Nothing To Lose

Informationen

Drehland Niederlande
Drehjahr 2008
Laufzeit ca. 86 Minuten
Regie Pieter Kuijpers
Darsteller Theo Maassen Lisa Smit Bob Schwarze Ria Marks u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Niederländisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Nothing To Lose

Story

Wegen Mord an seinem Vater und seiner Schwester sitzt Niederländer Johan in Haft. In Kürze solle er dem Haftrichter vorgestellt werden. Er denkt, er könne entlassen werden. Die Richter sehen das aber anders, da sie denken das Johan immer noch keine Reue zeigt. Vor allem, weil er den Mord an seiner Schwester vehement abstreitet und den an seinem Vater mit sexuellen Übergriffen rechtfertigt. Es wird beschlossen, Johan in Sicherungsverwahrung zu nehmen.

Dies will er aber nicht hinnehmen. Zusammen mit einem Mithäftling gelingt ihm die Flucht aus der Anstallt. Die weibliche Geisel der Flüchtenden, die Therapeutin von Johan, wird später vergewaltigt und ermordet aufgefunden. Als sich die Wege der Ausbrecher trennen und Johann von der Polizei gestellt wird, nimmt er ein junges Mädchen als Geisel und flieht erneut. Er ist der Überzeugung, dass eine Aussage seiner Mutter ihn vor der lebenslangen Haft retten kann. Diese hatte damals vor Gericht und seinen bisherigen Anhörungen zur Tat geschwiegen. Also macht er sich mit der 13jährigen Tessa nach Belgien auf, wo seine Mutter wohnen soll…

Nothing To Lose  Nothing To Lose

Kritik

Der niederländische Filmbeitrag „Nothing To Lose“ kommt auf den ersten Blick als unspektakulärer Kriminal-Thriller daher, hat aber viel mehr zu bieten, als im Vorhinein zu erahnen ist. Dies liegt zum einen daran, dass Regisseur Pieter Kuijpers eine ganz besondere Rolle für seinen Film geschaffen hat und zum anderen, weil diese Rolle brillant besetzt wurde. Wenn man es nicht weiß, kann man eigentlich gar nicht glauben, dass Protagonist Theo Maassen in den Niederlanden ein bekannter Stand-up Comedian ist. Denn er spielt die Rolle des Johan unglaublich intensiv und lässt sie absolut authentisch rüberkommen. Keiner will so recht glauben, dass der sympathische Typ ein gefühlsloser Killer ist. Den Mord an seinem Vater hat er zugegeben und die Begründung für die Tat leuchtet dem Betrachter durchaus ein. Was sich dann aber im Verlauf des Streifens zuträgt ist sehr sehenswert, verstörend und durchaus als ungewöhnlich zu bezeichnen.

Als einen der Eckpunkte des Films hat Regisseur Pieter Kuijpers die Beziehung zwischen Opfer und Täter, also die von Johan und Tessa installiert. Eine Beziehung mit kalten und heißen Phasen. Mit Hochs und Tiefs. Mit glücklichen und traurigen Momenten. Also mit viel Abwechslung und höchst interessanten Szenen. Langeweile hat keine Zeit zu keimen. Auch wenn das Tempo nicht immer sonderlich hoch ist und das geschehen relativ trivial wirkt geht doch eine dauerhafte Spannung von ihm aus. Die 13jährige Tessa wird Lisa Smit gespielt und auch ihr muss man eine durch und durch solide Leistung attestieren. Die Mischung aus Freundin und menschlichem Schutzschild verlangt ihr sicherlich mehr als nur einfaches Können ab.

Die Atmosphäre des Films sprüht eine stets spürbare Bedrohung aus. Die eingefangenen Bilder wirken meist kalt und ein ungewöhnlicher Schnitt sowie das Schlucken von Dialogen wirkt sich auch positiv auf den Gesamteindruck aus. Zudem kommt die Authentizität des Films hinzu. Der Stoff beruht zwar nicht auf wahren Begebenheiten, setzt sich aber mit dem Thema TBS auseinander. TBS ist der Originaltitel des Films und eine Therapieform, bei der Schwerstkriminelle in den Niederlanden zur Einsicht und somit wieder ins soziale Leben gebracht werden sollen. Das dies wohl auch in der Realität nicht immer vom Erfolg gekrönt ist, kann man sich denken.

„Nothing To Lose“ hat nur minimale Schwächen. Nicht vollends nachvollziehbar ist, dass Johan Mutter und Großmutter besuchen kann, obwohl er ein bekannter Schwerstkrimineller ist. Hier und da bietet der Plot weitere Ungereimtheiten, die aber marginal sind und dem Ablauf des Films eher dienlich sind, als das sie stören. Wichtiger erscheint, dass Regisseur Pieter Kuijpers die Geschichte so erzählt, dass der Ausgang offen ist und der Betrachter zu keiner Zeit belogen wird. Auch wenn dies sicherlich kein einfacher Weg war.

Der Film kommt ohne größere Gewaltdarstellungen und Spezialeffekte aus. Er ist zwar stellenweise hart, nutzt diese Elemente aber nicht selbstzweckhaft. Vielmehr werden sie genutzt, um den Betrachter einen Einblick in das Seelenleben eines psychopathischen Gewalttäters zu gewähren.

„Nothing To Lose“ ist sicherlich mehr als nur ein Geheimtipp. Er ist ein sehr unterhaltsamer und verstörender Film über einen fiktiven Gewaltverbrecher, der so in der Art überall zuschlagen könnte. Dies wird einem gerade bewusst, wenn man die Szene sieht, in der Journalisten das Auto stürmen, in dem sich Verbrecher und Opfer befinden. Parallelen zum Gladbecker Geiseldrama sind offensichtlich. Also: Anschauen und das Leben so spüren, wie man es nicht spüren will.

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DVD

Am Bild und auch am Ton gibt es nichts zu kritisieren. Dafür wurde aber etwas an den Extras gespart. Neben Trailern, die vor dem Film installiert wurden gibt es den originalen Trailer zum Film und eine Trailershow mit sieben weiteren Trailern. Eigentlich schade, da ein paar Hintergrundinformationen für Interessierte sicherlich ein tolles Extra gewesen wären.

Bewertung

Splatter Nothing To Lose
Spannung Nothing To Lose
Story Nothing To Lose
Ekelfaktor Nothing To Lose
Atmosphäre Nothing To Lose
Tonqualität Nothing To Lose
Bildqualität Nothing To Lose
Zusatzmaterial Nothing To Lose
Gesamteindruck Nothing To Lose

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