Damned Forest

Informationen

OT:Engine Trouble

ca. 89 Minuten

Belgien 2002

Regie

  • Marc Ickx
Darsteller

  • Cecilia Bergqvist
  • Bob Dougherty
  • Marcel Romeijn
  • Marlene Simons
  • u.a.

Damned Forest

Story

Sandra (Marlene Simons) und Rebecca (Cecilia Bergqvist) sind die besten Freundinnen und freuen sich schon lange auf einen gemeinsamen Urlaub. Ganz alleine, ohne die Begleitung ihrer Freunde, geht es in Richtung des angestrebten Ferienziels, als die beiden in einer einsamen Gegend eine Autopanne haben. Um Hilfe zu holen, läuft Sandra zu einer Tankstelle zurück, an der sie kürzlich vorbeigefahren sind, während Rebecca beschließt, beim Wagen zu warten. Schon bald stellt die junge Frau fest, dass sie nicht mehr alleine zu sein scheint. Jemand schleicht um das Auto herum und zwingt Rebecca zur Flucht, die fortan von ihrem Verfolger gnadenlos gejagt wird…

Kritik

Im Grunde sollte es Filmfans, im Speziellen Horror-Liebhabern, Warnung genug sein, wenn ein billig anmutendes B- oder gar C-Movie aus einem Land kommt, das schon nicht gerade für seine überschwemmende Filmproduktion bekannt ist. In diesem Fall erblickte der Streifen "Damned Forest", der im Original den Titel "Engine Trouble" trägt, in Belgien das Licht der Welt. Zugegeben, es sollte nicht vergessen werden, dass uns die Belgier bereits erstklassige Werke wie "Mann beißt Hund" oder "Ex Drummer" bescherten, doch von diversen Perlen abgesehen, ist die Liste nennenswerter Werke aus Belgien sehr kurz. Dies muss nicht zwingend als Warnzeichen gewertet werden, schließlich ist gerade im Bereich des Horrorfilms sehr viel mit wenig finanziellen Mitteln machbar. Doch was der Filmemacher Marc Ickx mit "Damned Forest" auf sein Publikum loslässt, ist nicht nur eine Frechheit, sondern hat auch einen internationalen Vertrieb absolut nicht verdient. Eine platte Handlung ist für Horrorfilme nichts untypisches, doch die Story dieser filmgewordenen Zuschauerbeleidigung ist selbst für Genre-Konventionen viel zu simpel gestrickt. Nach einer spannungslosen pre-title-sequence lernen wir die beiden Hauptcharaktere Rebecca und Sandra kennen, oder besser, bekommen sie vorgesetzt. Von kennen lernen kann innerhalb der gut 90 Filmminuten keinerlei Rede sein, da die Personeneinführung hier absolut miserabel vonstatten geht. Wir erfahren, dass Rebecca und Sandra Freundinnen sind und in den gemeinsamen Urlaub fahren wollen, das war alles. Die einzige Möglichkeit innerhalb des Filmes, den beiden etwas Tiefe zu geben, und zwar bei der ersten Autofahrt, verschwendet der Regisseur damit, seine Protagonistinnen dämliche, sich ständig wiederholende Urlaubslieder singen zu lassen. Das folgende Geschehen ist ein bloßes Abziehbild dessen, was man als Horrorfans bereits in- und auswendig kennt. Die Autopanne, der hilfsbereite Sonderling, der sich später auch als Fiesling entpuppt, der unheimliche Killer usw. Alles schon dutzendfach gesehen, dennoch schafft es "Damned Forest", seine Vorbilder noch um Längen zu unterbieten. Lustigerweise macht der Titel des Films überhaupt keinen Sinn, da im Filmverlauf zu keiner Sekunde ein Wald auftaucht, des weiteren sind die seitens des Verleihers gezogenen Vergleiche mit "Wrong Turn" und "Freitag der 13." nichts anderes als ein peinlicher Versuch, diesen Mist noch irgendwie an den Mann zu bringen. Es erfordert wirklich kein Talent, einen solchen Film in den Kasten zu bringen, was die Frage aufwirft, mit wem Marc Ickx schlafen musste, um überhaupt einen internationalen Verkauf für "Damned Forest" zu erreichen. Wäre dieses Werk nur eines von tausenden Backwood-Filmchen und würde sich zumindest noch etwas Mühe geben, dann könnte man dies als Zuschauer noch verschmerzen. Doch was einem hier geboten wird, ist derart hochgradig lächerlich und schmerzhaft belanglos, das man es kaum für möglich halten mag. Nach den 90 Minuten Spielzeit, die sich quälend langsam hinzuziehen scheinen, hat man den nachträglichen Eindruck, dass der komplette Film nur aus 2-3 Szenen bestand und diese bis ins Unerträgliche ausgelotet wurden. Von Abwechslung oder Spannung kann hier jedenfalls keine Rede sein, die Handlung ist in wenigen Worte zusammengefasst. Sandra kommt von ihrem Gang zur Tankstelle nicht wieder zurück, eine bösartige Kreatur taucht auf, nimmt Rebecca gefangen und treibt schließlich noch bösartigere Spiele mit ihr. Was schon banal klingt, ist in der filmischen Umsetzung noch wesentlich eindimensionaler ausgefallen. "Damned Forest" scheint selbst nicht so recht zu wissen, ob er sich nun selbst ernst nehmen möchte und serviert uns einen offenbar von Geburt an geistig behinderten Killer, der in den meisten Szenen nicht einmal aufrecht stehen kann, bei diversen Verfolgungen aber munter artistische Meisterleistungen vollbringt, die die Vermutung aufkommen lassen, dass sich Jackie Chan hinter der eigenwilligen Maskerade verbirgt. Die Intention, die hinter den Morden steckt, könnte auch dämlicher nicht erklärt werden. Ein geistig behinderter Junge bekommt von seinem verrückten Vater regelmäßig Frauen "geschenkt", die er dann töten darf, da er ja sonst offenbar keine Freude in seinem Leben hätte. Sich einen derartigen Stuss auszudenken, darf sicherlich schon als Kunststück angerechnet werden. Die Inszenierung des Films ist billig und versucht krampfhaft, an die US-Vorbilder anzuknüpfen, was aber in keinster Weise gelingen mag. Die wenigen Splattereffekte sind an einer Hand abzuzählen und verfehlen ihre Wirkung in jeder Hinsicht, während auch die Kulissen einen äußerst notgedrungenen Eindruck machen. Den dicksten Bock schießt jedoch die unglaublich hundsmiserable Synchronisation. Gerade Rebecca wurde derart dilettantisch und lustlos ins Deutsche übersetzt, dass es einem lediglich hier Angst und Bange wird. Gegen diese heisere Raucherstimme, die absolut nicht in der Lage ist, Schreie oder unterschiedliche Emotionen an den Mann zu bringen, ist jede Porno-Synchro Gold wert. Durch die scheußliche Übersetzung wirkt die Leistung der Schauspieler, die ohnehin schon nicht sonderlich überragend ausfällt, natürlich noch einmal ein ganzes Stück unbrauchbarer. "Damned Forest" ist ein in jeder Hinsicht überflüssiger Backwood-Horrorfilm, der diese Genre-Zuordnung im Grunde nicht einmal verdient. Alles, was man von ähnlich gestrickten Filmen schon kennt, wird hier in der denkbar miesesten Form nacherzählt und aufs Billigste kopiert. Nicht nur, dass eigene Ideen hier Mangelware sind, auch die Fremdeinflüsse wurden derart lustlos übernommen, dass einem bereits nach den ersten 15 Minuten jede Lust auf das Werk vergangen ist. Atmosphäre, Spannung oder Blut sind ebenfalls so gut wie nicht vorhanden, die jederzeit vorhersehbare Story ist ein schlechter Scherz und die untragbare Synchronisation eine Frechheit. Als einzig positiver Aspekt an "Damned Forest" sei an dieser Stelle der unfreiwillige (!) Humorgehalt genannt, der diese Zeitverschwendung aber auch nicht empfehlenswerter macht. Unbedingt meiden und sich selbst ein Ärgernis ersparen!

Bewertung

Splatter Damned Forest
Spannung Damned Forest
Story Damned Forest
Ekelfaktor Damned Forest
Atmosphäre Damned Forest
Gesamt Damned Forest

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