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Als der junge Charles Starkweather im zarten
Alter sieben Jahren mit einer Kröte auf einem Feld spielt, tritt ein
unbekannter Mann an ihn heran und zeigt ihm, wie er über Leben und Tod
entscheiden kann. Er sagt ihm, dass er alleine die Macht besitzt, seinen
schleimigen Spielgefährten das Leben zu nehmen, wovon der Junge erst gar
nicht überzeugt ist, sich aber von den Argumenten des Unbekannten
überzeugen lässt und die Kröte platt trampelt.
Im Jahre 1957, Charles Starkweather ist mittlerweile 16 Jahre alt, startet
eine Mordserie durch Nebraska und Wyoming, die noch viele Jahre später in
aller Munde sein soll. Die Protagonisten sind Starkweather und seine
14-jährige Freundin Caril Ann Fugate. Nachdem sich die Eltern der Caril Ann
Fugate gegen die Beziehung der beiden Jugendlichen geäußert haben, müssen
sie brutal aus dem Weg geschafft werden. Das Töten hatte Starkweather
allerdings kurz zuvor begonnen.
Da Charles nicht besonders vorsichtig bei den Tötungen vorgeht, ist er bald
Hauptverdächtiger und wird von der Polizei gejagt. Er und Caril haben
allerdings nicht vor, sich der Polizei zu stellen… |
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„Starkweather“ ist die Verfilmung der
Geschichte des gleichnamigen Serienmörders, der am 1. Dezember 1957 seinen
viel beschriebenen Todeszug startete. Die Geschichte von Charles
Starkweather und Caril Ann Fugate diente als Vorlage für Filme wie „Natural
Born Killers“ und „True Romance“ und wurde bereits 1993 von Robert
Markowitz, unter dem Titel „Heart To Kill“, auf die Leinwand gebracht.
Besonders positiv ist die Tatsache, dass sich „Starkweather“ sehr genau
an die tatsächliche Geschichte hält und eigentlich nicht viel
hineininterpretiert. Vielleicht ist der unbekannte Mann mit Hut etwas
störend, der nur von Charles gesehen wird und den Killer offensichtlich auf
die schiefe Bahn führt. Eine Erklärung, wer dieser Mann ist, erhält man
nicht. Vielleicht soll er das Böse symbolisieren, denn aus der Literatur
geht nicht hervor, dass Starkweather irgendwelche Erscheinungen oder
Halluzinationen hatte. Aber sei es drum. Störend ist die Rolle des Fremden
nicht, sie schafft sogar etwas mystisches, dass einen den ganzen Film über
begleitet.
Das reicht zwar nicht, um den großen Schwachpunkt des Films zu
kompensieren, ist aber in Verbindung mit der interessanten Geschichte dafür
verantwortlich, das der Film unterm Strich zu gefallen weiß. Die
Schwachstelle des Streifens ist die Tatsache, dass zu nahezu keinem
Zeitpunkt eine, für dieses Subgenre typische, verstörende Atmosphäre
aufkommt. Die Spannung und die Atmosphäre im Allgemeinen sind zwar in
Ordnung, doch das gewisse Etwas fehlt. Starkweather verbreitet nichts
psychopatisches, wie es in Filmen wie „Gacy“, „The Secret Life Of
Jeffrey Dahmer“ oder „Monster“ rüberkommt. Er erscheint eher wie ein
voll gekokster James Dean, in der viel zu früh anfangenden Midlifecrisis.
Das geringe Budget des Streifens ist sicherlich nicht die Ursache für das
Fehlen des Salzes in der Serienmörder-Suppe. Viel Geld braucht man nicht um
in das Hirn eines Menschen zu gucken, respektive sein Verhalten auf die
Matscheibe zu bringen. Das Set ist unter den gegebenen Umständen im
Übrigen sehr gut gelungen, wenn auch, so wie es sein soll, spartanisch
gehalten. Die Härte des Films ist ebenfalls nicht Schuld am wenig
verstörerischen Gesamteindruck. Es wird zwar nie richtig „Draufgehalten“,
Blut, Schüsse und Stiche gibt es aber genug.
Wenn man nach Schwachstellen sucht, findet man sie an der
Charakterzeichnung, die sehr oberflächlich angesetzt wurde. Der Film bietet
mit seinen 90 Minuten Lauflänge sicherlich genug Gelegenheiten, die
Protagonisten näher vorzustellen, darauf wurde aber verzichtet. Als
ebenfalls schädlich stellt sich dann noch die darstellerischen Leistungen
Brent Taylor und Shannon Lucio dar. Sie schaffen es einfach nicht, den
16jährigen bzw. die 14jährige glaubhaft rüberzubringen.
Der Gesamteindruck des Streifens ist aber trotz der vielen Kritikpunkte
nicht negativ. „Starkweather“ ist ein realistischer Film, der das Leben
von Charles Starkweather und Caril Ann Fugate widerspiegelt. Sicherlich
hätte man hier und da etwas besser machen können, derjenige, der sich für
das Phänomen Serienmord interessiert, wird aber sicherlich auf seine Kosten
kommen. Auch wenn der Film „Heart To Kill“ mit dem gleichen Thema etwas
interessanter gestaltet ist. |