämonische
Christenführer eine etwas knabenhafte Stimme, wodurch seine Monologe und
Beschwörungsformeln zu Beginn des Films eher lächerlich als unheimlich
wirken. Auch die Stimmen der übrigen Charaktere kommen in der
Originalversion wesentlich intensiver, kräftiger rüber, wirken dadurch
ernsthafter, glaubwürdiger.
Selbst, wenn die gesprochenen Worte und die Untertitel üblicherweise
identisch sind, haben die Dialoge dadurch unterschiedliche Aussagekraft. Je
nachdem, für welche Version sich der Zuschauer nun entscheidet, bekommt er
zwei unterschiedliche Filme geboten: In der deutschen Version einen
Fantasy-Klamauk mit Schwertkampf- und Horrorelementen. In der
Originalversion einen stimmungsvollen, düsteren Fantasy-Samurai-Film.
Letzterer bietet die wesentlich bessere Unterhaltung.
Der Film beginnt verheißungsvoll: "Ein Schwert kann Tausende von
Menschen gebären, es kann die Seelen der Toten ins Leben zurückbringen und
die Teufel aus der Hölle holen." kündigen japanische Buchstaben
(selbstverständlich deutsch untertitelt) das folgende Unheil an.
Kameraschwenk über ein Schlachtfeld, übersät mit Leichen. Tausende von
abgehackten teils halbierten Köpfen, aufgespießt auf lange Stäbe. Sie
ragen blutig in die Dämmerung. Eine stimmungsvolle Silhouette des Grauens,
wie sie sich einige Jahre später auch in Francis Ford Coppola' s
"Dracula" präsentiert. Ähnlich wie in "Dracula" ist
auch hier das große Christensterben angesagt. Und auch hier wendet sich der
bislang gläubige Christenführer zornig von seinem Gott ab, sucht Hilfe bei
finsteren Mächten, um Rache zu nehmen.
Wie bei vielen japanischen Schwertkampf- und Samuraifilmen haben die Story
und auch viele der Charaktere der Handlung einen historischen Hintergrund:
Die große Schlacht in der Region Shambara, die Christenverfolgung, die
Ermordung von 37.000 Christen, wahre Begebenheiten aus der japanischen
Geschichte.
Sonny Chiba ist der Held des Films. Mit Schwert und Augenklappe macht er
Jagd auf die Dämonen. Leider taucht er erst ab der zweiten Hälfte des
Films auf. Noch kürzer ist der Auftritt von Chibas JAC-Schüler Hiroyuki
Sanada: Er hat nur eine sehr kleine Rolle als einer der dämonischen
Krieger. Während sich Sanada so gut wie völlig aus dem Getümmel
zurückzieht, hat Sonny Chiba zumindest ein paar Kampfszenen. Er ist in
seinem Element und kämpft in den Elementen. Ob im Wasser, am Strand oder im
Feuer des niederbrennenden Tempels. Nun handelt es sich bei "Samurai
Reincarnation" um einen Schwertkampf-Film, man weiß auch, welche
Wunden ein Schwert einem Menschen zufügen kann, jedoch hält sich die
Gewaltdarstellung in Grenzen. Zwar werden so manche Köpfe gespalten, das
Ergebnis wird jedoch nur angedeutet.
"Samurai Reincarnation" besitzt wirklich sehr schöne Momente, wie
oben genannte Eingangssequenz: Der Shogun-Tempel vor glutrotem Himmel. Ein
getöteter Kriegsherr, erdrosselt mit den Haaren seiner Opfer, gebranntmarkt
mit einem Kreuz auf seiner Stirn. Ein dämonischer Lanzenkämpfer, wie ein
Vampir über einen nackten blutüberströmten Frauenkörper gebeugt. Die
stimmungsvollen Bilder ziehen sich durch den ganzen Film. Besonders gelungen
ist der Showdown zwischen Sonny Chiba und Oberdämon Kenji Sawada in dem
brennenden Palast Edos.
Passend zu den schönen Bildern, der Soundtrack: Dezent, ruhig. Oftmals ist
nur eine Flöte oder das Klappern von Hölzern zu hören.
"Samurai Reincarnation" ist zwar weit entfernt davon, als ein
Meisterwerk des Schwertkampffilms in die Filmgeschichte einzugehen. Freunden
japanischer Kampfkunst und Fantasy-Fans kommen jedoch gleichermaßen auf
ihre Kosten.
Fazit: Sonny Chiba gegen die Mächte der Finsternis. "Samurai
Reincarnation" ist unterhaltsames Fantasy-Schwertkampf-Kino, allerdings
nur in der Originalversion... |