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Jigsaw (Tobin Bell) konnte der Polizei
entkommen und ist mit seiner Schülerin Amanda (Shawnee Smith)
untergetaucht. Allerdings macht ihm seine Erkrankung mehr und mehr zu
schaffen, der brillante Serienkiller ist ans Bett gefesselt und hat merklich
nicht mehr lange zu leben. Hier kommt die Ärztin Dr. Lynn Denlon (Bahar
Soomekh) ins Spiel, die von Amanda entführt wird, damit sie Jigsaw so lange
wie möglich am Leben erhält. Natürlich wird die verheiratete Ärztin, in
deren Ehe es zur Zeit alles andere als gut läuft, nicht vor die Wahl
gestellt: Durch eine Apparatur um ihren Hals, die mit dem Herzmesser Jigsaws
verbunden ist, wird auch sie einen äußerst brutalen Tod finden, sollte
Jigsaw sterben.
Derweil ist noch ein anderes, von Amanda und Jigsaw sorgfältig geplantes
Spiel im Gange. Jeff, (Angus Macfadyen), ein Mann mittleren Alters, der vor
einigen Jahren mit dem Tod seines Sohnes seinen Lebenswillen verloren hat,
bekommt die Chance, sich für dessen Verlust zu rächen. Die anderen
Spielfiguren sind allesamt Schlüsselpersonen, die einst am Tod von Jeffs
Sohn beteiligt waren und nun nur durch seine Vergebung einem grausigen
Schicksal entgehen können. Was jedoch keiner der involvierten Personen
ahnt, ist dass das Mastermind Jigsaw noch ein weitaus größeres Ass im
Ärmel hat... |
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Als hätten wir es nicht alle kommen sehen:
Nachdem sich "Saw" 2004 als echter Kassenschlager und
Publikumsmagnet herausstellte, wurde die Entscheidung, einen zweiten Teil zu
drehen, nicht lange hinausgezögert und schon ein Jahr später kamen die
Zuschauer weltweit wieder in den perversen Genuss sadistischer
Folterspielchen. Erneut konnte man über die Einnahmen nicht klagen und zur
"Überraschung" aller wurde erneut ein Sequel angekündigt, das
genau ein Jahr darauf erscheinen sollte. Und, genau wie dies bei dem zweiten
Teil der Fall war, wurde auch "Saw 3" als weitere Steigerung und
somit der härteste Teil der Reihe angekündigt. Nun, dieses Versprechen zu
erfüllen ist dem Team um Darren Lynn Bousman zwar eindrucksvoll gelungen,
was aber nichts daran ändert, dass wir es bei "Saw 3" mit dem
bislang schwächsten Part der Trilogie zu tun haben. Man darf gespannt sein,
was einen in der Zukunft erwartet, schließlich ist "Saw 4" für
Halloween 2007 angekündigt, weitere Sequel sind in Planung.
Im Moment muss man sich darüber allerdings noch nicht den Kopf zerbrechen,
jetzt steht erst einmal "Saw 3" ins Haus, der deutschlandweit am
1. Februar des nächsten Jahres anlaufen soll. Und, soviel sei prophezeit,
den Machern ist auch hiermit wieder ein profitables Geschäft geglückt, das
nicht nur in den USA gute Einspielergebnisse verbuchen konnte, sondern auch
in Europa einen Siegeszug feiern wird. Kein Wunder, ist "Saw 3"
doch einer der blutigsten Hollywood-Streifen, die dieses Jahr inszeniert
wurden. Alleine diese Tatsache wird ihm zusätzlich zu den ohnehin schon
zahlreichen "Saw" Fans noch einmal zusätzliches Publikum
einbringen. Und mal ehrlich, den meisten Kinogängern dürfte es so ziemlich
egal sein, dass "Saw 3" gegenüber seinen Vorgängern nachgelassen
hat, weil eben der Gore-Faktor stimmt, da darf man Darren Lynn Bousman eine
wohl durchdachte Taktik zugestehen.
Der gesamte Inhalt des Films unterliegt dem Prinzip der Steigerung. Noch
spannender, noch blutiger und noch überraschungsreicher sollte der dritte
Teil sein und um dies umzusetzen wurden 12 Millionen Dollar investiert,
während der erste damals kaum mehr als 1 Million an Produktionsbudget
verschlang. So tun sich im direkten Vergleich der jeweiligen Inszenierung
natürlich große Unterschiede auf. War man einst noch darauf besonnen,
neben Blut ebenso auf Story und Charaktere zu achten, ist es nun das Tempo,
das im Vordergrund steht. Gleich zu Anfang gibt es nacheinander drei
äußerst unschmackhafte Szenen zu sehen, die schon ganz deutlich klar
machen, dass "Saw 3" sich nicht hinter Filmen wie "The Hills
Have Eyes" oder anderen blutigen Krachern verstecken muss.
Das Problem an "Saw 3", doch das ist im Horrorgenre oft der Fall,
und machte schon Freddy Krüger vom bösen Albtraumkiller zum komischen
Sprüchereißer, ist die Sache mit dem Kult. Langsam aber sicher sind die
Fallen Jigsaw's und auch er selbst nicht mehr erschreckend, ja, man sieht
sich den Film sogar nur noch aus diesen Gründen an. Werden die Opfer in
"Saw 3" noch mehr leiden als die des Vorgängers, die damals in
Spritzengruben springen mussten oder sich in Öfen braten ließen? Ganz
eindeutig: Ja. Wird werden nicht nur dabei Zeuge, wie ein bemitleidenswerter
Kerl zahlreiche Stahlhaken aus seinem Leib reißen muss, um dem
Detonationsradius einer Bombe zu entkommen, ein anderer wird sogar in
Schweinegedärmen ertränkt. Dies ist natürlich noch längst nicht alles,
man hat sich beim Gore wirklich nicht lumpen lassen, doch es bleibt die
Frage bestehen, wie man dies in einem vierten Teil noch toppen möchte? Das
Highlight von "Saw 3" ist gar eine Gehirnoperation mit Bohrer und
Kreissäge, bei der dem Zuschauer zahlreiche Einblicke in das Öffnen eines
menschlichen Schädels gewährt werden. Selten zuvor war Mainstram-Horror
ekelerregender.
Was man bemängeln könnte wäre die Tatsache, dass "Saw 3"
hinsichtlich der Story nicht viel neues erzählen kann, sondern sich
weitgehend mit Rückblicken auf bereits vergangenes über Wasser hält. So
erfahren wir mehr über den Menschen Jigsaw, der mittlerweile nur noch von
seiner Krankheit gezeichnet im Bett liegt und kaum noch etwas bedrohliches
an sich hat. Dennoch ist ihm immer noch anzusehen, dass er es ist, der stets
die Fäden in der Hand hat. Auch erfahren wir, was weiter mit Eric Matthews
geschah oder wie aus Amanda die treue Schülerin Jigsaws wurde.
"Saw" hat seine spannenden Momente, doch diese sind nur dann
gegeben, wenn es mal wieder einen Blutregen zu sehen gibt. Ist dies mal
nicht der Fall, dann beschäftigt sich das Geschehen um den bettlägerigen
Jigsaw, sowie Lynn und Amanda. Langweilig ist auch das nicht, doch es wäre
wünschenswert gewesen, wenn auch die Handlungsszenen ein bisschen von dem
Tempo der Goreszenen abbekommen hätten. An der sonstigen Inszenierung des
Films lässt sich allerdings keinerlei bemängeln. Die Optik ist wieder
einmal überaus modern, sehr schnell und rasant geschnitten und damit genau
auf die heutige Generation der Horrorfans angepasst. Untermalt wird
"Saw 3" zudem von passenden Klängen, manchmal brachial, zumeist
aber einfach hintergründig und spannungsfördernd.
Ich kann es nur noch einmal erwähnen, das hierbei größte Problem ist
einfach, dass man das "Saw" Prinzip kennt und nicht einmal mehr
vom überraschenden Ende umgehauen wird. Während mir der Schlusstwist bei
"Saw" damals eine Gänsehaut nach der anderen bescherte, wirkt es
hier einfach nur konstruiert und absehbar, auch wenn man den Machern einiges
an Einfallsreichtum zugestehen muss. Auch bringt "Saw 3" insofern
einen neuen Aspekt mit ein, als dass einige der Folterszenen nicht von den
Opfern überlebt werden können. Es liegt an Jeff, den Menschen ihr Leben zu
schenken, die am Tod seines Sohnes beteiligt waren. Es liegt an ihm,
verzeihen zu können, obwohl dieses Ereignis sein gesamtes Leben zerstörte.
Die Charakterzeichnungen sind aussagekräftiger als die im vorangegangenen
Teil, aber nicht so gelungen wie im ersten "Saw", dafür fehlte es
vermutlich an Spielzeit, die weitgehend von den brutalen Szenen vereinnahmt
wird.
Worüber man absolut nicht meckern kann, sind die Schauspieler. Tobin Bell
als Jigsaw ist nicht zu unrecht schon jetzt kultig in seiner
Darstellungsweise. Ruhig, besonnen und scheinbar allwissend mimt er den
intelligenten Serienkiller mit der Vorliebe zur Folter. Es ist zwar
ungewohnt, den Guten kraftlos und halbtot im Bett liegend zu sehen, doch
durch seine intelligente Wortwahl und seiner Fähigkeit, das Geschehen immer
in Kontrolle zu haben, hat er auch jetzt noch eine beeindruckende Präsenz.
Shawnee Smith als Amanda hingegen ist sicherlich auch eine Erwähnung wert,
denn sie bringt ihren Charakter sehr emotional rüber, ganz anders als ihr
Lehrmeister Jigsaw. Meckern lässt sich an wirklich keiner der dargebotenen
Darstellungen, was auch für Bahar Soomekh als Dr. Lynn, sowie Angus
Macfadyen als Jeff gilt, die sich überzeugend als gepeinigte Opfer
verkaufen.
"Saw 3" wird gerade für die Fans ein unbedingtes Muss, die sich
zu den Vorgängern noch eine Steigerung erhoffen, denn diese stellt der
dritte Teil in jedem Fall dar. Die Fallen und Gore-Effekte sind grausam und
blutig wie nie zuvor, hiermit ist Darren Lynn Bousman sicherlich das
Gewaltspektakel des Jahres 2006 gelungen. Allerdings lässt sich auch
beobachten, dass die Reihe langsam aber sicher berechenbarer wird, der Twist
am Ende will nicht mehr so richtig zu Begeisterungsstürmen hinreißen und
auch sonst hat man sich einfach an zu vielem schon sattgesehen. Fairerweise
sollte ich allerdings sagen, dass ich mich auch weiterhin auf neue
"Saw" Teile freue, sollten diese mindestens noch so gut wie
"Saw 3" sein, aber wenn es nun zur Gewohnheit wird, dass die
Streifen von Teil zu Teil eine Verschlechterung verzeichnen werden, dann
dürfte sich das mit den Fortsetzungen auch schnell wieder erledigt haben. |