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"Voodoo Blood" ist ein bereits etwas
älterer, beinahe schon vergessener Horrorfilm aus dem Jahr 1990, der sich,
wie der Titel schon verrät, mit der Thematik des Voodoo auseinandersetzt,
was in diesem Genre schon immer wieder gerne Mal aufgegriffen wurde. Dieses
Werk versucht sich daran, diesen Stoff mit Zombie-Ansätzen zu kombinieren,
was nicht weiter verwundert, wenn man mal einen Blick auf die Namen der
Verantwortlichen wirft. Als Drehbuchautor fungierte unter anderem kein
anderer als John A. Russo, der diese Aufgabe auch schon bei dem Klassiker
"Die Nacht der lebenden Toten" von George A. Romero erfüllte.
"Voodoo Blood" erinnert des weiteren über weite Teile ohnehin an
den berühmtesten aller Zombiefilme, da auch hier auf ein eher langsames
Tempo gesetzt wurde und Blut und Gekröse die zweite Geige spielen. Wenn der
Genre-Fan dann noch erfährt, dass kein geringerer als "Candyman"
Tony Todd den Bad Guy mimt, dann könnte er beinahe schon auf einen richtig
guten Film hoffen, doch diese Erwartung kann "Voodoo Blood" leider
nicht erfüllen.
Im Ansatz birgt dieses Werk zwar alle Zutaten
eines brauchbaren Okkult-Mysteryhorrorfilms in sich, doch an der Umsetzung
des Regie-Debütanten Steven Fierberg hapert es dann gewaltig. So wundert es
auch nur wenig, dass der Gute nach diesem Werk nie wieder Regie führte,
sondern sich stattdessen als Kameramann sein Geld verdiente. "Voodoo
Blood", oder "Voodoo Dawn", so der Originaltitel, ist das
Paradebeispiel für einen inhaltlich und inszenatorisch grundsoliden Film,
der aber aufgrund eines fehlenden Tempos vollkommen aus der Rolle fällt und
deshalb kaum unterhält. Beim Betrachten des Films wird dennoch schnell
ersichtlich, dass sich das Gezeigte klar von einem gängigen B-Movie abhebt,
denn sowohl Kameraführung, als auch Musikuntermalung wissen zu überzeugen
und lassen vor den weiten Feld- und Naturkulissen South Carolina's eine
annehmbare Atmosphäre entstehen.
Unter den weiteren Aspekten fällt
"Voodoo Blood" dann aber sehr schnell ab, denn wirklichen Horror
sucht der Fan dieses Genres in diesem Werk vergebens. In Ansätzen wird zwar
eine überzeugende, mystische Atmosphäre aufgebaut, doch leidet diese immer
wieder unter plötzlich eingestreuten Mordszenen, auf die man dank ihrer
Belanglosigkeit gut hätte verzichten können. Wieso "Voodoo
Blood" auch heute noch eine Freigabe ab 18 Jahren trägt, ist deshalb
unverständlich, da der Streifen in seinen Gewaltszenen vergleichsweise
harmlos daherkommt. Was den Gesamteindruck weiterhin trübt, ist die
überaus gehetzt und unschlüssig scheinende Story, die nur mit Mühe
vorankommt und sich nur selten aufs Wesentliche zu konzentrieren weiß. So
sind die Hauptcharaktere ebenso flach wie austauschbar und stolpern von
einer zufälligen Situation in die nächste, wobei von einem natürlichen
Spannungsaufbau jede Spur fehlt. Die Ereignisse in "Voodoo Blood"
wirken unspektakulär und konstruiert, lediglich das Finale macht in dieser
Hinsicht alles richtig und erinnert erstmals an einen Horrorfilm, bei dem
die Macher mit Liebe bei der Sache waren.
Selbst Tony Todd ist dabei keine große
Bereicherung für das Gesamtwerk. Wortkarg und immer mit dem gleichen
Gesichtsausdruck stapft er, mit einer Machete bewaffnet, durch die Szenen
und lässt dabei jede Bedrohlichkeit vermissen, die eigentlich von seiner
Rolle ausgehen sollte. Genau so verschenkt wie der Bad Guy wirken außerdem
die Zombies, deren Ursprung zwar interessant erklärt wird, die aber in
ihrer Umsetzung eher an geistig behinderte Schlümpfe erinnern. Da sie sich
zudem vergleichsweise friedlich verhalten, hätte man ihre Parts gleich
streichen können, statt dem Publikum dann derartige Pseudo-Untote
zuzumuten. "Voodoo Blood" wäre gleich ein wesentlich besserer
Film, wenn er eine klarer strukturierte Handlung mit vernünftigen und
sympathischen Hauptprotagonisten und einem wirklich gefährlichen Bösen zu
bieten hätte, doch so erinnert das Ganze leider nur an eine gelangweilte
Schnitzeljagd durch die Pampa mit etwas Voodoo-Begleitmusik und vereinzelt
auftretenden Schlumpf-Zombies.
"Voodoo Blood" ist ein ansatzweise
atmosphärisch geratener Horrorfilm aus der frühen Ära der 90er, der
jedoch weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Was ein grundsolider
"Die Schlange im Regenbogen"-Klon hätte werden können, entpuppt
sich letztendlich nur als belangloses Versatzstück altbekannter Muster, das
sich dabei irgendwo zwischen Voodoo- und Zombiefilm einreiht und in keiner
Hinsicht gänzlich überzeugt. Horror und Spannung sucht man bei der über
weite Strecken nur träge vor sich hinschlurfenden Story vergebens,
lediglich ein paar kleine Szenen offerieren einen ungefähren Eindruck
dessen, was mit etwas mehr Eifer möglich gewesen wäre. Allesseher könnten
von dem Werk vielleicht noch zufriedengestellt werden, doch alles in allem
hat es sich kaum gelohnt, "Voodoo Blood" wieder aus der Versenkung
zu holen. |