|
Eine Frau wird im Wald von einem maskierten
Fremden verfolgt. Sie scheint dem Gegenüber in Sachen Schnelligkeit
überlegen, tappt aber bei der ersten Gelegenheit in eine Bärenfalle.
Kurzerhand greift sie zur Machete und hackt sich den Unterschenkel ab, um
ihre Flucht humpelnd fortzusetzen. Doch wenige Meter weiter tritt sie erneut
in eine Falle und es dauert nicht lange, bis sie auch ihren zweiten Fuß
verliert. In der Hoffnung, dass nun nichts Schlimmeres mehr passieren kann,
wird die Flucht kriechend fortgesetzt, aber die Bärenjäger haben beim
Auslegen der Fallen ganze Arbeit geleistet...
Nachdem sie nun auch eine Hand geopfert hat und kaum noch in der Lage ist,
sich fortzubewegen, steht sie dem Jäger gegenüber, der direkt kurzen
Prozess macht. Derweil macht sich eine Gruppe junger Menschen auf, den
Urlaub im Wald zu verbringen. Der vergnügliche Trip findet jedoch ein
jähes Ende, da der Fahrer vor einen Baum rauscht. Als der Schock verdaut
ist, entschließen sich die Jugendlichen, ihre Zelte neben der Unfallstelle
aufzubauen. Doch dies soll sich als keine so gute Idee herausstellen, denn
im Wald lauert eine männergeile Tunte und ein maskierter Mörder... |
|
Niemand geringeren als den Leuten von Troma
haben wir diese herrlich skurrile Splatter-Komödie zu verdanken, die als
durch und durch gelungen betrachtet werden muss.
Gleich zu Beginn, wenn eine panikartig flüchtende Frau im Wald die
unliebsame Bekanntschaft mit mehreren Bärenfallen macht, werden die
Lachmuskeln aufs Ärgste strapaziert.
Man bemerkt unweigerlich den bekannten Stil der TROMA-Leute, der zwar einige
Male etwas kitschig, aber durchweg sehr amüsant unterhaltsam ist.
Storytechnisch braucht man natürlich nicht allzu viel zu erwarten. Ein paar
junge Leute gehen in den Wald, treffen auf einen Mörder und kämpfen ums
Überleben. Dass dies nicht bei allen klappt, ist logisch und sozusagen das
Salz in der Suppe. Denn die Morde und Mordversuche sind alle so in Szene
gesetzt, dass man unweigerlich lachen muss. Da wäre zum Beispiel ein Typ,
dem die Kehle aufgeschlitzt wird. Nachdem er circa 10 Liter Blut verloren
hat, beschließen seine Helfer, ihm eine Art Panzertape um den Hals zu
binden. Schon scheint der Verletzte wieder geheilt. Er hat natürlich seine
Stimme verloren und muss sich von nun am mittels Kugelschreiber und Blatt
verständigen. Diese Szenen sind immer wieder recht lustig umgesetzt, da er
sich beim ersten Schreiben immer wieder verhaut.
Im Verlauf der Handlung bekommt der Zuschauer als Running Gag dann die
universelle Heilwirkung von Tape-Band vorgeführt... Es gibt aber auch noch
"tapelose" Szenen, wie zum Beispiel diese hier: Ein anderer Mann
wird von dem irren Mörder mittels eines Bierhahns angezapft, so dass sein
ganzer Lebenssaft über das Ventil ausläuft. Es soll jetzt nicht zuviel
verraten werden, aber den Betrachter erwarten weitere Einlagen dieser Art.
Die Atmosphäre ist trotz der kitschigen Stimmung okay, da das Geschehen im
Wald und diversen Holzhütten stattfindet, was auch optisch klar von Vorteil
ist. Dass die einzelnen Szenen nicht unbedingt dafür geeignet sind, einem
einen kalten Schauer über den Rücken laufen zu lassen müsste eigentlich
logisch sein. Ähnliches gilt für die Spannung, die bei einer schwarzen
Komödie nun mal nicht im Vordergrund steht. ...so ist Troma nun mal.
Aber das ist natürlich auch gut so, dass Troma so ist. So kann man die
Vorzüge genießen, die gute Troma-Filme wie zum Beispiel "Toxic
Avenger" oder "Überfall im Wandschrank" so mit sich bringen.
Denn "Decampitated - Schrei Lauter" muss als guter Troma-Film
bezeichnet werden, da er einfach von vorne bis hinten zu überzeugen weiß.
Sicherlich gibt es hier und da mal kleinere Längen. Einige Szenen sind, wie
bereits angesprochen, wirklich etwas zu kitschig. Aber im Großen und Ganzen
muss für "Decampitated - Schrei Lauter" eine besondere Empfehlung
ausgesprochen werden und das gilt nicht nur für eingefleischte TROMA-Fans. |