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In dem kleinen Kaff Furlough irgendwo in der
texanischen Wüste, in der Nähe der Grenze von Mexiko, passiert eigentlich
nie etwas. Entweder man prügelt sich, hütet Ziegen oder schiebt eine
Nummer in der Wüste, ansonsten gibt es hier nichts zu tun. Doch das ändert
sich eines Tages schlagartig. Eines Nachts werden einige Ziegen brutal
umgebracht. Als die örtliche, unfähige Polizei nichts unternimmt, stellt
die Schülerin Anna (Erika Fay) die Vermutung an, dass das legendäre Wesen
Chupacabra für die Tat verantwortlich sein könnte. Sie ist fest
entschlossen, der Sache zusammen mit ihren Freunden auf den Grund zu gehen
und begibt sich dabei in höchste Gefahr. Mit der Hilfe der Erwachsenen
dürfen die Jugendlichen allerdings nicht rechnen, denn diese sind so sehr
in ihre rassistische Streitereien verstrickt, dass sie den Geschichten um
Chupacabra keinen Glauben schenken. Als dann Annas Vater auch noch
herausfindet, dass sie mit dem Mexikaner Miguel (Gabriel Gutierrez) zusammen
ist, eskaliert die Situation gänzlich... |
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Da hat sich Scott Maginnis ja etwas ganz
cleveres einfallen lassen: Vermutlich dachte sich der Mann, dass er, wenn er
schon keinen interessanten Film zu bieten hat, doch wenigstens mit einem
halbwegs vertraut klingenden Titel werben könnte. So kam er dann auf
"Mexican Werewolf in Texas", der sofort Erinnerungen an
"American Werewolf in Paris" wachruft, obwohl er natürlich
absolut nichts mit der tollen Horrorkomödie aus dem Jahr 1997 gemeinsam
hat. Und wer glaubt, in diesem B-Movie würde ein Werwolf vorkommen, der
muss schnell feststellen, dass der Titel irreführend ist. Nicht ein Werwolf
macht hier eine texanische Kleinstadt unsicher, sondern ein Chupacabra. Wie,
noch nie gehört? Chupacabra (oder auch Chupacabras) ist ein Fabelwesen, das
seinen Ursprung im Lateinamerikanischen hat, und von dem behauptet wird,
dass er Ziegen und Schafen die Kehle aufschlitzt, um ihr Blut zu trinken.
Angeblich soll es schon viele Fälle gegeben haben, bei denen ein Chupacabra
gesichtet wurde, doch eindeutige Beweise gab es bislang noch nicht. Experten
sind sich einig, dass ein derartiges Wesen nie existiert hat und die vielen
Fälle von Tierverstümmelungen auf das Konto von menschlichen Tätern
gehen.
Ob nun real oder nicht, an und für sich ist diese Handlung für einen
Horrorfilm nicht die Schlechteste. In einer Serie wie "X-Faktor - Das
Unfassbare" wäre der Mythos um den Chupacabra sicherlich besser
aufgehoben, aber nun gut. Lassen wir Scott Maginnis seinen Spaß und sehen
mal, was der Gute uns mit seinem ersten, richtigen Spielfilm beschert hat.
Dass dem Werk kein umwerfendes Budget zugrunde lag, das wird einem schon
sehr schnell klar. Die knappe Finanzierung des Streifens scheint sich als
allen Ecken und Enden bemerkbar machen zu wollen, wobei ich aber durchaus
auch schon billigere Produktionen gesehen habe. Glücklicherweise ist noch
klar erkennbar, dass hier keine Amateuere am Werk waren, das hätte dem
Ganzen vermutlich den Rest gegeben.
Da der Streifen im heißen, staubigen Texas spielt, sollte es nicht wundern,
dass es Maginnis nicht gelingt, eine schöne Atmosphäre aufzubauen. Dessen
war sich der Regisseur wohl auch bewusst und legte es aufgrund dessen auch
gar nicht erst darauf an, seinen Film unheimlich oder düster erscheinen zu
lassen. Vielmehr wirkt alles wie aus einer Kopie von "Howling
VII": Wir haben die inzest-gezeichneten Rednecks, die so real die Rolle
der Klischeehinterwäldler spielen, dass man sich schon wieder fragen muss,
ob hier wirklich Schauspielerei am Werk war. Außerdem, und das wird wohl
viele abschrecken, ist "Mexican Werewolf in Texas" ein
Teenie-Horrorfilm. Zwar nicht in der Tradition von "Düstere
Legenden" und derlei Konsorten, aber dennoch sind es in diesem Fall
Teenager, die den Mordfällen nachgehen. Was das bedeutet, dürfte nicht
schwer zu erraten sein: Die eine oder andere Sexszene, Alkoholkonsum und
mindestens zwei Partys, anders kennt man es ja auch nicht vom
"Teeniehorror".
Ebenso entsprechen dann auch die Charaktere typischen Abziehbildern: Der
dämliche Proll, die notgeile blonde Tussi, und das verliebte Pärchen, Anna
und Miguel, die ganz in der Tradition von Romeo & Julia mit ihrer
Beziehung den Zorn der Eltern auf sich ziehen, da diese sich nicht riechen
können. So, und wer jetzt noch nicht gähnt, der ist selbst schuld. Klingt
alles öde? Ist es auch, was durch die vorhersehbare Geschichte nicht gerade
aufgepeppt wird. Die Story wird von Anna erzählt, die von einem besseren
Leben träumt und uns Zuschauern von den "schicksalhaften Ereignissen
in jenem Sommer" (oder so ähnlich) berichtet. Das hat wenigstens den
Vorteil, dass Scott Maginnis sich nicht sonderlich bei der Umsetzung des
Drehbuchs anstrengen musste, denn eine derartige Erzählung ist immer
einfach als das langsame Einführen in einen Plot.
Spannend ist "Mexican Werewolf in Texas" ungefähr so sehr wie ein
Sonntagmorgen in der Kirche. Hätte man sich wenigstens Mühe mit dem
Monster gegeben, hätte das wohl noch etwas herausreißen können. Dank
wirrer, schneller Schnitte bei den Angriffsszenen bekommen wir den
Chupacabra allerdings nie gänzlich zu Gesicht, sondern können sein
Äußeres nur erahnen. Wirklich blutig wird es übrigens auch in der
ungeschnittenen Fassung nicht. Bis auf eine Szene, in der einem Typen die
Gedärme freigelegt werden, gibts nichts für die Gorefraktion zu sehen. So
ist überaus fraglich, wer überhaupt etwas mit "Mexican Werwolf in
Texas" anfangen können wird. Horror, Spannung oder Splatter sind hier
kaum vorhanden, ebensowenig wie schwarzer Humor oder sonstige, positive
Eigenschaften. Alles, was das Konsumieren dieses Werks befürwortet, ist,
dass es überraschenderweise kaum so unerträglich wird, das man sich
genötigt fühlt, die DVD aus dem Player zu nehmen. Alles geht recht zügig
vonstatten, so dass sich "Mexican Werewolf in Texas" nicht auf zu
vielen Dialogszenen festfährt, doch das ist seine einzige, positive
Eigenschaft. Die Schauspieler sind allesamt nicht in der Lage, das Ruder
herumzureißen. Kein Wunder, bei den dämlichen Charakteren, die sie spielen
müssen.
Den Horror, den das Cover verspricht, durfte ich leider vergebens suchen,
ebenso wie den titelgebenden Werwolf. "Mexican Werewolf in Texas"
ist ein B-Movie, welches die Legende um den Chupacabra aufgreift, doch
daraus leider keinen brauchbaren Film machen kann. Alles zieht sich hier
viel zu zäh und unspektakulär dahin, es gibt keine nennenswerten
Highlights und auch keine genaue Zielgruppe, der man dieses Machwerk
empfehlen möchte. Unterdurchschnittliches Videothekenfilmchen, das man
nicht gesehen haben muss. |