Hack!

Informationen

OT:Hack!

ca. 85 Minuten

USA 2007

Regie

  • Matt Flynn
Darsteller

  • Danica McKellar
  • Jay Kenneth Johnson
  • Juliet Landau
  • Sean Kanan
  • u.a.

Hack!

Story

Eine Gruppe Studenten, bestehend aus dem Mauerblümchen Emily (Danica McKellar), dem Sunnyboy Johnny (Jay Kenneth Johnson), dem angehenden Footballprofi Tim (Travis Schuldt), dem allzu femininen Homosexuellen Ricky (Justin Chon), dem Kiffer Q (Wondgy Bruny), sowie den beiden Sexbomben Maddy (Adrienne Frantz) und Sylvia (Gabrielle Richens) soll unter der Leitung ihres Lehrers Mr. Argento (Mike Wittlin) auf einer kleinen Insel die Tier- und Pflanzenwelt untersuchen. Dafür kommen sie bei dem freundlichen Ehepaar King, Mary Shelley (Juliet Landau) und Vincent (Sean Kanan) King, unter. Bis auf die pflichtbewusste und sehr auf ihre Noten fixierte Emily haben natürlich alle andere Dinge im Kopf und so ist fürs Erste nur Party angesagt. Doch die gute Laune der jungen Leute soll alsbald getrübt werden, als Tim und Sylvia nach einer schnellen Nummer im Wald plötzlich spurlos verschwinden. Als sich die seltsamen Ereignisse häufen und sich die Gruppe immer mehr verkleinert, wird klar, dass es ein perverser Killer auf die jungen Leute abgesehen hat, der dabei seine ganz eigenen Ziele verfolgt. Wie sich herausstellt, ist der Täter ein Filmfan, der seine Morde aufzeichnet, um daraus den ultimativen Horrorfilm zu kreieren…

Kritik

Horrorfilme fördern Gewalt und machen aus unbescholtenen Bürgern wahnsinnige Mörder, die nach einiger Zeit des Konsums solcher Filme nicht mehr in der Lage sind, zwischen Film und Realität zu unterscheiden – so heißt es oftmals in fragwürdigen Reportagen. Würde man den 2007 erschienen Genrefilm "Hack!" nun zu ernst nehmen, ließe sich aus der blutigen Teen-Slasher-Komödie sicherlich die gleiche Aussage ableiten. Für halbwegs intelligente Filmkonsumenten, die mit dem Vorurteil längst aufgeräumt haben, ist das Werk hingegen der beste Beweis für die Humorbereitschaft innerhalb des Genres. Regisseur Matt Flynn liefert mit seinem Filmdebüt eine herrlich selbstironische Betrachtung des Genres, die streng allen altbekannten Klischees folgt und diese zur selben Zeit durch den Kakao zieht. Schon die Liste der Charaktere liest sich wie aus einem Handbuch des typischen Horrorfilms zusammengeklaut: Wir haben die Unschuld vom Lande, den unscheinbaren, hilfsbereiten Strahlemann, den selbstverliebten und dummen Sportler, die prallen und scharfen Sexbomben, den Kiffer, sowie den schrägen Schwulen. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man wohl sogleich den Verstand der Verantwortlichen für so wenig Einfallsreichtum anzweifeln, dabei gehört all dies in das berechnende Kalkül des Films. So sollte man sich auch weiterhin nicht wundern, wenn viele Protagonisten die Namen berühmter Horror-Ikonen tragen. Mary Shelley, King, Roth, Stoker und Carpenter sind nur einige der Namen, die in "Hack!" zu hören sind und die Kennern des Genres sogleich ein wissendes Schmunzeln aufs Gesicht zaubern dürften. In dieser Form geht es dann munter weiter. Das komplette Werk wirkt wie ein großes Einmaleins des Horrorfilms, welches das Genre fleißig zitiert, imitiert und parodiert. Jeder zweite Dialog handelt von irgendwelchen Genre-Klassikern, Schauspielgrößen des Horrorfilms oder den All-time-Favorites der Protagonisten. Wer dem Genre nicht all zu nahe steht, dürfte mit diesem Kniefall vor selbigem wohl auch nicht all zu viel anfangen können, seine Liebhaber werden "Hack!" jedoch freudig aufnehmen. Der Streifen ist dabei zeitgleich sein eigener, kleiner Slasher, sowie eine Parodie auf diese Filmgattung und schafft diesen Spagat auf eine Weise, dass "Hack!" niemals in Lächerlichkeit abzurutschen droht. Dass die Story dabei auf Klischees und Vorhersehbarem aufgebaut ist, funktioniert als Teil der gewollten Parodie, nimmt dem Werk aber niemals die Spannung. Die Handlung bleibt dennoch ein Stück weit überraschend und bietet gegen Ende hin sogar noch einen netten Twist, mit dem wohl nur die Wenigsten gerechnet haben. Dass dabei selbst Fans des Genres Hand an "Hack!" angelegt haben, ist dem Werk in jedem einzelnen Frame anzumerken, da es all die Zutaten mitbringt, die ein ordentlicher Genrefilm benötigt. Die Morde sind in ausreichendem Maße vorhanden und sehr blutig ausgefallen, zum Teil orientiert sich der Killer dabei an diversen Klassikern des Horrorfilms. Weiterhin muss man auch auf die obligatorischen Sex- und Nacktszenen nicht umsonst warten, auch wenn diese hier etwas spärlicher als in ähnlichen Streifen ausgefallen sind. An der allgemeinen Inszenierung lässt sich nicht viel aussetzen. Der Film ist in klaren und professionellen Bildern gedreht worden und hat somit nur wenig mit den sonstigen Low-Budget-Horrorfilmen gemein, die ansonsten Monat für Monat die Regale der Videotheken entern. Erfreulicherweise überzeugen selbst die Schauspieler, welche zum Teil sogar einen gewissen Bekanntheitsgrad mitbringen. So dürfen sich Filmfans auf einen herrlich schrägen Auftritt von William Forsythe als bärtigem Highlander freuen, Kane Hodder wird im Vorspann kurzerhand geköpft und Burt Young, bekannt als Paulie aus den "Rocky" Filmen, agiert als alter Seebär, der den Weißen Hai als seinen Lieblingsfilm benennen darf. Weitere, halbwegs bekannte Gesichter finden sich mit Lochlyn Munro und Tony Burton. Die Studenten werden allesamt ebenfalls von überzeugenden Darstellern verkörpert, die großteils bereits einiges an Filmerfahrung mitbringen und ihre jeweiligen Figuren somit perfekt verkörpern. "Hack!" ist ein sympathischer, kleiner Film, bei dem die Liebe für den Horrorfilm aller Beteiligten fast schon spürbar wird. Was anfangs als typischer Teen-Slasher beginnt, wird alsbald zu einer herrlich schrägen und abgefahrenen Parodie auf selbige, ohne dabei aus der Rolle zu fallen. Es macht Spaß, endlich mal wieder einen ordentlich inszenierten Streifen dieser Gattung zu sehen, der sich selbst nicht all zu ernst nimmt und durch zahlreiche, bewusst eingebrachte Klischees und endlose Anspielungen und Insider einfach nur gut unterhalten kann. Für Horrorfans ist dieses Werk also definitiv nur zu empfehlen, wer für das Genre allerdings nur wenige Sympathien aufbringen kann, sollte um "Hack!" einen Bogen machen.

Bewertung

Splatter Hack!
Spannung Hack!
Story Hack!
Ekelfaktor Hack!
Atmosphäre Hack!
Gesamt Hack!

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