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Kernpunkt der zahlreich
durcheinandergewuselten Geschichten ist eine Familie, die alles andere als
Ottonormalbürger repräsentiert. Mama & Papa haben sich nicht mehr lieb
und der vernachlässigte Sohn hat nicht viel mehr zu tun, als sich
Killerspielen auf seinem PC und Horror-Filmen hinzugeben. Klar, dass das auf
Dauer nicht gut gehen kann.
Neben diesem Hautplot bekommt man einen draufgängerischen Jugendlichen beim
Hamburger essen, zwei ältere Arbeitskollegen beim Saufen und weiteren Unfug
der groben Sorte zu sehen. |
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Was will man von einem Film erwarten, der von
seinen Machern als „Sammelsurium an total bekloppten übertriebenen Szenen“
beworben wird? Eine Menge groben Unfug! Und das bekommt man bei der
Betrachtung von „Tuberkulose“ in der Tat geboten. Einige
Handlungsstränge werden verfolgt: Mal witzig, mal weniger witzig - Mal
lustig und mal weniger lustig - Mal blutig und mal weniger blutig. Doch alle
haben sie die Gemeinsamkeit, dass sie miteinander wenig zutun haben und alle
völlig bescheuert sind. Mal sieht man einen Herbert Knebel Verschnitt mit
seinem Kollegen beim Saufen. Dann so etwas wie Helge Schneider beim
rumblödeln und sonst auch ziemlich abgedrehte Typen. Eine
Charakterbeschreibung gibt es natürlich ebenso wenig wie ein
professionelles Auftreten vor der Kamera. Doch durch die absolut
übertriebene Art fallen die schauspielerischen Defizite nicht schwer ins
Gewicht. Was der Hintergrund für die Geschichte des Films ist, kann nur
erahnt werden. Der Tipp von dieser Stelle lautet: Bierlaune. Denn ein roter
Faden ist ebenso wenig zu erkennen wie das Vorhandensein eines Drehbuches.
Man hat wohl aus purem Spaß an der Freude einen semiprofessionellen „Old
School“ Amateurfilm gedreht, der an die guten alten Zeiten der Ittenbach
und Co erinnern soll. Zumindest in etwa.
Neben einigen (gewollten?) Schwächen gibt es aber auch ganz klare Stärken,
die zeigen, dass Regisseur Ude schon eine ganze Weile Filme macht. Bei den
Filmen „The Butcher 3 - Zombies im Blutrausch“ (2005), „The Butcher 2“
(2004), „Du blutiges Schwein“ (2003), „Die Scheiß blutigen Zombies“
(2002), „The Butcher (1991)“ hatte er genug Zeit um sich gute
Fähigkeiten anzueignen. Besonders gut sind der pfiffige Schnitt, die
dröhnende Musik und einige Videoeffekte. Mit letzteren hätte man
vielleicht aber etwas sparsamer mit umgehen können, da sie auf Dauer doch
ein wenig nerven. Auch gut sind die sparsam verteilten Splatter-Effekte.
Technisch auf einem hohen Niveau, kurbeln sie den Unterhaltungswert des
Streifens an. Wer hinter „Tuberkulose“ allerdings ein Splatter-Gemetzel
erwartet, ist auf dem Holzpfad.
Eigentlich sollte der Film, den Regisseur Maik Ude innerhalb von zwei Jahren
drehte, „Jans stramme Hosen“ heißen, doch kurz vor der Fertigstellung
entschied man sich für den reißerischen Titel „Tuberkulose“. Warum
darf nur vermutet werden. Denn einen Sinn ergeben beide Titel nicht.
Ob der Film nun eine „Durchgeknallte Komödie“ (O-Ton Maik Ude) oder
doch eher ein grenzdebiles Potpourri von aneinandergereihtem Schwachsinn
ist, ist wohl Auslegungssache und eine Frage des Geschmacks. Fest steht
aber, dass der Film durch die ständigen Abwechslungen in der Handlung,
über keinerlei Längen verfügt. Aus technischer Sicht ist er in Ordnung
und die DVD für eine No-Budget Produktion sehr gut. Hätten sich die Macher
beim Drehbuch etwas mehr Mühe gegeben, um einige Dummdialoge mit Inhalten
auszufüllen und einige der zahlreichen Ekelszenen weggelassen, hätte der
Film an dieser Stelle sicherlich etwas besser abgeschnitten. Aber er bleibt
im Bereich einer Empfehlung, zumindest für die Leute, die auf groben, aber
unterhaltsamen, Unfug stehen. Denn der Film hat etwas, auch wenn nicht genau
bestimmt werden kann was... |