Evil Breed: The Legend Of Samhain

Informationen

OT:Evil Breed: The Legend Of Samhain

ca. 81 Minuten

Kanada 2003

Regie

  • Christian Viel
Darsteller

  • Bobbie Phillips
  • Howard Rosenstein
  • Ginger Lynn Allen
  • Chasey Lain
  • Taylor Hayes
  • Jenna Jameson
  • u.a.

Evil Breed: The Legend Of Samhain

Story

Der Ursprung des weltweit bekannten und beliebten Halloween-Festes ist das irische "Samhain", das Fest der Toten. Um diesen Wurzeln nachzugehen, reisen fünf amerikanische Studenten gemeinsam mit ihrer Lehrerin Karen (Bobbie Phillips) nach Irland. Natürlich sind die Schüler weniger an der irischen Kultur und Geschichte, sondern vielmehr an Erforschungen des anderen Geschlechts und an viel Spaß interessiert. Dieser wird jedoch erstmals getrübt, als der Einheimische Gary (Simon Peacock) auftaucht, der die jungen Leute von einer in der Gegend hausenden Kannibalenfamilie warnt und ihnen dringend rät, schnell wieder das Weite zu suchen. Natürlich tun die Studenten diese Warnungen als Spinnereien ab, doch das soll sich sehr schnell als Fehler herausstellen. Wie schnell zur blutigen Gewissheit wird, ist mehr an den Gerüchten um eine, sich in diesem Gebiet seit Jahrhunderten durch Inzest vermehrende, Kannibalensippe dran, als den jungen Leuten lieb ist und schnell wird einer nach dem anderen brutal von den degenerierten Hinterwäldlern gemeuchelt..

Kritik

Es geschieht immer wieder mal, dass Filme bereits vor ihrem Erscheinen für einen kleineren oder größeren Wirbel sorgen. Ähnlich verhielt es sich auch im Fall von "Evil Breed – The Legend of Samhain", der zwar schon 2002 gedreht wurde, über die Jahre aber starke Probleme hatte, einen Verleiher zu finden. Gegenüber der an Sex und Gewalt reicheren Rohschnittfassung soll die, sich derzeit im Umlauf befindliche, Uncutfassung etwas gekürzt sein. Dennoch wurde "Evil Breed", bzw. "Samhain", wie der Streifen 2002 noch hieß, in letzter Zeit in zahlreichen Foren immer wieder aufgrund seines Brutalitätsfaktors positiv erwähnt. Etwas Derartiges kommt einem Streifen natürlich nur zu Gute, sorgt aber auch dafür, dass man mit eventuell zu hohen Erwartungen an einen Film herangeht, die dann um so anfälliger für Enttäuschungen sind. Regisseur des Ganzen ist im Übrigen ein gewisser Christian Viel, der sich neben "Evil Breed" noch für einige Independentfilme verantwortlich zeichnete, die aber alle nicht gerade mit guten Kritiken wegkamen und auch nicht weiter bekannt sind.

Sympathische Charaktere, Spannung, eine überragende Inszenierung, über all das verfügt "Evil Breed – The Legend of Samhain" leider nicht. Dabei ist es sicher nicht so, dass Christian Viel die groß angekündigten Versprechen nicht hält und einen umsonst für Blut und nackte Haut ausharren lässt. Blöd nur, wenn ein Regisseur absolut keine Ahnung hat, wie man einen Unterhaltungsfaden kontinuierlich und abwechslungsreich durch einen Film ziehen kann. Nach 5 Minuten, in denen erst mal ein junges Paar, welches zuvor noch "Jason Goes to Hell" like Sex in einem Zelt hatte, gekillt wird, und der Torso des männlichen Opfers danach an einem Spieß über einem Feuer brät, sind die Hoffnungen noch weit oben angesiedelt. Alles lässt auf 81 höchst spaßige Minuten schließen, doch je weiter das Geschehen im folgenden Verlauf voranschreitet, desto verdutzter wird man angesichts der Tatsache, dass man außer dümmlichen Dialogen und stereotypen Charakteren scheinbar nichts geboten bekommt.

Viel entschied sich dazu, den Zuschauer erst einmal in die Handlung einzuführen und Atmosphäre entstehen zu lassen, bevor es dann im letzten Drittel splattermäßig erst so richtig losgeht. Das Problem dabei ist nur, dass die Grundvoraussetzung bei einem derartigen Vorhaben die ist, dass man auch eine richtige Handlung zu Grunde liegen hat und in der Lage ist, Atmosphäre aufzubauen. Beides ist hier jedoch nicht der Fall. Die Story erinnert an jeden beliebigen anderen Slasher und unterscheidet sich in keinster Weise von seinen Genrekollegen, weder durch Innovation, noch durch sonstige Ideen, die das Ganze aufpeppen könnten. Vielmehr schüttelt man hier das gesamte Repertoire an Teenieklischees aus dem Ärmel, die es so auch schon viele Male zu sehen gab und über die man nur noch den Kopf schütteln kann. Das Verhalten der angeblichen Studenten ist unglaublich dämlich, die Dialoge sogar noch schlimmer. Christian Viel lässt seine Darsteller allerlei Horrorfilme zitieren und will damit wohl die Fangemeinde ansprechen, schafft es aber nicht, auch nur einen vernünftigen Dialog in das Geschehen einzubauen.

Die Handlung hält sich strikt an die Genrekonventionen und lässt aufgrund ihrer Vorhersehbarkeit kaum Spannung zu. Die Charaktere kommen in einem bewaldeten Gebiet Irlands an, erfahren dort schnell von dem Kult um Samhain und von der Legende einer Kannibalensippe (unter diesem Aspekt beruht "Evil Breed" dann auch zum Teil auf wahren Begebenheiten", denn eine solche Familie, die durch Inzucht 46 Kinder und Enkel zur Welt gebracht haben soll und angeblich bis zu 1000 Menschen tötete und deren Fleisch aß, soll es in Schottland im 15. Jahrhundert gegeben haben). Der einzig atmosphärische Teil ist der in schwarzweiß gehaltene Rückblick auf die Taten des kannibalistischen Clans, alles andere ist klischeehaft und über weite Strecken langweilig. Sobald dann aber das erste Blut exzessiv verspritzt wird, gelingt "Evil Breed" noch eine spontane Wendung, wird er doch von da an tatsächlich zu dem angekündigten Splatterfilm, der halten kann, was im Voraus versprochen wurde. Besonders zwei, drei harte Szenen bleiben einem noch länger in Erinnerung. Zwar kann es nicht besonders ernstgenommen werden, wenn einem Opfer die Gedärme aus dem Arsch herausgerissen werden und dieses daraufhin noch damit stranguliert wird, doch technisch ist alles zumindest auf annehmbaren Niveau dargestellt. Ein weiteres Highlight ist der Mord an Jenna Jameson, die in einer expliziten Sequenz, die stark an die alten Kannibalenfilme der 80er erinnert, zuerst ausgeweidet und anschließend zu Teilen noch verspeist wird, wobei der degenerierte Hinterwäldler ausgerechnet das Brustimplantat der Blondine erwischt und verwundert darauf herumkaut. "Evil Breed" mag also durchaus brutal und im letzten Drittel für Splatterfans zufriedenstellend sein, allerdings hätten die Effekte besser über den gesamten Streifen verteilt werden können.

Was dem Werk zudem noch ein eher negatives Antlitz verleiht sind die peinlichen Schauspielversuche des Casts. Der eine oder andere bringt seine Rolle zwar glaubhaft rüber, doch ein Großteil der Crew wirkt einfach fehlbesetzt. Die Tatsache, dass nicht weniger als vier Pornodarsteller hierbei mit von der Partie sind sorgte zwar im Voraus für etwas Aufmerksamkeit, allerdings stellt sich die Ernüchterung schnell ein. Jenna Jameson, Chasey Lain, Ginger Lynn Allen und Taylor Hayes machen ihre Sache allesamt nicht sonderlich überzeugend, insbesondere bei den drei erstgenannten merkt man, dass sie nur ihres bekannten Namens wegen in den Cast aufgenommen wurden. Für eine weitere Enttäuschung sorgt des weiteren, dass "Evil Breed" längst nicht mit dem T & A Level aufwartet, mit dem man anhand der HC Darstellerinnen hätte rechnen dürfen, auch wenn man, was nackte Haut angeht, natürlich nicht gänzlich leer ausgeht.

Groß angekündigt ist "Evil Breed – The Legend of Samhain" leider nicht viel mehr als ein vorhersehbares Massenprodukt, wie es sie im B-Movie zuhauf gibt. Dafür, dass hier tatsächlich ein gewisses Budget zu Grunde lag, ist die Inszenierung zu billig ausgefallen, das jedoch ist nicht die einzige Schwäche des Films. Die Story ist absolut austauschbar, vorhersehbar und kaum spannend, die blutigen Sequenzen wurden alle in das letzte Drittel des Films gepresst, wodurch sich vor allem anfangs und im Mittelteil des öfteren mal Langeweile breit macht. Die Dialoge sowie das Verhalten der Charaktere fallen äußerst negativ auf, Lorbeeren können sich auch die Schauspieler nicht verdienen, was insbesondere für die Pornodarstellerinnen gilt. Splatterfans können mal einen Blick auf "Evil Breed" werfen, mehr als ein paar wenige gute Effekte kann der Film aber nicht bieten.

Bewertung

Splatter Evil Breed: The Legend Of Samhain
Spannung Evil Breed: The Legend Of Samhain
Story Evil Breed: The Legend Of Samhain
Ekelfaktor Evil Breed: The Legend Of Samhain
Atmosphäre Evil Breed: The Legend Of Samhain
Gesamt Evil Breed: The Legend Of Samhain

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