Kolobos

Informationen

OT:Kolobos

ca.84 Minuten

USA 1999

Regie

  • Daniel Liatowitsch
  • David Todd Ocvirk
Darsteller

  • Amy Weber
  • Donny Terranova
  • Nichole Pelerine
  • u.a.

Kolobos

Story

Nachdem die ganzen Namen gekommen sind, bekommen wir eine kleine Anfangsszene zu sehen, die ungefähr 2 bis 3 Minuten geht. Und zwar sehen wir eine junge Frau (erfahren wir erst später, da es aus der Sicht der Frau ist), die nachts durch den Regen läuft und vor irgendwem oder irgendwas flüchtet und verwundet ist. Voller Panik läuft sie in ein fahrendes Auto und als der Fahrer aussteigt um nach dem Rechten zu sehen sagt sie nur ein Wort und zwar „Kolobos“. Die Frau kommt ins örtliche Krankenhaus und wir erfahren, dass sie Kyra heißt und hobbymäßig Künstlerin ist und somit gerne zeichnet. Die Ärzte stellen fest, dass Kyra schwere Schnittwunden im Gesicht hat und stellen sich, wie wir, die Fragen, was ist passiert und wer oder was hat sie so zugerichtet. Und genau diese Antworten werden wir in den folgenden 84 Minuten erfahren in Form eines Rückblicks von Kyra.

36 Stunden vorher! Regisseur sucht 5 junge Erwachsene Leute, für ein Experiment mit der Hoffnung auf neue Schauspielkünste zu treffen. Unter den 5 sind 2 Jungs und 3 Mädchen, darunter Kyra. Das Experiment ist zu vergleichen mit „Big Brother“, nur etwas interessanter. Und zwar sollen sich unsere 5 auserwählten für einige Tage in einem Haus aufhalten, in dem überall Kameras hängen. Lebensmittel und Verpflegung wird kostenlos zur Verfügung gestellt und alle sollen sich so natürlich wie möglich verhalten. Kyra hat Anfangs gar nicht so richtig Lust hinzufahren, geht dann aber doch hin. Sie hat aber das Problem, dass sie überall wo sie hinblickt immer den Mann ohne Gesicht aus ihren Alpträumen sieht, der sie verfolgt. Um die Angst vor ihm etwas zu verdrängen zeichnet sie ihn und verschiedene Situationen auf Papier und schleppt somit immer ihren Zeichenblock mit sich herum.

Inzwischen haben sich alle 5 in dem besagten Haus einigermaßen eingelebt und es wird allmählich Abend. Bevor das Experiment endgültig losgehen soll, kommt noch einmal der Regisseur mit einer Ladung Pizzas zu besuch um etwas zu plaudern und alles zu erklären, geht aber ziemlich schnell wieder. Am Abend dann schauen sich die 5 einen Horrorfilm an indem eine der Frauen, Erika, mitspielt. Nach einer Weile wird es einem der Jungs zu langweilig und geht ins Bett. Tina hat nach einer Weile auch die Schnauze voll, geht in die Küche und will sich was zu trinken holen. Auf einmal kommt eine Art Sägeblatt aus dem Boden geschossen und sie wird von unten bis oben aufgeschlitzt (genauere Beschreibung kommt unten). Natürlich kommen alle zu Hilfe aber es ist schon zu spät und in der nächsten Szene finden sie ihre Überreste. Dummerweise wurde auch eine Art Verriegelung ausgelöst, so dass jetzt vor allen Türen und Fenstern Metallplatten sind. Eine Flucht ist ausgeschlossen. Nun fällt auch noch der Strom aus, im Haus sind überall fallen und Kyra benimmt sich immer merkwürdiger. Zu guter Letzt scheint es noch so, dass ein Killer im Haus herumläuft und alle töten will.

Kritik

Ich weiß was ihr jetzt denkt! Ihr denkt, wieder so ein langweiliger Slasherfilm, der Erfolgen wie „Scream“ nacheifern will, aber im Grunde nur eine langweilige Kopie ist. Wenn ihr das denken solltet muss ich euch enttäuschen. „Kolobos“ ist zwar dem Slashergenre zugeteilt worden, ist aber meiner Meinung nach anders wie die anderen seiner Art. Ich würde sogar sagen er ist eine Mischung zwischen Slasherfilm und Psychothriller. Diesmal haben wir nämlich NICHT die Gerne Übliche Story, ohne zuviel zu verraten, auch wenn es Anfangs so scheint. Okay ich gebe zu, dass mit dem Haus das verriegelt wird und eine Flucht ausgeschlossen ist, gab es schon in Zig anderen Filmen, aber das steht bei „Kolobos“ eher im Hintergrund.

Die Tatsache ist, dass der Film eine wirklich geniale Story hat, so wie ich es bisher in keinem anderen Film dieses Genres erlebt habe. Hinter dem Film steckt eindeutig mehr dahinter, als der Killer der alle umbringt und am Schluss trotzdem besiegt wird. Wo wir schon bei Schluss sind, den ich natürlich auf keinen Fall verrate, muss ich sagen, dass ich mit allem gerechnet habe nur nicht damit. Auf einen Schlag kommt etwas mit was der Zuschauert überhaupt nicht gerechnet hat und es werden Fragen aufgeworfen, über die man auch noch im Nachhinein nachdenken wird. Man kann sogar fast sagen, dass das Ende den kompletten Film in Frage stellt. Ich denke einige finden das Ende beschi****, ich aber fand es sehr faszinierend und bin jetzt immer noch fasziniert (ich hab mir den Film gestern Abend zum 2. Mal angeschaut). Im ersten Augenblick ist dann alles recht verwirrend, wenn man dann aber mal genauer drüber nachdenkt und den Film mal wieder sieht, dann erscheint alles gleich viel logischer und es bleiben im Prinzip auch keine Wichtigen Fragen unbeantwortet, auch wenn es Anfangs so scheint. Und genau das finde ich an diesem Film so faszinierend und hebt ihn damit von sehr vielen bisher gezeigten Slasherfilmen (storymäßig zumindest) ab.

Aber der Film ist zudem auch noch an manchen Stellen sehr spannend. Während in den ersten 15 Minuten alles noch wie „The Blair Witch Projekt“ rüberkommt und alles happy ist, wird es nach ca. 35 Minuten zeitweise extrem spannend und sogar richtig blutig (dazu komme ich gleich), ab da wo Tina in die Küche geht. Besonders interessant waren auch die Szene in denen man Kyra gesehen hat, wenn sie Visionen hat. Besonders spannend fand ich die Szene im Dachboden, als Plötzlich das Licht ausgeht und wir für ein paar Sekunden nur noch schwarz sehen und Stimmen hören. Als das Licht dann wieder angeht, ach seht doch einfach selber… ! Ansonsten gibt es noch viel mehr sehr spannende Szenen, wie zum Beispiel auch die Stelle als Erika mit Tom (so hieß er glaub) in den Keller gehen um nach einem Ausgang zu suchen und dieser dann Plötzlich verschwindet. Im übrigen kommt es öfters vor, dass jemand einfach verschwindet und dann wieder auftaucht. Das wirkt zwar Anfangs etwas billig (warum sollten sich die 5 in so einer Situation so blöd benehmen), wird aber durch das Ende alles geklärt, warum das so ist. Durch die Musik, Dunkelheit und Aussichtslosigkeit wird auch eine sehr gute Atmosphäre aufgebaut, die wirklich ab dem ersten Mord bis zum Ende anhält. Das Ende ist wie schon gesagt extrem überraschend.

Nun zu einem weitern sehr wichtigen Punkt an den wahrscheinlich jeder denkt, wenn er von dem Film „Kolobos“ hört: Der Blut und Splattergehalt. Nun, ich wusste dass der Film ziemlich neu ist (1999) und erwartete deshalb auch nicht sonderlich brutale Szenen, obwohl ich immer wieder davon hörte. Als der Film dann aber loslegt war ich sehr sehr sehr positiv überrascht, denn was wir hier zu sehen bekommen, erinnert stark an die 80ger Jahre Slasher a la „Freitag der 13. Teil 3, 4 oder 9“, vielleicht sogar noch krasser. Es gibt zwar nicht soviel Splatter wie in den besagten Film, aber wenn mal was kommt dann was ordentliches. Ich gebe einfach mal 3 Beispiele. Für alle die nur die zensierte Fassung lesen werde ich nach meinem neuen System verfahren und alles lediglich andeuten, so dass jeder seine Fantasie mit einschalten muss:

1) Die Küchenszene (Tod von Tina): Tina geht in die Küche um etwas zu trinken zu holen. Plötzlich kommt aus dem Boden eine Art Sägeblatt, dass ihr einen senkrechten Schnitt verpasst. Auf einmal kommt auch noch ein Sägeblatt von links, dass sie Senkrecht aufschlitzt. Sie fällt blutend zu boden und versucht zu verhindern, dass ihre Gedärme herausquellen.

2) Tod von Erika: Aus der Wand kommt eine Art große Zange und zwickt ihr zur Hälfte den Fuß ab, was wir schön zu sehen bekommen, während sie vorm Killer flüchtet. Der Killer packt sie und drückt sie mit dem Kopf in ein Hirschgeweih, so dass sie das Geweih durch das Auge in den Kopf bohrt und hinten wieder austritt und einen Fetzten Gehirn mit sich bringt. Diese Szene wurde übrigens von dem Film „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“/“Zombie2“/Zombie flesh eaters“ abgeschaut, wobei sie bei „Woodoo“ noch krasser wirkt.

3) Die Badezimmerszene: Einer der Männer bekommt ein über den Schädel und wacht im Badezimmer in der Dusche auf. Auf einmal kommt aus der Brause Säure heraus und spritzt ihm mitten ins Gesicht. Ihm wird das Halbe Gesicht schmerzhaft weggeätzt und er bricht zu boden. Aber es geht noch weiter. Auf einmal kommt der Killer und zerrt ihn aus der Dusche in Richtung Marmortisch. Der Killer packt ihm am Kopf und haut ihn 2 mal volle Kanne mit dem Kopf gegen die Kante, so dass er an den Folgen stirbt. Dabei sehen wir richtig in Großaufnahme wie er die Kante einmal in den Mund bekommt und einmal in die Backe. Diese Szene ist echt so hammerkrass gemacht, wie ich es sonst nur aus 80 Jahren Splatterfilmen kenne.

Ansonsten gibt es noch mehr kleinere Splatter und Blutszenen, die ich jetzt aber nicht verraten will, da sie meist mit einem Schockeffekt verknüpft sind. Aber eines sei Gesagt, die kleinen sind teilweise auch krass genug, dass sie niemals ungeschnitten im TV gezeigt werden. Die einzelnen Effekte sind zudem auch noch sehr gut gemacht und wirken keinesfalls billig. Auf jedenfall wird sich jeder Splattefan an den paar, wenn auch wenigen, Bluteffekten erfreuen, so wie ich natürlich auch.

Von der Schauspielerischen Leistung her ist alles einigermaßen im Rahmen, niemand sticht hervor und genauso wenig geht einer auf die Nerven. Für mich sind alles unbekannte, aber angeblich ist „Kolobos“ auch von zwei neuen Regisseuren, die bis jetzt unbekannt sind. Auf jedenfall haben sich alle Mühe gegeben, aber im Grunde sind es die üblichen Slasher Opferrollen und damit bin ich auch zufrieden. Die zwei Regisseure haben meiner Meinung nach einen richtig sehr guten Horrorfilm Geschaffen, der inzwischen auch zu meinen Favoriten gehört. Der Film wirkt bis auf die deutsche Synchronisation auch keinesfalls billig und lächerlich und es gibt, soweit ich das beurteilen kann, auch fast keinen ungewollten Humor. Wo wir schon bei der Synchro sind muss ich sagen, dass die deutsch diesmal wieder recht mies ist. Aber was solls, so wichtig ist das in diesem Film eh nicht, denn wer sich „Kolobos“ anschaut will Spannung und Blut sehen.

Was es mit dem Wort „Kolobos“ auf sich hat möchte ich jetzt nicht genau verraten, da es ein wichtiger Teil der Handlung ist und es jeder selber erfahren soll. Ich sag nur soviel, dass es ein griechisches Wort ist und soviel wie „Verstümmelung“ bedeutet.

Die DVD die Ich besitze ist von der Laser Paradise Red Edition und ist sogar unrated, also länger als die US Kinofassung. Das besondere an dieser DVD ist aber, dass es die einzige ungeschnittene deutsch Version ist die es gibt. Ich habe sie über einen Händler für 16 Euro bekommen und bin froh, dass sie nun in meinem Regal steht. Das Bild ist eigentlich ganz gut, man kann sagen hohes VHS Qualität und gleichzeitig normale DVD Qualität. Auch der Ton ist klar und gut, so dass man alles sehr gut verstehen kann. Der Ton ist sogar in Dolby Surround zu hören. Extras gibt es wie bei der Red Edition wieder mal gar nichts bis auf einen Trailer zum Film selber. Das einzige gute an der DVD ist ansonsten noch, das die Menüs animiert sind. Die angaben hinten auf der DVD sind wieder totaler Quatsch, denn laut Cover läuft der Film 100 Minuten und ist in Widescreen. In Wahrheit geht er aber ca. 84 Minuten und ist in Vollbild. Ansonsten kann ich noch sagen, dass die DVD nicht FSK freigegeben ist (keine Vermietung und verkauf an Kinder und Jugendliche) und der Film völlig ungeschnitten zu bewundern ist.

Aber VORSICHT!!! Außer der Red Edition gibt es noch eine DVD, die ebenfalls von Laser Paradise ist, die aber sehr stark gekürzt wurde und damit nicht mehr sehenswert ist, da jeder krassere Mord weggeschnippelt wurde. Die beiden DVD haben nur 2 Unterschiede, die aber leicht zu erkennen sind. Die ungeschnittene, die ich habe, hat das Red Edition Zeichen oben (Blut, das nach unten läuft), und das nicht freigegeben Zeichen, während die verstümmelte das Red Edition nicht hat und das FSK 18 Zeichen hinten drauf hat. Ansonsten gibt es noch eine schwer gekürzte VHS, ebenfalls von Laser Paradise, die das FSK 18 hat. Also nicht denke, dass weil FSK 18 draufsteht, der Film ungeschnitten ist! Obwohl der Film 1999 erschienen ist, kam er nicht im deutsch Kino, was wohl mit der Brutalität zusammen hängt, armes Deutschland!!!!! Aber wer weiß, vielleicht ist er ja irgendwann doch noch mal auf der Leinwand zu sehen und dann bin ich auf jedenfall mit von der Partie!

Bewertung

Splatter Kolobos
Spannung Kolobos
Story Kolobos
Ekelfaktor Kolobos
Atmosphäre Kolobos
Gesamt Kolobos

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