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Sebastian
Radtke hat sich durch seine Arbeiten einen Namen in der deutschen
Horror-Szene gemacht. Mit einigen Beiträgen, meist Kurzfilmen,
hat er sich in der Low-Budegt-Szene eingenistet und mit dem Film
„Psychotica“ sogar Erfolge feiern können. Im Jahre 2008
folgte dann der Film „Sadisticum“, der uns nun zur Ansicht
vorliegt.
„Sadisticum“ ist einer dieser Filme, die nicht viel erzählen.
Die Story ist problemlos in einem Satz wiederzugeben und hat dabei
das Problem, den Betrachter über eine gute Stunde unterhalten zu
müssen. Zum Glück nur eine Stunde. Denn das Material reich nicht
aus, um einen durch und durch unterhaltsamen Film zu drehen.
Was bei Betrachten auffällig ist, ist das Regisseur Radtke ein
Mann der Optik ist. Er erschafft viele Bilder die verstörend
wirken. Hat den Film schnell zusammengeschnitten und vermag es
seine eingefangenen Bilder zu verfremden. Da macht das Zugucken
spaß. Ohne Frage. Die Frage ist dann aber, wie lange man sich das
ohne viel Thematik antun kann. Klar, Radtke versucht sich an der
Darstellung eines kranken Mannes. Eines Wahnsinnigen. Es ist aber,
zumindest seitens des Schreibers, nicht klar zu erkennen, ob hier
tatsächlich die Portraitierung eines Sadisten oder Stumpfsinn auf
dem Programm steht. Dafür hat das Gezeigte, man muss es
wiederholen, viel zu wenig Inhalt. Folterszenen werden ganz klar
ausgeschlachtet, ohne das der Film aber überhart ist. Dennoch
wurde er bei der ersten Veröffentlichung in Deutschland
geschnitten. Das Label MUP hat das nun aber wieder gerade gerückt.
Und das ist auch gut so. Denn bei aller Kritik darf man nicht
vergessen, dass es sich um einen Amateur-Film handelt. Und dafür
gibt es echt gut Ansätze. Neben der Optik auf jeden Fall auch die
Akustik. Man kann sich das, was aus den Boxen strömt gut anhören.
Vor allem die Voice-over Stimme und die Industrial-Klänge.
Letztere verdeutlichen Situationen und unterstreichen die Atmosphäre.
Dies ist auch ein Pluspunkt. Im Gegensatz zur kaum vorhandenen
Spannung weiß die Stimmung zu überzeugen. Sie ist größtenteils
schön horrormäßig.
Die Darsteller kann, muss man aber nicht zwingend ansprechen. Es
gibt im Film glücklicherweise niemanden, der richtig aus der
Rolle fällt. So richtig gut spielt aber auch keiner.
Hauptdarsteller Christian Wewerka ist die positivste Erscheinung.
Auf dem Cover der DVD wird „Underground Rapper Taktloss“
angepriesen. Wer den Burschen vorher nicht kennt, wird ihn nachher
allerdings auch nicht kennen.
„Sadisticum“
ist ein Amateurfilm im guten Look. Mit einigen Schwächen und
optischen sowie akustischen Stärken. Ohne eine richtige Story,
ohne intensive Charakterisierung des Protagonisten und ohne Tiefe
kommt er über einen Mittelklasse-Underground-Film nicht hinaus.
Aber Freunde des etwas anderen Kinos dürfen ruhig mal einen Blick
wagen. |