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George Grieves (Tom Cavanagh) führt ein
Leben, wie es sich viele andere nur wünschen können und hat deshalb
eigentlich keinen Grund zur Klage. An seinem 40. Geburtstag beginnt er
jedoch langsam, zu zweifeln. Liebt ihn seine attraktive Frau Jenny (Kathleen
York) überhaupt noch? Wie wird es künftig weitergehen? Fürs Erste hat
George jedoch keine Gelegenheiten, sich über derartige Gedanken den Kopf zu
zerbrechen, da für den nächsten Tag eine Routine-Darmspiegelung auf dem
Programm steht. Dort angekommen, lernt er den iranischen Arzt Dr. Sharazi
(Cas Anvar), der den Eingriff vornimmt, sowie die bezaubernde
Krankenschwester Zoe (Katherine Cunningham-Eves) kennen und wird kurz darauf
schon für die Koloskopie vorbereitet...
Als George nach dem Eingriff wieder aus der Narkose erwacht, scheint sich
irgend etwas verändert zu haben. Die Ärzte verhalten sich allesamt
äußerst seltsam, und auf auf seinem Bauch findet sich ein genähter
Einschnitt. Was ist passiert? Hat man versehentlich die Krankenakte
vertauscht und an George den falschen Eingriff vorgenommen? Dem völlig
verwirrten Mann fällt es fortan schwer, zwischen Realität und Vorstellung
zu unterscheiden, immer wieder setzen Halluzinationen ein. Im Krankenhaus
scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen, denn nachdem Georges
Zimmernachbar ihn noch warnt, wird er kurz darauf brutal von dem schwarzen
Pfleger Mandingo (Lawrence Hilton-Jacobs) umgebracht. In der folgenden Zeit
scheint alles aus den Fugen zu geraten. Jenny verbringt verdächtig viel
Zeit mit Dr. Sharazi und lässt sich kaum noch bei George blicken, während
die Wochen verstreichen und sich keiner um seinen immer schlechter werdenden
Zustand zu kümmern scheint. Als Georges Bein nach einer gefährlichen
Infektion amputiert werden muss und er von dem Pfleger Mandingo immer wieder
gequält wird, fasst er den Entschluss zur Flucht... |
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Als Warner vor etwa einem Jahr die
Horrorfilmschmiede Raw Feed ins Leben rief und kurz darauf mit "Rest
Stop" einen annehmbaren, wenn auch nicht gerade seiner Konkurrenz
überlegenen Terrorstreifen auf den Markt brachte, schien die Strategie
Warner's für alle Horrorfans schnell ersichtlich. Scheinbar wollte man mit
Raw Feed auf den aktuellen Trend aufspringen und dem Publikum das bieten,
was damals in Mode war. So konnte man mit "Rest Stop" viele gute
Kritiken für sich verbuchen, auch wenn wohl niemand behaupten würde, dass
damit ein herausragender Genrefilm geschaffen wurde. Jetzt allerdings steht
Raw Feed's neue Produktion in den Startlöchern und diese dürfte bei den
Genreanhängern sicherlich für viel Überraschung sorgen. Ging man mit
"Rest Stop" noch auf Nummer sicher und setzte auf Altbewährtes,
ist "Sublime" nun vielmehr ein Experiment, das an Streifen wie
"Jacob's Ladder" und "Room 6" anknüpft. Mit
"Sublime" dürfte sich Raw Feed auf jeden Fall den erhofften
Respekt ernten, allerdings muss auch die Frage aufwerfen, ob man sich
hiermit vielleicht nicht zu weit aus dem Fenster lehnte, denn einfach machen
es einem die Produzenten hier definitiv nicht.
Bei "Rest Stop" war es noch genau der anspruchslose aber spannende
Plot und die altbekannte Ausgangssituation, die dafür sorgte, dass man zwar
keinen neuen, aber auf jeden Fall einen gut funktionierenden Streifen vor
sich hatte. Scheinbar wollte man sich bei Raw Feed von den Gerüchten
entfernen, nichts Kreatives auf die Beine stellen zu können, so entstand
dann auch "Sublime", der die Reihen der Horrorfilmfans in zwei
Lager spalten wird. Die einen werden ihn mögen, die anderen werden
enttäuscht sein, dass einem hier keine leichte Horror-Unterhaltung serviert
wird. Regie führte bei alledem Tony Krantz, der schon "Rest Stop"
und viele andere Filme und Serien produzierte, für "Sublime" aber
erstmals selbst als Regisseur tätig wurde. Für das Projekt standen ihm
etwa 1,5 Millionen Dollar zur Verfügung.
Sicherlich ist "Sublime" bei Weitem mutiger und einfallsreicher
als der siebenundneunzigste "Hostel" Aufguss, aber ganz so neu ist
die Thematik dann doch nicht, denn wie bereits erwähnt, bediente sich
Drehbuchautor Erik Jendresen merklich bei "Jacob's Ladder" und
"Room 6", auch wenn es vermessen wäre, das Resultat
"Sublime" deshalb als Plagiat abzustempeln, denn ausreichend
eigene Ideen werden auch hier verarbeitet. Der Plot klingt dabei so einfach
wie effizient: Ein Mann, der gerade seinen 40. Geburtstag hinter sich
gelassen hat, begibt sich für eine Routine-Untersuchung ins Krankenhaus, wo
jedoch einiges nicht mit rechten Dingen vorgeht und er sich im Folgenden
immer mehr von der Realität entfremdet. So bodenständig und realitätsnah
die Handlung in den ersten Momenten des Streifens auch noch ist, umso mehr
hebt sich das Ganze gegen später in die nicht gerade leicht verdaulichen
Elemente eines Paranoiathrillers um menschliche Abgründe und innere
Ängste, in dem nichts so ist, wie es scheint.
Man muss sicherlich in der richtigen Stimmung sein, um einen Film wie
"Sublime" sehen zu können, denn anders als bei "Rest
Stop" wird einem hier keine leichte Unterhaltung geboten. Es gibt nur
wenige Sequenzen in dem Werk, die nicht mit elementaren Metaphern,
Andeutungen und Symbolismen versehen ist, das Undurchsichtige fügt sich nur
dann zu einem Ganzen, wenn man der Handlung bereitwillig folgt und sich auf
sie einlässt. Schnell wird klar, dass es in "Sublime" nicht nur
eine Realitätsebene gibt, vielmehr spielt sich der Film in einem Universum
der Furcht ab, in dem George's größte Ängste wahr werden. Jenny betrügt
ihn mit dem Chefarzt, seine Tochter wird lesbisch und sein Pfleger ist ein
schwarzer Sadist, ganz zu schweigen davon, dass bei der
Routine-Darmspiegelung etwas gehörig schief ging und George mit einer
unerklärlichen Wunde an seinem Bauch zu sich kommt.
Es ist schwer, auf "Sublime" einzugehen, ohne zu viel zu verraten,
doch soviel sei vorweggenommen: Die Handlung bietet in ihrem immer weiter
fortschreitenden Gang und der letztendlichen Auflösung das Potential zu
einem wirklich fesselnden Drama, das ein schwieriges Thema aufgreift.
Horrorfans, die nur auf Blut und Brutalitäten aus sind, sollten dieses Werk
deshalb auch umgehen, da wahnwitzige Visionen, statt blutgetränkte
Szenarien hier die Hauptrolle spielen. Zwar wird es in einer Szene gegen
Ende auch mal durchaus übel und sadistisch, doch Splatterfans, die sich
aufgrund der FSK 18 schon freudig die Hände reiben, dürfen dieses Werk
ruhigen Gewissens umgehen. Der Grund, wieso mir das Ganze jedoch weniger
zusagen konnte als erwartet war die stets fehlende Spannung.
"Sublime" lebt vom Unerklärlichen, von der Suspense, doch
gleichzeitig kommt das komplette Geschehen beinahe ohne Spannung aus. Ebenso
störend ist die Laufzeit von 108 Minuten, in der man sich durch so manch
langatmige Momente kämpfen muss. Im Gegenzug dazu können die Schauspieler
aber überzeugen. Thomas Cavanagh nimmt man die Rolle des George ab, genau
so wie allen anderen Akteuren ihre individuellen Charaktere. Vor allem
Lawrence Hilton-Jacobs als sadistischer Mandingo wird einem noch länger in
Erinnerung bleiben.
In seinen Grundzügen ist "Sublime" ein beachtenswerter Thriller,
der ein komplexes Thema aufgreift und dieses mit der menschlichen Angst
verbindet, um daraus einen gut durchdachten und sicherlich einmaligen Film
zu machen. Wer dabei allerdings auf einen üblichen Horrorfilm hofft, der
dürfte enttäuscht werden, da "Sublime" gerade das nicht bietet.
Genauso kommt die Spannung zu kurz, man erhält in den 108 Minuten des
öfteren den Eindruck, dass einige Szenen merklich in die Länge gezogen
wurden. Inwiefern es also mutig oder einfach nur überschätzt von Warner
war, mit ihrer zweiten Raw Feed Produktion auf anspruchsvolle Unterhaltung
und nicht auf gut verkaufbaren Horror zu setzen, wird jeder für sich selbst
beurteilen müssen. Die Meinungen teilen wird "Sublime" auf jeden
Fall. |