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Medizinstudent Chris ist mit seinem Auto auf
dem Weg zu einem wichtigen Vorstellungsgespräch nach West Virginia.
Unterwegs gerät er allerdings in einen Stau, wodurch er sich gezwungen
sieht, einen anderen Weg zum Zielort zu finden. An einer heruntergekommenen
Tankstelle (mit ebensolchem Besitzer) wird er auf einer alten Landkarte
fündig. Der Hinweis des Tankwarts, dass die eingezeichnete Route nie
wirklich ausgebaut worden sei, stört ihn herzlich wenig, schließlich will
er seinen Termin einhalten. Die unwegsame Schotterpiste entlangfahrend ist
er nur einen Augenblick unkonzentriert, und schon nimmt das Unglück seinen
Lauf:
Er rast in den durch eine Stacheldrahtfalle demolierten Wagen von fünf
Jungen Leuten, die sich zu einem Trekkingausflug in die Wildnis aufgemacht
haben. Nachdem sich der erste Schock gelegt hat, beschließen die
"Gestrandeten", sich zu aufzuteilen: Ein Vierer-Trupp inklusive
Chris macht sich auf, Hilfe zu holen. Zwei der Jugendlichen bleiben bei den
Autos zurück... ...um kurz darauf die ersten Opfer einer durch Inzucht zu
Kannibalen mutierten Redneck-Familie zu werden.
Da deren Jagdtrieb jedoch noch längst nicht gestillt ist, beginnt für die
übriggebliebenen Twens eine "knochen"-harte Zeit auf der Flucht
durch die unendliche Wildnis... |
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Back to the Roots!?!?!?!
Ein moderner Fantasy-Action-Horror-Film ohne (oder zumindest ohne
aufdringlich auffällige) Computeranimationen, ohne fünffach-verschachtelte
Handlung, die erst nach dreimaligem Anschauens unter LSD oder XTC zu
kapieren ist, das ganze dann noch aus Kanada??? Das kann doch in der
heutigen Filmwelt nicht funktionieren!!! Oder etwa doch???
Es kann!!! Und wie!!!
WRONG TURN ist einer dieser cineastischen Glücksfälle, die aus heiterem
Himmel auftreten, um dem (zumindest im Mainstream) vermeintlich
festgefahrenen Genre des Horror-/Splatterfilms mit einem Paukenschlag neues
Leben einzuhauchen (Ähnlich wie seinerzeit bspw. BRAINDEAD (Peter Jackson,
Neuseeland, 1992) oder RETURN OF THE LIVING DEAD III (Brian Yuzna, USA,
1993).
Im Gegensatz zu oben genannten Splatter-Orgien watet WRONG TURN allerdings
nicht schlüsselbein-tief im Kunstblut, sondern besticht in erster Linie
durch eine morbid-verstörende Atmosphäre, die mit Urängsten der Menschen
spielt, und einer Handlung, die in Sachen Spannung und Terror Maßstäbe
setzen kann.
Der Spannungsbogen dehnt sich konstant über die ganze Filmlänge hinweg.
Mitunter steigert sich die Suspense für den Zuschauer fast ins
Unerträgliche. Insbesondere der Part zu Beginn des Films, als die
Protagonisten die Hütte der Rednecks entdecken: Langsam, aber auf umso
heftigere Weise, kommen sie hinter das grauenvolles Geheimnis der Bewohner
und werden schließlich von deren plötzlicher Heimkehr überrascht. Wenn
sie sich in der Hütte verstecken, weckt das beim Betrachter Erinnerungen an
die Kindheit, als man mit bis ans Kinn herangezogener Bettdecke die ersten
Grusel-Filme am Fernsehen sah. Die Kamerafahrten (à la BLAIR WITCH PROJECT
(Daniel Myrick, Eduardo Sanchez, USA, 1999), teilweise der Sicht der
Kannibalen nachempfunden, und die wohldosierten, dadurch aber erst recht
effektiven Schockmomente, tragen ihr Übriges zum Gelingen dieses Nailbiters
bei.
Wenn in der Anfangssequenz mittels schneller Schnitte Zeitungsberichte
einerseits über vermisste Personen, andererseits über genetische
Deformation durch Inzucht auf die Zuschauer niederprasseln, um diese
gewissermaßen auf das nun folgende Grauen auf der Leinwand einzustimmen,
fühlt man sich unweigerlich an das Intro aus TEXAS CHAINSAW MASSACRE (Tobe
Hooper, USA, 1974) erinnert. In der Hütte der Kannibalen erwartet man jeden
Moment einen mit laufender Excalibur-Kettensäge um sich fuchtelnden
Leatherface zur Tür herein stürmen.
WRONG TURN macht wirklich keinen Hehl daraus, Momente von Klassikern wie
Tobe Hoopers Meisterwerk aus dem Jahr oder BEIM STERBEN IST JEDER DER ERSTE
(John Boorman, USA, 1972) zu kopieren. Warum auch? Er kann ohne weiteres als
sehr eigenständige und zudem würdige Hommage an eben diese Filme angesehen
werden. Mit augenzwinkerndem Humor weist das Script ja schließlich selbst
ausdrücklich darauf hin, wenn bspw. einer der jungen Leute beim ersten
Anblick der Redneck-Hütte fragt, ob jemand aus der Gruppe besagten BEIM
STERBEN IST JEDER DER ERSTE kenne.
Die reichlichen und äußerst graphischen Special-Effects treiben garantiert
jedem Splatter-Fan die Freudentränen in die Augen. In bester
Tom-Savini-Manier-zum-Höhepunkt-seiner-Karriere wird hier einiges an roter
Flüssigkeit verspritzt. Dass man so etwas tatsächlich mal im Deutschen
Kino erleben darf...
Einziges Manko der deutschen Fassung ist die gewöhnungsbedürftige
Synchronisation, deren Tonabmischung über weite Strecken des Films zu
steril wirkt. Fairerweise sei allerdings darauf hingewiesen, dass bei WRONG
TURN weniger die Dialoge, sondern in erster Linie Terror und blanker Schock
für die gelungene Unterhaltung sorgen.
FAZIT:
Ist das die Zukunft des Horrorfilms?? Das wollen wir doch alle mal schwer
hoffen!!!! Extrem spannende und sehr gorige Variante des
Manic-Rednecks-Themas!!! Bitte vor Konsum des Films keine Fingernägel
schneiden, sonst leidet das Nagelbett!!!!!! |