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Nachdem Max Truemont (Josh Holloway) aus dem
Gefängnis entlassen wurde, plant er nun, gemeinsam mit seiner Freundin
Roxanne (Sarah Wayne Callies) ein kleines Schnellrestaurant zu eröffnen.
Doch die Aussichten stehen schlecht, denn aufgrund seiner schlechten
finanziellen Lage ist keine Bank bereit, Max einen Kredit zu geben. Sein
alter Kumpel Sydney (Michael Rooker) hat die scheinbar perfekte Lösung
parat: Die Entführung eines Kindes, um von den schwerreichen Eltern
anschließend ein hohes Lösegeld zu kassieren. Von Gewissensbissen geplagt,
sagt Max zögernd zu, ist dies doch seine einzige Chance, sich seinen Traum
erfüllen zu können.
Das Ding ist ebenso schnell geplant, wie problemlos ausgeführt: Als
Weihnachtsmann verkleidet, entführt Max den achtjährigen David Sandborn
(Blake Woodruff) von dessen eigener Geburtstagsparty, um ihn zu einer
verschneiten Berghütte in den Gebirgsregionen von Maine zu bringen. Dort
warten Roxanne und er, sowie Sydney und dessen Komplize Vince (Joel
Edgerton) schließlich auf die weiteren Anweisungen ihres Auftraggebers.
Doch inmitten der schneebedeckten Einöde kommt es plötzlich zu
merkwürdigen und unerklärlichen Ereignissen. Nicht nur, dass die
Entführer alle ein undefinierbares Flüstern vernehmen, es scheint
weiterhin, als könne sich der eigentlich eingesperrte David nach Belieben
durch das Haus bewegen. Als Sydney kurz darauf an einem Herzinfarkt stirbt,
ahnen die anderen, dass sie sich eine übermenschliche Bestie ins Haus
geholt haben... |
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Ein gewisser Mut gehört immer dazu, nicht mit
dem Strom zu schwimmen. Vor allem im Filmgeschäft, wo derlei Entscheidungen
davon abhängen, ob dadurch die Kassen gefüllt werden oder ob das Resultat
in den Regalen des Verleihers zurückbleibt, ist es immer einfacher, den
Fans bereits vorgekaute, dafür aber nur halbgare Fertigkost vorzulegen. Der
neue Horrorfilm "Whisper" trägt die Bürde, dem aktuellen Trend,
der sich deutlich in dem Folter-Bereich niedergelassen hat, die kalte
Schulter zu zeigen. Stattdessen ist hier eine gute, alte Story der Weg zum
Ziel. Eine schlaue Rechnung, bedenkt man doch, dass viele Filmkonsumenten
langsam schon wieder genug von Filmen wie "Saw" und dergleichen
haben. Ein ungeschickter Patzer in der Denkweise der Produzenten offenbart
sich aber dann schnell, wenn dem Käufer des Films schon nach 10 Minuten
auffällt, dass ihm das Gezeigte bereits schrecklich bekannt vorkommt. So
ist "Whisper", obwohl vordergründig belebend und erfrischend
anders, im Kern nichts weiter als eine Kopie eines großen Horror-Erfolges
aus dem Jahr 1976.
Dieser trägt den Titel "Das Omen" und wurde erst 2006 durch ein
gleichnamiges Remake wieder in jedermanns Erinnerung zurückgerufen. Für
die Handlung des Horror-Thrillers "Whisper" schrieb Drehbuchautor
Christopher Borrelli einige Elemente der Erzählung um, ließ aber die
Grundgerüste bestehen, so dass Regie-Neuling Stewart Hendler nicht viel
mehr erledigen musste, als eine Arbeit abzuliefern, die ein anderer schon
für ihn erledigt hatte. Betrachtet man "Whisper" aber fernab
jeder Vorwürfe und Beschuldigungen, so ist aus dem sicherlich nicht all zu
aufwändigen Werk immerhin ein durch und durch solider Horrorstreifen
geworden, der zumindest mal wieder Nahrung für Konsumenten des seichten
Nervenkitzels bereitstellt.
Die Story des Films lässt sich zwar problemlos in wenigen Sätzen
zusammenfassen, wirkt auf den Betrachter des Films aber bei Weitem nicht so
dünn, wie es zuerst den Anschein erwecken könnte. Ohne große Umschweife
wird in das Intro eingesprungen, in dem eine panische junge Frau von Wölfen
durch den Wald gehetzt wird. Umschnitt. Im Folgenden werden die Hauptfiguren
eingeführt, die jedoch weder zu Beginn, noch später eine übermäßig
tiefe Charakterisierung erfahren. Schon zum jetzigen Zeitpunkt fällt auf,
dass es einem der Film bei der Verteilung der Gut/Böse Fraktionen nicht
einfach machen wird. Bei Roxanne, Max, Sydney und Vince handelt es sich zwar
um Entführer, allerdings erwecken vor allem die beiden erstgenannten einen
sehr sympathischen Eindruck, da sie aus großer Not zu einer derartigen Tat
gezwungen werden und niemandem Schaden zufügen wollen. Sydney hingegen ist
der kalkulierende Profi, der die Entführung plant, während Vince das
kaltblütigste Mitglied der Gruppe darstellt.
"Whisper" will zu keiner Sekunde ein Entführungsdrama sein,
sondern macht seinem Zuschauer schnell klar, dass hier mehr im Busch sein
muss. Der achtjährige David scheint angesichts seiner Entführung weder
verängstigt, noch bekümmert zu sein, vielmehr wirkt er apathisch und
gleichgültig. Das Grauen setzt dann auch alsbald ein, allerdings nicht für
den Jungen, sondern vielmehr für seine Kidnapper und dieser Part ist auch
der Höhepunkt des Films. Obwohl man stets weiß, wie der Hase läuft, wird
nach und nach eine immer wohligere Schauerstimmung erzeugt. Max und die
anderen hören plötzlich seltsame Stimmen in ihrem Kopf und werden von
einer unsichtbaren Macht langsam in den Wahnsinn getrieben. Regisseur
Stewart Hendler verstand es ausgesprochen gut, das Grauen langsam und
unentdeckt heranschleichen zu lassen. Vor einer weihnachtlich-winterlichen
Bergkulisse kommt es vermehrt zu übernatürlichen Zwischenfällen, bis sich
das Böse letztendlich preisgibt.
Aus den Tätern werden plötzlich die Opfer und so leidet man vielmehr mit
dem Pärchen Max und Roxanne, als mit dem kleinen David mit, der in seiner
ruhigen, intelligenten und niemals aus der Fassung geratenden Art
stellenweise wie der Teufel in Person erscheint. Obwohl die Handlung stets
vorhersehbar angelegt ist, gibt es keinerlei langweiligen Passagen zu
beklagen. Anfangs noch auf Suspense und Schauer ausgelegt, wandelt sich
"Whisper" im Finale dann zum eiskalten Horror, wenn David seine
Entführer Kraft seiner Gedanken in den Tod treibt. Da die Sympathien des
Publikums inzwischen längst zu Max und Roxanne gewandert sind, hofft man
natürlich auf deren Überleben, so dass auch eine gewisse Spannung gegeben
ist. An der Atmosphäre des Ganzen gibt es dabei ebenso wenig zu rütteln.
Wenn Max mit seinem Auto durch die verschneite Einöde fährt, die dank
einer Luftaufnahme wie ein langes Labyrinth erscheint, dann wirkt selbst der
untermalende Weihnachtsklassiker "Carol of the Bells" wie eine
Symphonie des Bösen.
Zur Arbeit des Regisseurs im Allgemeinen lassen sich nur wenige
herablassende Worte verlieren, auch wenn der Gewaltfaktor des Films den
einen oder anderen hartgesottenen Horrorfan etwas enttäuschen dürfte. Wie
die Freigabe ab 16 schon erahnen lässt, setzen die Morde mehr auf
Suggestivkraft, als graphische Blutbäder hervor zu heben. Dies erscheint
für das Gesamtbild dennoch zuträglich, da "Whisper" ohnehin mehr
auf Thrill und Suspense, als auf Gewalt ausgelegt ist. Die Schauspieler
agieren letzten Endes auch allesamt überzeugend, lediglich der kleine Blake
Woodruff hält den Vergleich mit Seamus Davey-Fitzpatrick aus dem
"Omen" Remake nicht stand, da er leider nicht über dessen
Ausstrahlung verfügt. Wett machen dies aber ein sehr sympathischer Josh
Holloway, der manchem aus "Lost" bekannt sein dürfte, sowie ein
ohnehin immer erstklassiger Michael Rooker, der bereits in über 60 Filmen
zu sehen war und zu dem wahrscheinlich nicht mehr viel gesagt werden muss.
Wäre das alles neu und unverbraucht, hätte sich "Whisper",
angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Direct-to-Video Release
handelt, durchaus die eine oder andere Standing Ovation verdient. Der
Streifen ist sehr kurzweilig, unterhaltsam und kommt fast ohne überzogen
lange Passagen aus. Wer "Das Omen" allerdings schon kennt, wird
hier aber bestenfalls nur noch durchschnittlich unterhalten werden, da die
meisten Ideen schon längst bekannt sind und Stewart Hendler seinen
Zuschauern nichts unbedingt Neues bieten kann. Für 90 Minuten
unterschwelligen Thrill und grundsoliden Horror an einem öden Abend kann
"Whisper" aber genau das Richtige sein. |