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Jetzt ist es
Gewissheit, dass der ehemalige Musikschaffende, Rob Zombie, mit
seinem fulminanten Film-Debüt "Haus der 1000 Leichen"
nicht nur eine filmische Eintagsfliege geschaffen hat. "The
Devils Rejects", der auf dem Vorgänger aufbaut, aber doch so
ganz anders ist, zeigt das unverkennbare Talent von Zombie als
Meisterregisseur des Horrorgenres. In "Haus der 1000
Leichen" hat Rob der Gemeinde der "TCM"-Fans wieder
etwas gegeben, was es seit langer Zeit nicht gab oder vielleicht
sogar nicht geben durfte. Nur mit Glück erschien der Film
überhaupt auf den Kinoleinwänden der Welt. Und jetzt, mit
"The Devils Rejects", schaltet Zombie einen Gang
höher.
Wem die unverbrauchten
technischen Ideen Zombies aus dem Vorgänger gefallen haben, wird
auch jetzt auf seine Kosten kommen. Ein visueller Leckerbissen, der
mit dreckigen, ungehobelten, brutalen und fiesen Bildelementen
daherkommt und dem Zuschauer nicht mal im Ansatz die Chance gibt,
sich der optischen Anziehungskraft zu widersetzen. Zombie und sein
Team haben es geschafft, trotz der unverkennbaren Ähnlichkeiten zum
Vorgänger etwas komplett Neues zu schaffen. "The Devils
Rejects" kommt als bedrückendes Roadmovie daher, das in den
trockenen Weiten der Wüste spielt. Die Spielorte wurden aufgrund
des knappen Budgets nicht konstruiert, es wurde auf vorhandenes
Material zurückgegriffen. Bemerkenswert ist, dass alles wirklich
den Eindruck erweckt, dass man sich wirklich im Jahre 1978 befindet,
in dem der Film spielt. Ein Jahr nach den Geschehnissen von
"Haus der 1000 Leichen". Ebenfalls ist es schon nahezu
sensationell, dass die Drehorte ganz dicht beieinander liegen und
doch so wirken, als würden sie viele Meilen trennen.
Mit den beeindruckenden Kulissen im Hintergrund, verfolgt man die
abgefahrene Story, die zu keinem Zeitpunkt langweilig oder
uninteressant wird. Vielleicht ist sie hier und da etwas zu hart,
gerade in der "Motel-Szene". Es werden doch eindeutige
Erinnerungen an "Last House On The Left" und Konsorten
geweckt. Es wird aufs übelste erniedrigt und auch die
Spezialeffekte sind sicherlich nichts für schwache Gemüter. Doch
das ist es nun mal, was einen Rob-Zombie-Film so besonders macht.
Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass in der Hauptsache nur
Handkameras verwendet wurden, die dem Betrachter ein herrlich
verwackeltes Bild in den jeweiligen Szenen präsentieren und somit
für eine herrlich verstörende Atmosphäre sorgen. Diese Low-Budget
Techniken sind einer der Gründe für das Gelingen des Streifen,
denn Zombie war mal wieder außerordentlich kreativ und er gibt zu,
dass er wohl besser mit weniger Geld drehen kann, da man sich bei
einem Million-Budget nicht so viele Gedanken machen muss, alles
perfekt und günstig in den Kasten zu bekommen.
Die Darsteller, auch ein positiver Aspekt des Films, kommen mit den
geringen Einnahmen offenbar auch sehr gut klar. Ihnen ist ohne Frage
anzusehen, dass sie viel Freude beim Dreh hatten. Sid Haig, Bill
Moseley und Sheri Moon knüpfen da an, wo sie im ersten Teil
aufgehört haben. Die "Captain Spaulding" Rolle von Sid
Haig ist allerdings etwas anders geworden. Der Clown steht nun eher
im Mittelpunkt und verbreitet eine andere Art Terror.
Die weiteren Beteiligten sind auch nicht zu unterschätzen. Da wäre
zum Beispiel der aus „Zombie – Dawn Of The Dead“ bekannte Ken
Foree, Michael „Hügel der blutigen Augen“ Berryman, Danny Trejo
(From Dusk Till Dawn) und nicht zuletzt William Forsythe (u.a. „The
Rock – Fels der Entscheidung“). Den Darstellern ist ebenso wie
den zuvor genannten anzusehen, dass sie bei diesem, etwas
ungewöhnlichen Dreh viel Spaß haben und bringen sich gut in die
Geschichte ein. Leider spielt die Trash-Mama Karen Black nicht mehr
mit. Sie wurde durch Leslie Easterbrook ersetzt, die ihre Rolle als
„Mother Firefly“ ebenfalls passabel spielt.
Mit "The Devils Reject" hat Rob Zombie seine angefangene
Geschichte würdig weitergeführt und eindrucksvoll beendet. Es ist
zwar einer dieser Filme, über die man zwei Meinungen haben kann,
doch für Fans des Terror- und Brutalo-Kino ist es ein weiteres
Highlight des Genres. "The Devils Reject" erreicht
mindestens das Niveau des Vorgängers, ist durch seine andere Art
vielleicht sogar noch etwas besser und auf jeden Fall härter
geworden. Als Fan darf man schon jetzt auf das neue Film-Projekt des
begabten Regisseurs Zombie gespannt sein und darauf, ob er wieder
eine neue Richtung einschlägt.
"The Devils Reject" wird in der Kenner-Szene ein riesiger
Erfolg werden und sicherlich ein größeres Publikum als sein
Vorgänger ansprechen. |