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Die
Geschäfte von Zuhälter Jung-ho laufen schlecht. Der Ex-Polizist steckt in
Schwierigkeiten. Dazu kommt das Problem, dass sich einige seiner Mädchen
offensichtlich selbständig machen. Zumindest sind zwei seiner Mädchen
spurlos verschwunden.
Als gerade ein Kunde eine Portsituierte bestellen will, steht dummerweise
keine zur Verfügung. Jung-ho kann schließlich die kranke Mi-jin
überreden, das Geschäft zu übernehmen. Als von Mi-jin nach einiger Zeit
nichts zu hören ist, ahnt er schlimmes. Er hat den Verdacht, dass Mi-jin in
die Hände eines Mannes gekommen ist, der seine Mädchen weiter verkauft.
Dem will er auf den Grund gehen. Doch es steht viel schlimmer um sein
verschwundenen Mädchen, als Jung-ho sich das vorstellen kann. Mi-jin ist in
den Fängen eines Seouler Serienmörders... |
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"The
Chaser" kommt mit einer ungeheuren Euphoriewelle von Südkorea ans
europäische Festland geschwappt. Er hat bereits einige Vorschusslorbeeren
einheimsen können und ist in seinem Produktionsland einer der
meistgesehenen Filme. Und das, obwohl er sich nicht unbedingt mit einer
Blockbuster-Thematik daher kommt.
Die durchaus komplexe Handlung beschäftigt sich mit einem unmoralischen
Zuhälter, inkompetenten Polizisten und einem knallharten Serienkiller.
Regisseur Na Hong-jin, der zuvor nur durch den Kurzfilm „A Perfect Snapper
Dish“ auf sich aufmerksam machen konnte, hat mit seinem ersten Langfilm
etwas Außergewöhnliches geschaffen. Das hat bereits kurz nach seinem Start
die Augen Hollywoods auf sich ziehen können, die sich dann, in Form von
Leonardo DiCaprio, die Rechte für ein amerikanisches Remake sicherten.
Der mit Preisen überhäufte Film besticht durch das indirekte Zusammenspiel
von zwei finsteren Charakteren, die darstellerisch perfekt in Szene gebracht
werden. Besonders auffällig ist Ha Jung-woo als psychopathischer
Serienmörder. Mit einem Verwirrspiel, einigen Nebenschauplätzen und einem
durch und durch inkompetenten Polizeiapparat, ist stets für Spannung
gesorgt. Ähnliches gilt für die Atmosphäre. Immer dann, wenn es um den
Serienkiller geht, kommt es zu vielen verstörenden Momenten. Hammer und
Meißel bewirken hier viele Unmutsgefühle. Von der Gewaltdarstellung hält
sich "The Chaser" zwar meist etwas zurück, der Film ist aber ein
perfektes Beispiel dafür, dass man nicht immer alles zeigen muss um hart
rüber zu kommen.
Was ebenfalls sehr positiv auffällt sind die Dialoge. Und das, obwohl es
sich um eine Übersetzung handelt in denen ja meist viel verloren geht. Hier
wurde wirklich sehr gut gearbeitet. Langeweile kommt trotz der langen
Spielzeit von über zwei Stunden nicht auf. Das will was heißen... Die gut
ausgefeilten Dialoge sorgen auch dafür, dass einige Fragen aufgeworfen
werden, die dann im Laufe des Films beantwortet werden wollen. Dies sorgt
für viele weitere Spannungsmomente.
"The Chaser" ist aber mehr als das blanke Darstellen von
interessanten Charakteren und deren Kommunikation. Man könnte ihn durchaus
als Großstadtthriller bezeichnen. In Teilen vergleichbar mit
ähnlichen Werken von Kultregisseur Abel Ferrara. Es gibt einige
Action-Szenen, die aber dezent gesät sind. Verfolgungsjagden die sein
müssen und hin und wieder auch etwas Geballere.
Optisch ist das Ganze phantastisch in Szene gesetzt worden. Die Kulissen
wirken meist bedrohlich und düster. Stimmungsvolle Bilder werden gekonnt
eingefangen. Ein verregnetes, düsteres und dreckiges Gesamtbild wird mit
geringen Mitteln geschaffen. Wenn man bedenkt, dass für die Produktion nur
wenig Geld (ca. 4 Million Dollar) zur Verfügung stand, wirkt das Ganze noch
besser als ohnehin schon.
Was an "The
Chaser" etwas stört ist die Tatsache, dass manchmal alles etwas zu
glatt läuft. Einige Zufälle sind schon mehr als zufällig und wirken
konstruiert. Sicherlich sind diese Dinge notwendig um die Geschichte zu
erzählen und die Dramatik zu fördern, dennoch stoßen einige Situationen
etwas sauer auf.
"The Chaser" ist ein brillantes Katz- und Maus-Spiel der
etwas anderen Art. Hart, kompromisslos temporeich und von bestem
Unterhaltungswert. Mit guten Darstellern besetzt und mit vielen spannenden
Szenen. Zudem bietet der Film einen Einblick in die Südkoreanische
Polizeiarbeit, die sich in vielen Fällen so zutragen soll, wie es gezeigt
wird. Was natürlich nicht weniger erschreckend ist als die eigentliche
Story im Film. |