Undead Or Alive

Undead Or Alive

Informationen

OT:Undead or Alive: A Zombedy

ca. 88 Minuten

USA 2007

Regie

  • Glasgow Phillips
Darsteller

  • James Denton
  • Chris Kattan
  • Navi Rawat
  • Brian Posehn
  • u.a.

Undead Or Alive

Story

Böses braut sich im Wilden Westen zusammen: Kurz bevor dem Indianerhäuptling Geronimo von der US-Army der Garaus gemacht wird, spricht dieser einen finsteren Fluch aus, der ab sofort alle Weißen als Untote wieder aus ihren Gräbern steigen lässt. Das bekommt kurz darauf auch die Bevölkerung eines kleinen, texanischen Dorfes zu spüren, als ein bis dato unscheinbarer und friedliebender Farmer plötzlich Frau und Kind verspeist. Zur selben Zeit treffen der Deserteur Elmer (James Denton) und der tollpatische Möchtegern-Cowboy Luke (Chris Kattan) in der örtlichen Bar aufeinander, wo sie sich sogleich eine handfeste Prügelei um eine Tänzerin liefern. Daraufhin werden die Beiden von dem ortsansässigen Sheriff kurzerhand hinter schwedische Gardinen verfrachtet, wo sie allerdings nicht lange verweilen, sondern mit den Ersparnissen des Sheriff’s das Weite suchen. Jener wurde erst kürzlich von einem Zombie gebissen und heftet sich nun, mit einem ebenfalls untoten Gefolge, an die Fersen der Flüchtigen…

Undead Or Alive  Undead Or Alive

Kritik

Was haben Zombies im Wilden Westen zu suchen? Wer auf diese Frage auf Teufel komm raus keine Antwort finden wird, der dürfte auch mit "Undead or Alive", der neuen Zombie-Komödie in den deutschen Verkaufsregalen, nicht all zu viel anfangen können, ist eine Besinnung auf den traditionellen Untotenfilm doch das letzte, was dieses Werk anstrebt. Was Regie-Debütant Glasgow Phillips, seines Zeichens aus dem Autorenteam von "South Park" stammend, hier abliefert, ist vielmehr ein zwar nicht ganz neues, dafür aber sehr gut aufgelegtes Crossover zwischen Westernsatire und Zombiesplatter, der sich in die vielen "Zombedys" der letzten Zeit einreiht und damit dem ein oder anderen Genrefreund sicherlich ein müdes Gähnen abringen dürfte. Jegliche Vorsichtsmaßnahmen oder Vorbehalte dürfen hier jedoch guten Gewissens fallen gelassen werden, hat das Zusammenspiel dieser beiden Genres doch selten zuvor so gut funktioniert wie hier. Im Großen und Ganzen spielen bei "Undead or Alive" viele glückliche Faktoren mit, die im Gesamtbild für ein rundum gelungenes Filmerlebnis der etwas anderen Art sorgen. Zuerst einmal heben sich die Locations und die allgemeine, visuelle Präsentation deutlich von den sonstigen Streifen dieser Machart ab. Wer noch vor Filmstart mit einem typischen B-Movie rechnete, bekommt plötzlich eine glaubhafte Western-Szenarie in schicker Aufmachung vorgesetzt. Saloons, staubige Straßen, rauhe Kerle, leichte Mädchen und einsame Prärien. Den Westernfilm nimmt man "Undead or Alive" sofort ab, auch, wenn die Charaktere für dieses Genre äußerst untypisch erscheinen. Das Weichei Luke etwa ist das absolute Gegenteil eines Cowboys, auch wenn er sich selbst als solcher sieht, was für einige humorvolle Momente sorgt. Beinahe schon birgt "Undead or Alive" die Anleihen eines Buddy-Movies in sich, wenn die äußerst ungleichen Flüchtigen Luke und Elmer gemeinsam von einer unliebsamen Situation in die nächste stolpern und dabei miteinander auskommen müssen. Auch die Liebesgeschichte darf dabei nicht fehlen, ein Element, für das die attraktive Sue sorgt. Sie ist eine Halbindianerin und kann, obwohl sie in New York aufwuchs und dort studierte, perfekt mit Pfeil und Bogen umgehen. Dieser Charakter ist der dritte im Bunde der Hauptprotagonisten und rundet das Gespann perfekt ab. Spaß ist das einzige Ziel dieses Films, dafür fliegen Logik und Plausibilität schnell über Bord, was aber nur die wenigsten stören dürfte. Bald werden Luke, Elmer und Sue von einer Bande untoter Sheriff’s verfolgt, was auch in einigen Szenen für einen erhöhten Blutgehalt sorgt. Trotz einer FSK 16 geht es in "Undead or Alive" überraschend blutig zur Sache, der Splatterfan kommt bei allerlei abgetrennten Gliedmaßen definitiv auf seine Kosten. Doch nicht nur dadurch wird der Zuschauer bei Laune gehalten, auch kuriose Dialoge und passende Situationskomik sorgen dafür, dass das Publikum beinahe durchgehend gut unterhalten wird. "Undead or Alive" nimmt sich selbst absolut nicht ernst und zieht selbstbewusst über die Klischees des Westerns her, ohne in Einfallslosigkeiten abzugleiten. Das einzig nennenswerte Problem, das der Film leider nicht gänzlich verbergen kann, sind einige Längen im Drehbuch. In die 88 Minuten Laufzeit haben sich letztendlich auch einige grundlos in die Länge gezogene Szenen eingefunden, die dem Ganzen ab und an etwas das Tempo nehmen, den rundum positiven Gesamteindruck aber nicht trüben. "Undead or Alive" ist insgesamt eine wirkliche Überraschung und dürfte sich innerhalb der Horror-Szene schnell als Geheimtipp herumgesprochen haben. Sicherlich bekommt man hier eigentlich nichts zu sehen, was man nicht schon kennen würde, doch werden die altbekannten Formeln scheinbar problemlos perfektioniert und abgerundet. Endlich wird dem Publikum mal wieder ein Film präsentiert, der trotz seiner Herkunft aus dem B-Sektor nicht zwanghaft billig oder bemüht erscheinen muss, sondern den sich auch alle ansehen können, die kostengünstigerer Unterhaltung sonst eher abgeneigt sind. Nicht ganz unschuldig am durchweg positiven Gesamteindruck des Films sind natürlich auch die Schauspieler. Der unter anderem aus "Desperate Housewives" bekannte James Denton gibt hier den glaubhaften und kernigen Cowboy, der mit allen Wassern gewaschen ist, während Chris Kattan ("Saturday Night Life") als liebenswert-trotteliger Möchtegern – John Wayne ebenfalls zu Höchstleistungen aufläuft. Den Beiden zur Seite steht ein Cast absolut überzeugender und durchweg passend besetzter Akteure, allen voran die attraktive Navi Rawat, die schon in "Feast" mit reichlich Kunstblut in Berührung kam. "Undead or Alive" erfindet das Genre nicht neu – muss er aber auch gar nicht. Was Glasgow Phillips dem kritischen Publikum hier vorsetzt ist eine treffsichere und ungemein unterhaltsame Mischung aus Westernsatire und Zombiekomödie, die durch sympathische Charaktere, schräge Dialoge, sitzende Situationskomik und ausreichend Splattereinlagen viele ähnliche Produktionen aus dem Bereich der "Zombedy" problemlos in den Schatten stellt.

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Bewertung

Splatter Undead Or Alive
Spannung Undead Or Alive
Story Undead Or Alive
Ekelfaktor Undead Or Alive
Atmosphäre Undead Or Alive
Gesamt Undead Or Alive

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