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In dem beschaulichen Städtchen Tromaville,
der Heimat des hässlichen Superhelden Toxie (David Mattey), geht es mal
wieder drunter und drüber. Die sogenannte Windel-Mafia hat sich in einer
Behindertenschule verschanzt und dort sämtliche Schüler als Geiseln
genommen. Eine Aufgabe für den Toxic Avenger, der als aufreizende Frau
verkleidet in das Gebäude geht und die Verbrecher anschließend auf seine
typische Art zur Strecke bringt. Obwohl viele Behinderte ihr Leben lassen
müssen, scheint es so, als würde Toxie mit Leichtigkeit die Oberhand
gewinnen. Doch weder Toxie, noch sein fetter Sidekick Lardass (Joe
Fleishaker) können verhindern, dass die Verbrecher im letzten Moment eine
Bombe zünden und die Behindertenschule in die Luft jagen.
Doch nicht nur das. Die Explosion befördert Toxie sogleich in ein
Paralleluniversum. Die Kleinstadt Amortville sieht auf den ersten Blick aus
wie Tromaville, mit dem Unterschied, dass dort alle böse und korrupt sind.
Selbst Toxie's Freund, Sgt. Kabukiman N.Y.P.D. (Paul Kyrmse) ist in diesem
Universum ein Verbrecher und hält Toxie anscheinend für einen gewissen
Noxie. Da wird dem Toxic Avenger eine schreckliche Tatsache bewusst: Wenn er
hier ist, dann ist seine böse Version, Noxie, folglich in Tromaville und
sorgt dort für Angst und Schrecken. Toxie versucht zuerst das Beste aus
seiner Situation zu machen und trifft auf die Gegenstücke seiner Freunde
aus Tromaville, zum Beispiel Lardass, der hier Chester heißt, auf der
Straße lebt und sich durch Blowjobs sein Geld verdient. Mit Hilfe von
Chester und Tito (Michael Budinger), einem geistig zurückgebliebenen,
versucht Toxie, irgendwie in sein Universum zurück zu gelangen, um Noxie
Einhalt zu gebieten.. |
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Troma, das ist der unscheinbare Name der wohl
bekanntesten und einflussreichsten Independent-Schmiede weltweit. Vor
beinahe 40 Jahren von Lloyd Kaufman und Michael Herz gegründet, konnte sich
das Unternehmen bis heute wacker schlagen und das liegt in diesem Fall klar
daran, dass Troma Filme für die Fans macht. Irgendwann erkannten Kaufman
und Herz, dass sich Filme, deren Hauptbestandteil Gewalt und Sex sind, gut
verkaufen und spezialisierten sich seitdem auf dieses Genre. Troma-Filme
sind stets Low-Budget Produktionen, die in ihren Kosten bewusst gering
gehalten werden, das ist schließlich das Markenzeichen Troma's. Den
größten Erfolg konnten Herz und Kaufman im Jahr 1985 mit dem "Toxic
Avenger" landen, der Film wurde zu einem Musterbeispiel für gelungenen
Low Budget Trash und wegweisend für das weitere Schaffen der Filmemacher.
Mit den Teilen 2 und 3 konnte man allerdings nicht an den Erfolg des
Erstlings anknüpfen, ganz im Gegenteil. Zwar stieß "The Toxic Avenger
Part II" noch auf recht gute Resonanz, doch bei "The Toxic Avenger
Part III: The Last Temptation of Toxie" zeigten sich viele Fans
empört. Der Film hatte nur noch wenig mit dem Konzept des erfolgreichen
ersten Teils zu tun und sein Misserfolg stürzte Troma für ein paar Jahre
sogar in eine Krise.
Ganze 10 Jahre hat es dann gedauert, bis sich Lloyd Kaufman dank dem
zahlreichen Betteln und Flehen der Fans zu einem weiteren Teil hat
hinreißen lassen. Und dieses Mal wurde großartiges versprochen.
"Citizen Toxie: The Toxic Avenger IV" sollte eine Wiedergutmachung
für die beiden Vorgänger werden und so heißt es auch schon im Vorspann,
dass man sich für alles, was nach "The Toxic Avenger" kam,
entschuldigen möchte. Das hier ist das wirkliche Sequel! Große Worte, doch
wer Troma kennt, der weiß, zu was die Filmproduktionsfirma in der Lage ist.
Und siehe da: "Citizen Toxie" ist das abgefahrenste, derbste und
respektloseste Trash-Spektakel seit Menschengedenken, das sowohl Fans des
anstößigen Humors, wie auch Splatterfreaks zu Jubelrufen animieren
dürfte.
Klar mag die Story für manch einen verwirrend klingen, doch wenn man sich
den Streifen ansieht, findet man sich sofort zurecht. Eine Gut gegen Böse
Geschichte wird hier in Troma typischen Bildern geliefert. Schon die erste
Viertelstunde übertrifft an Geschmacklosigkeiten sicherlich das
Fassungsvermögen vieler Zuschauer. Schon die Tatsache, dass Terroristen, in
Windeln und pinke Oberteile gekleidet, eine Behindertenschule überfallen,
ist so abstrus, so typisch Troma, dass man nur darüber lachen kann. Und
auch das Verhalten der Charaktere ist fernab jeglicher Realität, dafür
bestens auf die Unerhaltung des Publikums ausgelegt. Weibliche
Terroristinnen verprügeln Behinderte mit ihren großen Oberweiten, es
dauert nicht lange, bis es zu den ersten sexuellen Handlungen kommt. Als
dann Toxie, der wohl coolste Superheld aller Zeiten auftaucht, wird sofort
ein groß angelegtes Splatterfest entfacht. Finger werden in
Bleistift-Spitzer gesteckt und zu Waffen umgewandelt, Köpfe zertreten und
vieles mehr. Auch der Humor kommt bei dem Gemetzel nicht zu kurz, etwa wenn
Toxie bei einer Schießerei hinter Behinderten Schutz sucht. Das ist so
politisch unkorrekt, so menschenverachtend, dass man es in keinster Weise
ernst nehmen kann. Das ist das Schöne an einem Tromafilm. Ganz egal ob nun
alte Frauen überfahren, oder eben Behinderte erschossen werden. Man kann es
einfach nicht ernstnehmen, es ist hirnloser Trash.
Wir alle erinnern uns an den ersten Teil, in dem der trottelige Hausmeister
Melvin wieder einmal verspottet wird und im Verlauf eines üblichen Streichs
in ein radioaktives Giftmüllfass fällt. Von nun an ist er der hässliche,
komplett verbrannte Toxic Avenger, der mit seiner blinden Freundin auf einer
Müllkippe lebt und von dort aus in unregelmäßigen Abständen Tromaville
rettet. Die Story in "Citizen Toxie" sorgt für Abwechslung, denn
mit dem Paralleluniversum hatten die Macher eine super Idee. In Amortville
ist alles verkehrt herum. Toxie, von dem die Einwohner glauben, dass er
Noxie ist, wird als Drogendealer gefeiert, während Noxie in Tromaville für
einen Helden gehalten wird und reihenweise die Einwohner massakriert. Sinn
ergeben muss das Ganze ja auch nicht, Troma-Filme sind schließlich immer
auf Null Anspruch ausgelegt.
Wer sich mit den Arbeiten der Produktionsfirma auskennt, wird schnell
bemerken, dass "Citizen Toxie" einige Anspielungen auf andere
Streifen beinhaltet. So gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Sgt. Kabukiman
N. Y. P. D., der hier meist besoffen ist, sondern auch mit Superhelden wie
Dolphinman, der total unfähig ist, dem Mastor-Baitor, der den ganzen Tag
onaniert, dem Kuhmann, oder der Vibratorfrau. Sie alle sind nutzlose Helden,
die gegen Noxie kämpfen sollen. Wenn ich mich nicht täusche, hatte der
eine oder andere von ihnen auch schon einen Auftritt in der
Zeichentrickserie "Toxic Crusaders".
Ganz klar, dass Filme wie "Citizen Toxie" nur eine einzige
Zielgruppe haben: Trash- und Tromafans, alle anderen werden diesen Film
sicher nach 5 Minuten wieder aus dem DVD-Player befördern. Wenn Toxie nur
noch 5 Sekunden Zeit hat, eine Bombe zu entschärfen, und in dieser Zeit
einen Typen belehrt, dass es falsch ist, Drogen zu nehmen, anschließend
noch seine Freundin schwängert und einen Schwangerschaftstest macht, dann
ist dies eine Form des Humors, mit dem nicht jedermann etwas anfangen kann.
Und auch dadurch, dass hier alles durch den Kakao gezogen wird, und das in
einer sehr anstößigen Form, dürften Moralaposteln keine Freude mit
"Citizen Toxie" haben. Es ist einfach ein Mischmasch aus obskurem
Humor und viel Gemetzel. Als Fan muss ich sagen, dass Lloyd Kaufman hiermit
einen seiner besten Filme abgeliefert hat, der jedoch auch mit kleineren
Fehlern behaftet ist. Vor allem die Laufzeit ist etwas lang geraten und
sorgt dafür, dass sich schnell eine Übersättigung einstellt. Schon nach
90 Minuten hat man so viel Titten, Nonsens, und im Mutterbauch kämpfende
Babys gesehen, dass der Streifen in der restlichen Zeit irgendwie nichts
Neues mehr bringen kann.
Die Schauspieler machen ihre Sache alle so, wie es sich für einen Trashfilm
gehört. Manche von ihnen können zwar durchaus schauspielern, zeigen dies
aber nicht unbedingt. Aber mal ehrlich: Wer möchte schon eine
Troma-Produktion sehen, in der Robert De Niro und Edward Norton die
Hauptrollen übernehmen? Eben. Da sehe ich mir lieber einen Haufen
untalentierter Knalltüten an, die für viel gute Laune und Unterhaltung
sorgen. In kleinen Gastauftritten sehen wir übrigens Akteure wie Corey
Feldman, James Gunn, Debbie Rochon, Julie Strain oder auch den
überproportional ausgestatten Pornodarsteller Ron Jeremy.
"Citizen Toxie: The Toxic Avenger Avenger IV" ist der Innbegriff
für perfekt umgesetzten, hirnlosen und einfach nur lustigen Trash der
besten Sorte. Ein Film für Troma-Fans, die ihre Ikone Toxie hier in seinem
abgefahrensten und blutigsten Abenteuer begleiten dürfen. "Citizen
Toxie" ist so hirn- und anspruchslos unterhaltsam, dass Trashfans ihn
sich zu Hause auf einen Altar stellen sollten. |