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Ein
junger Mann ist wütend. Wütend auf sich selbst, die Welt, die
Gesellschaft. Einfach alles. Er durschlendert seine Wohnung, die er
gemeinsam mit seiner Freundin bezogen hat. Macht sich dort Gedanken über
sich, seine Freundin, sein kaputtes Leben, seine Hoffnungslosigkeit, seine
Depression, also sein, aus seiner Sicht, total verkorkstes Leben.
Der junge Man sieht nur einen Ausweg aus der hoffnungslosen Lage. Und die
ist schnell, kompromisslos und blutig… |
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Mit
„Suicide Desire“ ist im Jahre 2007 ein Film des jungen österreichischen
Nachwuchs-Regisseur Thomas
Binder auf den Markt gekommen, der wohl nur wenigen Betrachtern zugänglich
sein wird. Nicht nur, da die DVD-Version des Films auf eine kleine
Stückzahl limitiert ist, auch weil die Thematik des No-Budget Films nicht
etwas für Jedermann ist.
Man sollte schon Freund des Untergrund-Films sein und am besten die gleichen
Klischees bedienen, wie es der einfach gestrickte Hauptcharakter im Film
macht: Metal-Musik hören, zu viel Rauchen und Saufen und sich zu viele
Gedanken über das Leben machen. Aber keine Angst. „Suicide Desire“
ist kein Rohrkrepierer. Denn trotz seiner Schlichtheit und den nicht immer
gelingen wollenden Versuchen, ein subtiles Gedankennetz zu konstruieren,
unterhält der Kurzfilm ganz gut. Die 21 Minuten wurden ordentlich genutzt,
um die Message rüberzubringen, die rübergebracht werden soll.
Die Geschichte ist so aufgebaut, dass man als Betrachter zum einen den
Protagonisten beobachten kann und zum anderen seine Stimme aus dem Off
hört. Das Zuhören macht Spaß und die Thematik ist durchaus interessant,
da sich eine gewisse Stimmung aus Nihilismus und Selbstzerstörung breit
macht. Auf Splattereinlagen wurde verzichtet. Es gibt zwar Kunstblut zu
sehen, dieses aber wohldosiert.
Aber es ist auch nicht alles toll, was „Suicide Desire“ mit sich bringt.
Es gibt zum Beispiel eklatante technische Mängel. In einer Szene ist über
einen längeren Zeitraum deutlich der Schatten des Kameramanns zu sehen. Und
die synchronisierte Stimme der weiblichen Rolle ist schlecht. Völlig
unpassend. Zudem hat man sich etwas zu wenige Gedanken über die
Inszenierung der Geschichte gemacht. In den knapp 20 Minuten Spielzeit
werden meist nur Kippen geraucht. Sonst gibt es nichts zu sehen.
Natürlich muss man auch hier berücksichtigen, dass „Suicide Desire“
No-Budget ist und wohl sehr schnell entstand. Im Amateur-Bereich hat man
schon wesentlich Schlechteres gesehen und wird in Zukunft auch noch einige
Filme sehen, die handwerklich schlechter sind. Immerhin hat man sich Mühe
gegeben, um eine dichte Atmosphäre entstehen zu lassen. Was man auch
durchaus als gelungen bezeichnen en kann. Die Synchronisation zum
Hautdarsteller passt ausgezeichnet und die Sachen, die man Darsteller Ares
Malachuth abverlangt, meistert er ordentlich. Ein manches Mal neigt er
allerdings zum overact. Auffällig ist die gut gewählte Musik, die
ausgezeichnet die ein oder andere Passage des Films unterstreicht.
Diese positiven Aspekte reichen unterm Strich immerhin dazu, dass man nach
der Betrachtung den DVD-Player mit dem Gefühl ausschaltet, einen
anständigen Amateur-Film gesehen zu haben. Nichts wirklich Besonderes, aber
immerhin etwas, dass es Wert war gesehen zu werden. Es gibt zwar viel Rauch
im Film, man kann aber nicht behaupten, dass hier viel Rauch um nichts
gemacht wird. Für einen kommerziellen Erfolg ist „Suicide Desire“
etwas zu belanglos. Das hat wohl auch die Produktion so empfunden und
bereits angekündigt, dass es keine weitere Veröffentlichung gibt.
Allerdings ist Potenzial zu erkennen, was die hoffen lässt, dass von
Regisseur Thomas
Binder in Zukunft noch mehr zu sehen ist. |