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Ein
blutverschmierter Mann läuft in ein Badezimmer, wischt sich das
angetrocknete Blut aus dem Gesicht und rasiert sich anschließend noch
gründlich. Danach geht er die Treppen nach unten, steigt vorsichtig über
die brutal abgeschlachteten Leichen seiner Familie und verlässt
anschließend das Haus.
Ein
Jahr später: Susan Maine (Shelley Hack) ist im siebten Himmel. Nach dem Tod
ihres Mannes vor etwa einem Jahr dachte sie schon, nie wieder glücklich
werden zu können, als Jerry Blake (Terry O'Quinn) in ihr Leben trat. Dieser
scheint die perfekte Partie zu sein: Gutaussehend, gepflegt, kultiviert und
sehr auf die Familie bedacht. Die Einzige, bei der Jerry auf Ablehnung
stößt, ist Susan's jugendliche Tochter Stephanie (Jill Schoelen), die von
Beginn an Zweifel an dem Mann hegt und den Tod ihres Vaters noch nicht
verarbeiten konnte. Als sie dann eines Tages heimlich Zeuge eines ziemlich
beängstigenden Wutausfalls ihres Stiefvaters wird, hat sie berechtigten
Grund, an dessen Absichten zu Zweifeln und stellt Nachforschungen an.
Alsbald soll sich dann die schreckliche Wahrheit offenbaren: Jerry ist ein
eiskalter Psychopath, der sich auf der Suche nach der perfekten Familie
stets neue Existenzen aufbaut und auch vor Mord nicht zurückschreckt, wenn
eine Familie nicht seinen Ansprüchen entspricht. Als Stephanie sich ihm
immer offensichtlicher wiedersetzt, schweben sie und ihre Mutter in
höchster Gefahr... |
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Bei vielen
Filmreihen aus den 80ern ist es aus heutiger Sicht überaus fragwürdig, wie
in diesen Fällen überhaupt Sequels zustande kommen konnten. Auch, wenn die
Reihen damals erfolgreich waren, wirken einige von ihnen bestenfalls noch
wie liebgewonnene Mosaike, die man sich des Sympathiefaktors wegen noch
ansieht, an denen aber längst der Zahn der Zeit genagt hat. "The
Stepfather" schafft es erstaunlicherweise, dieses Schicksal bis heute
zu umschiffen und präsentiert sich auch 21 Jahre nach seiner erstmaligen
Erscheinung noch als passabler Thriller,
der ein durchaus realitätsnahes Thema aufgreift und dieses effizient, wenn
auch etwas unspektakulär, aufbereitet. Joseph Ruben ("Money
Train", "Der Feind in meinem Bett") inszenierte damals mit
seinem "Stepfather" eine Thematik, die bereits drei Jahre zuvor in
Michael Winner's "Scream for Help" bearbeitet wurde, der
hierzulande unter
dem Titel "Spur in den Tod" erschien. Vermutlich, um diesem Werk
im Nachhinein noch etwas Ruhm zuteil werden zu lassen, erhielt "The
Stepfather" hierzulande kurzerhand die Bezeichnung "Spur in den
Tod 2".
Zu ernst sollte
dies aber nicht genommen werden. Es handelt sich hierbei um einen
eigenständigen Film, der damals derart gute Einspielergebnisse einbrachte,
dass in den Jahren 1989 und 1992 jeweils noch eine Fortsetzung gedreht wurde
und das Ganze sich letztendlich als Trilogie zusammenfügte. Für viele
Filmfans gilt "The Stepfather" als Klassiker, beliebt ist er dabei
vor allen in Horror-Kreisen, obwohl er mit diesem Genre nur am Rande etwas
zu tun hat. Was wir hier haben, ist ein klassischer Thriller, der weder
durch einen all zu hohen Blutverguss, noch durch irgendwelche
übernatürlichen Begebenheiten auf sich aufmerksam zu machen versucht und
somit nur bedingt in die Horror-Schublade gesteckt werden kann.
"The
Stepfather" erzählt eine durchaus glaubwürdige Story, die sich
großteils problemlos in die Realität übertragen lassen könnte. Ein
kranker Psychopath geht von Familie zu Familie, um sein Ideal zu finden.
Alle, auf die dies nicht zutrifft, müssen kurzerhand mit ihrem Leben
bezahlen. Jerry Blake, wie sich der Irre bei den Maine's nennt, legt sich
nach jedem Mord eine neue Identität zu und begibt sich in die nächste
Stadt, um dort seine Suche fortzusetzen. Die clevere Stephanie merkt jedoch
schnell, dass mit dem allseits beliebten Jerry etwas nicht stimmt und
fordert damit dessen bestialische Seite zu Tage. So weit so gut. Über weite
Strecken des Films bekommt das Publikum genau das, was es sich erhoffen
dürfte. Stück für Stück kommt Stephanie dem Geheimnis ihres neuen
Stiefvaters näher und je weiter die Handlung voranschreitet, desto
spürbarer scheint die Gefahr für sie und ihre Mutter zu werden.
Das einzige,
wesentliche Problem des Films ist dabei, dass er sich zu sehr auf seine
leisen Töne und die subtile Bedrohung verlässt, die zwar nicht spürbar am
Zuschauer vorbeigeht, dabei aber doch einige heftigere Thrill- oder
Schockszenen vermissen lässt. "The Stepfather" hält das
Interesse des Publikums am weiteren Verlauf der Handlung stets aufrecht,
wartet dabei aber nur selten mit schweißtreibenden Spannungsmomenten auf.
Von dem Film geht permanent eine leicht bedrohliche Atmosphäre aus, doch in
einen richtigen Höhepunkt will dieses Gefühl niemals überlaufen, dazu
sind die Gewaltakte zu harmlos und die eigentlichen Spannungsmomente viel zu
schnell abgehandelt oder gar verschenkt. Als Paradebeispiel hierfür ist ein
Nebenplot zu nennen, in dessen Verlauf sich ein Bruder von Blake's früheren
Opfern an seine Spur heftet und ihm langsam aber sicher auf die Schliche
kommt. Als es dann zur Konfrontation kommt, ist die Szene nach wenigen
Sekunden schon wieder zu Ende.
Dies lässt sich so
auf den kompletten Film übertragen. Er ist für seine Zeit sehr gut in
Szene gesetzt und wirkt zu keinem Zeitpunkt wie ein schnell abgedrehtes
B-Movie. Der Film besitzt einen gewissen Charme und zudem sehr gut
aufgelegte Schauspieler, allen voran Terry O'Quinn in der Rolle des
gestörten Stiefvaters. Dieser schafft es tatsächlich, eine unterschwellige
Bedrohung an den Mann zu bringen, ohne dabei unglaubwürdig zu erscheinen.
Auch Jill Schoelen und Shelley Hack agieren nachvollziehbar in den Rollen
der potentiellen Opfer des Killers. Dies vermag allerdings alles nichts an
der Tatsache zu ändern, dass "The Stepfather" über weite
Strecken höhepunktslos vor sich hinplätschert und dann mit einem
vorhersehbaren Ende aufwartet, das den Erwartungen, die man an es stellt,
nicht gerecht wird.
"The
Stepfather" lässt schnell erkennen, wieso er von vielen als Klassiker
gehandelt wird und sogar zwei Fortsetzungen nach sich zog. Er ist
grundsolide in Szene gesetzt und überzeugt auf den meisten Ebenen. Schade
nur, dass der Film trotz eines gewissen Gefühls von ständiger
Bedrohlichkeit und knisternder Spannung, das jeden Moment auf seine
Entladung wartet, niemals so richtig zum Zug kommen darf. Auf richtig
spannende Szenen, Höhepunkte oder blutige Schockmomente wartet der
Zuschauer beinahe vergebens, so dass "The Stepfather" als seichter
Gute-Nacht-Thrill zwar überzeugen kann, alles in allem aber hinter seinen
Möglichkeiten zurückbleibt. |