|
Ein paar Kettensträflingen sollen von einer
Mine nach Fort Green überführt werden. Verantwortlich für den Transport
ist Sergeant Brown, der sich seine Tochter als Unterstützung mitgenommen
hat. Während der Fahrt kommt es zu einem Überfall. Die Banditen vermuten
Gold auf dem Gefangenentransport, werden bei der Suche aber enttäuscht.
Nach dem Überfall muss sich die Kutschenbesatzung per Pedes durch die
verschneite Wildnis kämpfen. Sergeant Brown hat den unbedingten Willen, die
Gefangenen an ihrem Bestimmungsort zu bringen. Warum erfahren die
angeketteten Straftäter bald: Ihre Ketten sind aus purem Gold. Und dieses
Gold lässt die Habgier in der überschaubaren Gruppe ins grenzenlose
wachsen. Ein erbitterter Kampf beginnt, bei dem gierige Bestien geboren
werden. Und als ob dies nicht genug wäre, Sergeant Brown hat noch eine
Rechnung mit einem unbekannten Mörder offen… |
|
Joaquín Luis Romero Marchent hat im Jahre
1972 einen ganz besonderen Western geschaffen. Zum einen weil er dem
Betrachter anstatt der staubigen Wüste eine Schneelandschaft bietet. Zum
anderen weil der Film es aufgrund seiner deplatzierten Gewaltdarstellungen
auf die Liste der 131er Streifen geschafft hat. Und trotz letzterem kann er
von sich behaupten, dass er ein guter Film ist. Allerdings keiner ohne
Abstriche. Auffällig ist die schlechte Synchronisation, die man natürlich
nicht als Maßstab für eine technische Bewertung des Streifens nehmen kann.
Aber mit einigen schlechten Darstellern, komischen Schnitten und
oberflächlichen Dialogen schmälern schon einige Sachen das Guckvergnügen.
Dennoch überwiegt ganz klar das Positive. Gleich zu Beginn gibt es eine
gute Charakterisierung. Die einzelnen Personen werden gut vorgestellt und
man kann sich gleich ein Bild davon machen, wie gemein respektive gut die
verschiedenen Rollen sind. Zwar wird einem schnell klar, dass man sich nicht
die allerbesten Darsteller ins Boot geholt hat, doch aufgrund des guten
Unterhaltungswerts kann man das Fehlen von 100% Glaubwürdigkeit verkraften.
Die Geschichte ist prinzipiell schlicht gehalten, kommt aber mit guten Ideen
und überraschenden Wendungen daher. Nicht immer ist alles logisch. Und es
gibt auch einige Längen. Was aber immer präsent ist, ist die schmuddelige
Grundstimmung im Film, die von Zynismus und Brutalität gezeichnet ist. Und
was auch immer überzeugen kann, wenn der Film mal ein Tief hat, ist die
malerische Schneelandschaft. Man soll es eigentlich kaum glauben, aber „Todesmarsch
der Bestien“ wurde tatsächlich im sonst so sonnigen Spanien in den Kasten
gebracht. In vielen Szenen erinnert "Todesmarsch der Bestien"
unweigerlich an den Kinski-Western "Leichen pflastern seinen Weg".
Nur unterscheidet er sich deutlich, da die Schneelandschaft eine
unmittelbare Bedrohung für die Protagonisten darstellt. Aber diese
Bedrohung ist nur eine von vielen.
Und da es oft bedrohlich ist, ist die Brutalität naheliegend. Hier wird sie
aber überdeutlich dargestellt, was dem Film nicht unbedingt gut tut. Gerade
natürlich, weil er ihretwegen auf den Index gekommen ist. Die gezeigte
Gewalt ist zwar nicht so übermäßig brutal, wie man vielleicht meinen
könnte, wird aber ausgeschlachtet und so dargestellt, dass sie dem
Vorankommen der Geschichte nicht dienlich ist. So kann man die Bewertung der
Bundesprüfstelle durchaus nachvollziehen. Zumindest wenn man sich deren
Richtlinien betrachtet.
Das Joaquín Luis Romero Marchent etwas Ungewöhnliches mit „Todesmarsch
der Bestien“ geschaffen hat, steht außer Frage. Es ist ein sehr
untypischer Western, der düster, dreckig und ungehobelt daherkommt.
Sicherlich ist es kein Meisterwerk, aber ein Unikat, dass sehr lange nach
dem Betrachten in Erinnerung bleibt. |