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Die "Masters
of Horror" Reihe ist in der Regel deshalb eine spannende Sache, da man
als Horrorfilm-Enthusiast nie genau weiß, was einen innerhalb der je gut
einstündigen und inhaltlich eigenständigen Folgen, die immer von
namenhaften Horror-Regisseuren verfilmt werden, erwarten wird. Natürlich
wurden mittlerweile auch schon klassische Horrorstorys über Vampire,
psychopathische Rednecks und dergleichen verfilmt, doch in den meisten
Fällen darf man sich auf innovative Filme freuen, in der Geschichten zum
Tragen kommen, die es bislang noch nicht als abendfüllende Streifen zu
sehen gab. Auch "Sounds Like", der vierte Beitrag zur zweiten
"Masters of Horror" Staffel, serviert seinem Publikum eine
durchaus ungewöhnliche Story, die selbst im Rahmen der Serie eine
außenstehende Position einnimmt.
Dies verwundert nur
wenig, schenkt man dem Namen Beachtung, der da in den Credits als Regisseur
vermerkt wurde. Kein geringerer als Brad Anderson zeichnet sich für diese
Episode verantwortlich, der vor vier Jahren mit "The Machinist"
ein international umjubeltes Psychodrama auf die Beine stellte. Anderson's
einziger Ausflug ins Horror-Genre war bislang das Werk "Session
9", das sich ebenfalls aufs psychologische Feld wagte und seinem
Publikum eine ungewohnte Mixtur aus Terror und Suspense offerierte. Anderson
gilt somit als Mann fürs Spezielle und so war von vorneherein klar, dass
auch sein "Masters of Horror"-Beitrag kein gewöhnliches
Horror-Kurzfilmchen werden würde. Dass "Sounds Like" aber
letztendlich derart aus der Reihe tanzt, wie er es letztendlich tut, damit
hätten wohl die wenigsten gerechnet.
So manch einer, der
sich dieses Werk ohne Vorhabinformationen ansieht, wird sich sicherlich die
Frage stellen, was es in einer Filmreihe zu suchen hat, in der ansonsten
Monster, Blut und Grauen das allgemeine Bild bestimmen. An und für sich ist
"Sounds Like" nämlich ein Drama mit übernatürlichen Elementen,
das bis auf zwei Ekelszenen rein gar nichts mit dem Horror-Genre gemeinsam
hat. Das möglichst plakativ und auffallend geratene Coverbild vermittelt
natürlich einen gänzlich anderen Eindruck, dennoch spielen Horror und
Gekröse in diesem Werk die zweite Geige. Im Vordergrund steht die
Leidensgeschichte eines Mannes, die sich dem Zuschauer in zweierlei Arten
offenbart. Zum Einen trauert Larry noch immer seinem Sohn nach, der im Alter
von sechs Jahren an einer zu spät diagnostizierten Krankheit starb, des
weiteren wird er von seinem extrem überempfindlichen Gehör langsam an den
Rand des Wahnsinns getrieben.
Das gesteigerte
Hörempfinden Larry's stellt Brad Anderson äußerst intensiv nach, indem er
immer wieder bizarre und ohrenbetäubende Krach-Explosionen in seinen Film
einbaut. Für den Hauptprotagonisten sind alltägliche Geräusche wie Regen
und aufeinanderschlagende Stricknadeln die reinste Folter, was in der
intensiv-lauten Inszenierung glaubhaft verdeutlicht wird. "Sounds
Like" bietet seinem Publikum keine anspruchslose Unterhaltung für zwischendurch, vielmehr erzählt er trotz seiner ungewöhnlichen Geschichte
ein trauriges Drama, was auch durch den Verlust von Larry's Sohn
verdeutlicht wird. Den Streifen durchzieht eine eher pessimistisch
angehauchte Grundstimmung, immer mehr zeichnet sich Larry's langsames
Abgleiten in den Wahnsinn ab, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.
Natürlich ist die
letzte, konsequente Handlung der Hauptfigur ersichtlich, findet allerdings
in den Schlussminuten statt und bildet die einzige, blutige Szene in diesem
Werk. Horrorfans, die somit auf Schauwert und reichlich Gekröse hoffen,
sind hier im völlig falschen Film. Es hat weiterhin den Eindruck, als
hätte Anderson die eine oder andere Ekelszene nur deshalb integriert, um
auch eine Berechtigung zu haben, sein Werk in die "Masters of
Horror"-Serie einfügen zu können, da das Gesamtbild in keinster Weise
dem eines Horrorfilms entspricht. "Sounds Like" lebt von seinen
nachdenklichen Momenten, ist überwiegend ruhig inszeniert und somit nur bei
der richtigen Erwartungshaltung zufriedenstellend. Wer einen typischen
"Masters of Horror"-Vertreter erwartet, dürfte schnell mit der
Langeweile zu kämpfen haben, da sich "Sounds Like" nicht gerade
durch eine außergewöhnlich spannende Erzählweise auszeichnet.
Nein, die Stärken
dieses Werkes liegen in anderen Bereichen. Anderson verlässt sich zum Teil
auf eine ausdrucksstarke Bildsprache und wartet immer wieder mal mit
außergewöhnlichen Szenarien auf, wie etwa dem malerischen Ende, das eine
sanfte Ruhe auszustrahlen scheint, obwohl ihm eine fürchterliche Tat
vorausging. Auch die Schauspieler überzeugen ausnahmslos, auch wenn Chris
Bauer der Einzige ist, der Erwähnung verdient. Auf den ersten Blick scheint
der Mann weder eine besondere Ausstrahlung, noch auffallende Eigenschaften
an sich zu haben, dennoch passt er gerade durch seine Normalität dann doch
ausgezeichnet in die Rolle.
Es darf von Brad
Anderson sicherlich als mutig betrachtet werden, einen Film wie "Sounds
Like" speziell der Horror-Gemeinde zu offerieren. Inhaltlich handelt es
sich um ein reinrassiges Drama, das ganz selten durch dezente Schockeffekte
verziert wird, die an dem Gesamtbild aber nichts rütteln können. Wer sich
von der Handlung angesprochen fühlt und nichts gegen eine langsame, auf
Atmosphäre ausgelegte Erzählweise einzuwenden hat, der darf sich an
"Sounds Like" heranwagen, der durchschnittliche Horrorfilmfreund
könnte hier allerdings eine ziemlich böse Überraschung erleben.
"Sounds Like" ist letztendlich eine interessante Alternative zu
den sonstigen "Masters of Horror"-Werken, hat aber streckenweise
schon mit der Langatmigkeit zu kämpfen und reiht sich somit nur ins
Mittelfeld ein.
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