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Irgendwo in einem weit abgelegenen
Wüstengebiet testet das US-Militär erstmals eine Plutoniumbome. Dabei
geschieht etwas unerwartetes, als Glenn Manning (Glenn Langan) heldenhaft
das Leben eines abgestürzten Piloten rettet. Blöd nur, dass er dabei die
gesicherte Zone verlässt und mitten in die gigantische Explosion gerät.
Wie durch ein Wunder überlebt Manning, doch 90% seiner Haut sind verbrannt,
sein Leben hängt am seidenen Faden. Die Ärzte sehen kaum Chancen für ihn
und staunen demzufolge nicht schlecht, als Glenn am nächsten Morgen mit
einer vollständig regenerierten Haut in seinem Krankenbett liegt.
Verantwortlich dafür ist ein schnelles Zellwachstum, das durch die
Explosion hervorgerufen wurde. Dies hat jedoch auch den ungewünschten
Nebeneffekt, dass Glenn nun unaufhaltsam größer und größer wird.
Glenn ist natürlich völlig verzweifelt angesichts seines rasanten
Wachstums und anscheinend gibt es nichts, was ein Stoppen dieses Prozesses
bewirken könnte. Glenn wird von den restlichen Menschen immer mehr wie ein
gefährliches Monster behandelt und kann seine Wut irgendwann nicht mehr
unter Kontrolle halten. Unaufhaltsam bewegt er sich auf Las Vegas zu und
sorgt dort für Chaos und Zerstörung... |
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Was wäre der 50er Jahre B-Film nur ohne Bert
I. Gordon? Natürlich, da hätten wir noch Roger Corman oder Jack Arnold,
die beide für Qualität stehen, doch seien wir mal ehrlich, für den
Trashfan sind Streifen wie "Beginning of the End", "The
Cyclops" und eben die beiden "Colossal Man" Teile ein
unentbehrlicher Schatz in der eigenen Sammlung, die man nur ungern wieder
hergeben würde. "The Amazing Colossal Man" entstand dabei, wie
viele andere von Gordon's Werke auch, für die American International
Pictures, die insbesondere in den 50ern und 60ern bekannt dafür waren,
massenhaft billige Trashgurken auf die amerikanischen Autokinos loszulassen,
wo diese meist in sogenannten Double Features gezeigt wurden.
Seit ich vor kurzem den Trailer zu "War of the Colossal Beast"
gesehen habe, war ich ziemlich neugierig auf den Film, legte mir der Logik
halber aber zuerst den ersten Teil zu. Dieser, "The Amazing Colossal
Man", war einer der ersten "Riesen"-Filme überhaupt, was man
ihm auch deutlich anmerkt. Gordon nimmt sich nämlich viel Zeit, die
Geschichte in Gang zu bringen und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf
die Leiden und die negativen Aspekte, die ein immenser Wachstumsschub so mit
sich bringen können. Wer hier deshalb ein typisches Monstermovie erwartet,
wird vermutlich enttäuscht sein, auch wenn "The Amazing Colossal
Man" längst nicht zu den schlechteren American International Pictures
Auswürfen zählt, sondern sich irgendwo im zufriedenstellenden Mittelfeld
platziert.
Das eigentliche Problem des Films ist, dass über weite Strecken einfach zu
wenig passiert, während sich die Action auf den Anfang und das Ende
verlagert. In den ersten 10 Minuten werden wir Zeuge des Unglücks, das zu
Glenn's Mutation führt, die nächste Stunde baut dann weitgehend auf
Dialogen und den Problemen Glenn's auf, während der Gute dann im Finale
noch einmal voll auf den Putz hauen darf. Diese Konstellation ist alles
andere als untypisch für einen Science-Fiction Film dieses Alters, beweist
aber auch hier wieder einmal, dass ab und an etwas Spannungs- und
Actionmomente nicht deplaziert wären und das man einen Film nicht nur mit
Special Effects tragen kann.
Diese stehen nämlich meist im Vordergrund. Wer vermutet, dass das
riesenhafte Wachstum Glenn's nur angedeutet wird und meist im Off vonstatten
geht, der täuscht sich. Bert I. Gordon lässt keine Möglichkeit aus,
seinen gigantischen Hauptdarsteller in den Mittelpunkt zu zerren und den
Trashfreund mit, aus heutiger Sicht betrachtet, meist amüsanten Effekten zu
verwöhnen. Wenn Glenn als zwanzig Meter großer Koloss durch Las Vegas
stampft, dann ist klar zu erkennen, dass der Schauspieler Glenn Langan hier
vor einer Leinwand stand und die Umgebung erst später eingefügt wurde. Um
Glenn ist nämlich meist ein weißer Umriss zu sehen, der ihn klar vom
restlichen Bild abhebt und den Effekt problemlos erkennen lässt. Des
weiteren schimmert die Umgebung des öfteren durch den Schauspieler
hindurch, doch dies möchte ich dem Film nicht negativ anrechnen. Dadurch
wird ein beinahe schon niedlicher Charme erschaffen, wie er heute nicht mehr
existent ist und den man so eben nur bei den alten B-Film Klassikern findet.
Gegen die Effekte, so mies sie im Grunde sein mögen, habe ich also nichts
einzuwenden.
Schon eher kritisierbar sind da die Schauspieler, die über weite Strecken
hinweg einfach hölzern und unecht wirken. Glenn Langan macht seine Sache da
noch am glaubhaftesten, man nimmt ihm den ständig wachsenden Riesen auf
jeden Fall ab. Für einen Großteil des Casts gilt dies leider nicht
zwangsläufig, scheinbar hat damals ein Minimum an schauspielerischem Talent
genügt, um ihn einem Film diesen Kalibers agieren zu können.
"The Amazing Colossal Man" zählt auf jeden Fall zu den
empfehlenswerten AIP-Streifen, schafft es aber nicht, den Zuschauer
permanent bei Laune zu halten. Insbesondere im Mittelteil offenbart sich die
eine oder andere relativ schleppende Szene, die Dialoge wirken oftmals zu
lang, das Geschehen einfach in die Länge gezogen. Dafür sind die Special
Effects aber wieder sehr schön anzusehen, die zwar absolut billig wirken,
was den Freund älterer Science-Fiction Kost aber nicht stören sollte. Wer
sich an alten, trashigen B-Movies erfreuen kann, macht hier nicht viel
falsch. |