|
Graf Zoltan, ein unseliger grausamer Despot
wird im Mittelalter der Hexerei überführt. Doch bevor er von seinen
Häschern gepfählt und in seiner Burg eingemauert wird, lässt er sich, wie
es sich für einen anständigen Hexenschurken gehört, nicht lumpen, seine
Peiniger und deren Verwandtschaft noch ordentlich zu verfluchen.
Jahrhunderte später taucht Graf Zoltan spukend im Fernseher des gerade
Spiegel-Ei-mit-Vodka brutzelnden Martin auf, hypnotisiert ihn und bringt ihn
dazu, ihn aus seinem steinernen Grab zu befreien. In seiner Burgruine kann
er nun reihenweise dämliche Teenies abmurksen... |
|
Es müssen nicht immer Filme mit großem
Budget und namhaften Darstellern sein, die gute Unterhaltung bieten. Auch
Kleinstproduktionen und Amateurfilme können durchaus ihren Reiz haben,
können mit ihrer Unbeschwertheit bestens unterhalten, können innovativ
sein, können perfektes Filmvergnügen liefern. ... KÖNNEN!!! MÜSSEN aber
nicht!!!
Andreas Bethmanns „Totenhügel“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie
völlig talentfreie Menschen krampfhaft versucht haben, einen Film zu
drehen. Ein Unterfangen, dass letztendlich logischer Weise von Anfang an zum
Scheitern verurteilt war. Nun kann man wirklich einer Low- Budget -Amateur-
Produktion keine Vorwürfe hinsichtlich unprofessioneller Umsetzung machen,
jedoch sollte man doch wohl ein Mindestmaß an Ideenreichtum erwarten
können. Was hier als „Story“ präsentiert wird, ist so was
abgedroschen, dass es den Zuschauer nicht einmal mehr zu einem Gähnen
motivieren kann (ein genervtes Augenrollen ist maximal noch drin...).
Okay, bei einem Amateurfilm großartige schauspielerische Leistungen zu
erwarten, dürfte ein wenig zu viel des Guten sein. Wie hölzern und
dilettantisch die Akteure in diesem Fall jedoch durch die Handlung stolpern
ist mehr als erschreckend. Mit diesen Knallchargen hätte Andreas Bethmann
wohl besser daran getan, einen Zombie-Film zu drehen. Ein bisschen Make-Up
und die absolut realistische Zombie-Horde wäre perfekt gewesen. Einige der
Mitwirkenden haben offensichtlich sogar gravierende Probleme einen
geschriebenen Text fehlerfrei abzulesen...
Die Dialoge scheinen in sehr vielen Szenen schlichtweg improvisiert zu sein
und erreichen nicht einmal TV-Talkshow-Niveau. Mit ein paar „originellen“
Kamerafahrten, wahrscheinlich in Anlehnung an Sam Raimi’s Kultfilm „Tanz
der Teufel“ (The Evil Dead, USA, 1981) soll anscheinend ein bisschen
Professionalität vorgegaukelt werden. Bei der hier nur aufgesetzt wirkenden
Umsetzung entpuppt sich das ganze dann leider auch als ein Schuss in den
Ofen. Und wenn die „Handlung“ selber durch Einfallslosigkeit schon
nichts hergibt, müssen eben Splatterszenen her. Doch nun diese Szenen„geschickt“
in die Story einbauen?? Der findige Drehbuchschreiber (sofern es denn einen
gab) hatte diesbezüglich wirklich zündende Ideen. Beispiel gefällig? Ein
junges Pärchen fährt mit dem Auto durch die Gegend. Sagt er: „Ich musste
für meinen Vater noch ‚ne Kettensäge leihen. Wir haben da so’n Baum im
Garten...“. Danach geht’s natürlich ab zur verwunschenen Burgruine...
Frank Trebbin schrieb damals in seinem essentiellen Horror-Filmlexikon
bezüglich des wirklich bahnbrechenden Erstlingswerks „Black Past“ vom
damaligen Amateurfilmer Olaf Ittenbach begeistert: „Gebt dem Mann endlich
eine richtige Kamera!!“ Im Falle Andreas Bethmann müsste es
heißen: „Nehmt diesem Mann die Kamera weg!!“ (Offensichtlich hatte
Bethmann selber ein Einsehen mit dem Publikum und wandte sich später dem
Porno-Genre zu. Dort bedarf es bekanntlich keines großen Talentes...)
Beim Soundtrack war man dann so frei; ein bisschen Minimalismus walten zu
lassen und lustlos auf dem Klavier herum zu klimpern. Die Krönung der
Lächerlichkeit, jedoch immerhin originell und eigenständig, ist dann der
am Schluss intonierte eigens für den Film komponierte Song „Auf dem
Totenhügel“ von Bethmanns Hauskapelle „Materialschlacht“:
drittklassiger Heavy-Metal mit vorpubertären „Reim-Dich-oder-ich-fress-Dich“-Texten...
Und danach kommt es noch besser: Eine pseudo-intellektuelle „Einstürzende
Neubauten“-Verschnitt-Combo namens „Lärmgrenze“ klappert auf ein paar
Bleche und posaunt zusammenhanglose wirre Texte... Unfassbar, manchen Leuten
ist offenbar wirklich nichts peinlich...
Wie heißt es da so schön im Text des Abspann-Songs: „Der Verstand
verliert die Kontrolle...“
...wie wahr ... wie wahr...
Fazit: Amateur- Splatter auf peinlichem Niveau... |