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Die Reporterin Sadie Blake (Lucy Liu) ist
einer Sekte auf der Spur, die im Gothic-Gefilde ihr Unwesen treibt und der
scheinbar immer wieder junge Leute zum Opfer fallen. Als erneut zwei tote
Mädchen gefunden werden, kommt sie den gefährlichen Leuten aber einen
Schritt zu nahe und wird alsbald von deren Anführer Bishop (James D'Arcy)
aufgesucht, der sich als Vampir erweist. Dieser vergewaltigt Sadie, saugt
sie aus und lässt die Reporterin scheinbar tot zurück. Doch dieser Zustand
währt nicht lange, denn kurz darauf erwacht die Frau in einem
Leichenschauhaus wieder zum Leben. Wie sie sehr schnell feststellen muss,
ist sie fortan nicht mehr die selbe, sondern verdammt dazu, ihr weiteres
Dasein als Vampir zu fristen und sich mit dem Blut der Menschen am Leben zu
erhalten.
Nach einem unglücklichen Selbstmordversuch gerät Sadie unter die Obhut des
undurchsichtigen Arturo (Julio Oscar Mechoso), der sie in die elementaren
Geheimnisse des Vampirdaseins einweiht und sie trainiert. Sadie's einziger
Drang, diese Existenz weiterzuleben, ist der Gedanke an Rache. Mit einer
Armbrust im Anschlag begibt sich die junge Frau auf einen unbarmherzigen
Feldzug gegen Bishop und seine Handlanger und erhält dabei unerwartete
Unterstützung von dem Cop Clyde Rawlins (Michael Chiklis), Vater eines der
getöteten Mädchen. |
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Ohne Vampire wäre der Horrorfilm undenkbar,
das wissen wir spätestens seit Bela Lugosi, Max Schreck und Christopher
Lee. Die untoten Blutsauger bilden einen essentiellen Grundstein des Genres,
was wohl für viele Filmemacher Grund genug ist, den Schreckgestalten mit
den langen Eckzähnen einfach keine Kreativpause gönnen zu wollen, sondern
sie immer wieder aufs Neue in irgendwelchen Horrorflicks zu verwursten.
Erinnern wir uns, erst vor kurzem durften die Kreaturen der Nacht in
"30 Days of Night" eine Kleinstadt unsicher machen, nachdem sie
durch Mimen wie Wesley Snipes in "Blade" und Kate Beckinsale in
"Underworld" lange Zeit nichts mehr zu lachen hatten. Da sich
derzeit beide von der Jagd erholen, schickt sich nun eine neue,
kampferprobte und in enges Leder gezwängte Vampirkillerin an, unter den
Blutsaugern für Angst und Schrecken zu sorgen. Niemand geringeres als Lucy
Liu ist es, die in dem B-Movie "Rise: Blood Hunter" die Armbrust
spannen und damit für 94 äußerst kurzweilige Horror-Minuten sorgen darf.
Der Quasi-Taufpate für dieses Projekt ist zudem kein anderer als
Horror-Urgestein Sam Raimi, der nach seinen "Spider-Man"-Erfolgen
endlich mal wieder etwas Blut und Eingeweide auf die Leinwand bringen wollte
und deshalb zusammen mit seinem Regie-Kollegen Rob Tapert die
Horror-Produktionsschmiede Ghosthouse Pictures auf die Beine stellte, die
junge Filmemacher bei ihren Projekten finanziell unterstützt. Entstanden
sind dabei unter anderem schon Werke wie der Hollywood-Einstand der
namenhaften Pang-Brothers, "The Messengers", der eher
durchschnittliche Teen-Grusel "Boogeyman", der bereits erwähnte
"30 Days of Night" und noch einige mehr. "Rise: Blood
Hunter" passt ausgezeichnet ins Konzept von Ghosthouse, zudem zählt
der Vampirstreifen zu den besten Outputs des Labels.
Trotz seiner Qualitäten wird "Rise: Blood Hunter" die Fanbase der
Horror-Gemeinde in zwei Lager spalten. So lange man mit den richtigen
Erwartungen an den Film herangeht, kann man nicht viel falsch machen.
Sebastian Gutierrez, der bereits "Todesengel aus der Tiefe"
inszenierte und für Werke wie "Snakes on a Plane" und
"Gothika" das Drehbuch schrieb, schuf hiermit einen Film, der eine
Vielzahl an Defiziten mit einem adäquaten Unterhaltungswert wieder
ausgleichen kann. So ist beispielsweise die Handlung ganz offensichtlich von
"Blade" abgekupfert, ohne auch nur annähernd dessen Tiefe zu
erreichen. Viele Elemente von "Rise: Blood Hunter" wirken
undurchdacht und nur der Fortführung der Geschichte wegen lieblos
hingeklatscht. Im Kern wird die Story in zwei Ebenen erzählt, eine
Chronologie entsteht erst dann, wenn sich die Handlungsfäden etwa in der
Mitte des Films kreuzen. Zuvor lernt der Zuschauer den Racheengel Sadie
Blake kennen und sieht sie darauf in einem Rückblick als Journalistin.
Diese Zeitsprünge können anfangs etwas verwirrend sein, wobei man sich
jedoch schnell gewöhnt.
Was weniger positiv auffällt, sind die oftmals unzureichenden
Charakterzeichnungen und immer wieder anzutreffende, bruchstückhaft
scheinende, Storyfragmente. So erfahren wir beispielsweise kaum etwas über
Sadie's Mentor Arturo, der plötzlich einfach da ist und ebenso schnell
wieder verschwindet. Seine Figur ist eine Schein-Erklärung dafür, wie aus
einer friedliebenden Reporterin ein brutaler Racheengel werden kann. Sadie's
Transformation ist in wenigen Minuten vollzogen und wirkt dadurch
unglaubhaft und weit hergeholt. Viel überzeugender ist da schon die innere
Zerrissenheit der Vampirin, die mit ihrem Schicksal hadert. Ein ergreifender
Moment ist der, in dem Sadie ihre Mutter anruft und ihr mitteilen möchte,
dass sie immer noch am Leben ist, dann aber kein Wort über die Lippen
bringt - sie hat sich einfach zu sehr verändert, als dass es in der Welt
der Lebenden einen Platz für sie geben könnte.
Sadie Blake geht ihrem Trieb des Weiteren ungehemmt nach, ganz anders als
Blade, der mit Hilfe eines Serums sicherstellt, dass er nicht zur Gefahr
für die Menschen wird. Sadie hingegen bringt durchaus mal einen Anhalter
um, um ihren Blutdurst stillen zu können. Auch ihr Vorgehen ist im
Allgemeinen sehr rabiat und brutal, hier überzeugt Lucy Liu durchaus, da
sie die Gefühlskälte der Figur glaubhaft wiedergibt. Fans der schönen
Asiatin dürfen sich zudem auf einen gewissen Erotikfaktor einstellen, sogar
für einige Nacktaufnahmen war sich die aus "3 Engel für Charlie"
und "Kill Bill" bekannte Mimin nicht zu schade. An ihrer Seite
sind ein solide spielender Michael Chiklis zu sehen, den man noch als Das
Ding aus "Fantastic Four" in Erinnerung hat, sowie ein James
D'Arcy, der als Obervampir aber viel zu blass wirkt. Ihm fehlt die
furchteinflößende Präsenz, um von dem Charakter eine allgegenwärtige
Bedrohung ausgehen zu lassen. Dafür finden sich aber im restlichen Cast
noch weitere positive Überraschungen. Schockrocker Marilyn Manson hat einen
Cameo-Auftritt als Barkeeper, in dem er sich ungeschminkt und von einer sehr
ungewohnten Seite zeigt, während die japanische Schauspiellegende Mako hier
seinen letzten Auftritt zum Besten gibt.
Eine durchaus überraschende Prominenz dafür, dass es sich bei "Rise:
Blood Hunter" im Grunde um nichts weiter als ein B-Movie handelt. Der
Film ist weit, sehr weit, davon entfernt, kostengünstig zu wirken,
allerdings fehlen ihm auch gewisse Aspekte eines Werkes, das für die große
Leinwand geeignet wäre. Zudem muss erwähnt werden, dass es sich hierbei
nicht um einen typischen Vampirfilm handelt. "Rise: Blood Hunter"
geht auf viele Markenzeichen der Untoten erst gar nicht ein, so dass die
Gegenspieler hier vielmehr wie bluttrinkende Aristokraten wirken. Das
schadet aber nicht, will "Rise: Blood Hunter" doch vielmehr ein
gefühlskaltes Rache-Movie sein, als ein Vampirstreifen nach altbekanntem
Schema. Brutal und ohne viel Action mordet sich Sadie mit ihrer Armbrust
durch die Anhänger Bishop's. Für Gorehounds wird dabei zu wenig Splatter
geboten, ein gewisser Härtgrad ist aber schon gegeben, wenn Kehlen
aufgerissen und Venen langsam geöffnet werden.
Was sich vordergründig als "Blade"-Verschnitt gibt, ist
hintergründig vielmehr eine brutale Rachegeschichte, der die typischen
Vampir-Elemente zwar abhanden gekommen sind, die aber dennoch kurzweilige
Unterhaltung bieten kann. Ein B-Movie aufgeschlossenes Publikum wird hierbei
seinen Spaß haben können, auch wenn "Rise: Blood Hunter"
konstant spüren lässt, dass hierbei im Grunde mehr möglich gewesen wäre.
Viele Storyelemente wirken unfertig und undurchdacht, die Charaktere bleiben
weitgehend blass. Für eine sich nackt machende Lucy Liu und einen
ungeschminkten Marilyn Manson sieht man allerdings gerne über so manches
Defizit hinweg, so dass man "Rise: Blood Hunter" durchaus in die
überdurchschnittliche Klasse einordnen kann. |