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Caroline (Kate Hudson) ist von Beruf
Krankenpflegerin und geht dieser Tätigkeit aus ganzem Herzen nach. Als sie
eines Tages ein interessantes Stellenangebot in einer Zeitung entdeckt, in
dem nach einer Pflegekraft für einen gelähmten, älteren Mann gesucht
wird, bringt Caroline insbesondere die äußerst gute Bezahlung zum Stutzen.
Ohne lange zu Überlegen stellt sie sich Violet Devereaux (Gena Rowlands),
der Frau des kranken Mannes, vor. Obwohl Violet's Verhalten etwas seltsam
anmutet und das abgelegene Haus des alten Paares in den Sümpfen Louisiana's
liegt, ist Caroline fest entschlossen, den Job anzunehmen und erhält ihn
durch ihr sympathisches Auftreten auch.
Schnell bemerkt Caroline, dass mit dem Haus und insbesondere mit Ben (John
Hurt), ihrem bettlägerigen und beidseitig gelähmten Pflegefall, irgend
etwas ganz und gar nicht stimmt. In dem Haus findet sich kein einziger
Spiegel und zudem ist auf dem Dachboden eine Tür, die schon seit Ewigkeiten
verschlossen zu sein scheint. Obwohl Ben nicht sprechen und sich nicht
bewegen kann, bemerkt Caroline, dass er vor irgend etwas eine riesige Angst
hat und sie um Hilfe bittet. Ohne es zu bemerken verstrickt sich Caroline
mehr und mehr in die unheilvollen Ereignisse. Als sie dem Geheimnis des
Hauses auf die Schliche kommt, scheint es schon zu spät für sie zu sein... |
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"Der verbotene Schlüssel" hat mir
wieder einmal bewiesen, dass man die schönsten Überraschungen einfach bei
Filmen erlebt, von denen man zuvor mit nichts Überragendem rechnet. Grund
genug, von einem eher seichten US-Horrorfilm auszugehen, gab es ja
schließlich auch, immerhin ist die Story im ersten Moment nicht sonderlich
innovativ und die PG-13 Freigabe lässt auch nicht gerade auf einen Schocker
hoffen. Dennoch, die Unterhaltung die mir Iain Softley durch seinen vierten
Film bescherte war eigentlich durchgehend von einem leichten
Gänsehautgefühl und dem Drang nach einer Auflösung geprägt. "Der
Verbotene Schlüssel" ist keiner von den Filmen, die man sich nebenbei
ansieht und sich den Plot schon im Voraus denken kann. Nein, hier wurde ich
seit langem wieder einmal überrascht und das war eine angenehme Erfahrung.
Dass irgendjemand dem finsteren Treiben in einem unheimlichen Haus auf die
Schliche kommt ist eine altbekannte Story, und es stimmt schon, dass einem
hier nichts Neues aufgetischt wird. Dennoch bietet "Der verbotene
Schlüssel" keinen langweiligen Einheitsbrei. Ich kann nicht genau
erklären wieso, vermutlich lag es einfach an der hochwertigen Aufmachung,
den stilvollen Kamerafahrten und einer professionellen Regie, doch ich hatte
eigentlich nie das Gefühl, etwas zu sehen, das ich schon zu Genüge kenne.
Obwohl die Handlung beinahe schon so ausgelutscht wie die mit den
jugendlichen Campern und dem bösen Killer im Wald ist, will sich einfach
keine Langeweile einstellen und das Interesse des Zuschauers wird konstant
aufrecht erhalten.
"Der verbotene Schlüssel" ist ein eher langsam in die Gänge
kommender Horrorfilm, den man auch gut in die Grusel- oder Mysteryabteilung
einordnen kann. Mit richtigen Schockszenen hält sich der Streifen für eine
lange Zeit zurück, es wird in der ersten Hälfte lediglich eine dichte
Atmosphäre aufgebaut. Dass etwas in dem abgeschiedenen und alten Haus nicht
stimmt, das weiß man natürlich von Anfang an, doch es gibt keinerlei
Erklärung für das seltsame Verhalten von Violet oder für die
Panikattacken Ben's. Erst als (möglicher Spoiler) Caroline den Dingen auf
den Grund zu gehen versucht, wird uns mithilfe eins Flashbacks auf die
Sprünge geholfen. "Der verbotene Schlüssel" bedient sich dem
Element des Voodoo-Kults und hat damit eine relativ unverbrauchte Thematik
aufgegriffen. Auch wenn der Streifen gegen Ende exzessiv von den allgemeinen
Klischees des Voodoos Gebrauch macht, tut dies der Spannung keinen Abbruch.
Im Gegenteil, auch wenn hier magische Formeln aufgesagt werden und
dergleichen mehr, wirkt "Der Verbotene Schlüssel" nicht
abgehoben. Das erreicht Iain Softley, indem er uns suggeriert, dass Voodoo
nur funktionieren kann, wenn man selbst daran glaubt. Und da sich Caroline
regelrecht in die Sache hineinsteigert, ist es nicht vermessen, dass sie
selbst ein Teil des übernatürlichen Geschehens wird.
Ich werde sicherlich nicht zu viel verraten, aber "Der verbotene
Schlüssel" kann mit einigen Twists überraschen, mit denen ich so
nicht gerechnet hätte und tischt einem zudem ein unerwartet fieses Ende
auf. Der Streifen ist sicherlich nicht hart oder schwer zu verdauen, doch
das Ende lässt einen dennoch noch einmal aus einer ganz anderen Sicht über
das Geschehene nachdenken und könnte durchaus ein Anreiz sein, sich den
Film noch einmal anzusehen. Da ist es auch zu verschmerzen, dass man
teilweise auf altbekannte Spannungsmomente zurückgriff, etwa wenn jemand im
Dunkeln eine knarrende Treppe hochsteigt und von irgendwo ein unheimliches
Geräusch hört. Das Wort Klischee darf hier sicherlich angebracht werden,
doch derartige, altbekannte Szenen stören hier nicht und sind auch nicht im
Übermaß vertreten.
Mit Kate Hudson hat man für den Hauptpart eine Schauspielerin gefunden, die
gut in die Vorgaben des Drehbuchs passt. Erforderlich war eine gutherzige,
junge Frau, die den Tod ihres Vaters noch immer nicht verkraftet hat und der
der Beruf der Krankenpflegerin aus diesem persönlichen Grund auch sehr nahe
geht. Kate Hudson gehört zwar nicht zu den besten Darstellerinnen
Hollywoods, doch für die Rolle der Caroline ist sie wie geschaffen und
erledigte ihre Sache mit Bravour. Einen weiteren, wichtigen Part übernimmt
die üppige, altbekannte Schauspielerin Gena Rowlands. Sie darf Violet
Devereaux mimen, eine zurückgezogene alte Frau, die ein Geheimnis zu
verbergen scheint. Sehr gefallen an ihr hat mir, dass sie es weiß, einen
zuerst in die Irre zu leiten, bevor sie dann ihr wahres Gesicht offenbaren
darf.
Last but not least hätten wir da John Hurt, den ich wohl auf ewig mit
seiner Darstellung des Elefantenmenschen in Verbindung bringen werde. Hier
darf er einen Charakter spielen, der wohl ebenso sehr wie der entsetzlich
entstellte John Merrick nicht gerade zu beneiden ist. Einen ans Bett
gefesselten, beidseitig gelähmten Mann, was bedeutet, dass Hurt bei den
Dreharbeiten nicht überragend viel zu tun hatte. Dennoch schafft er es sehr
gut, mit einem minimalen Schauspiel Angst und Hilflosigkeit auszudrücken,
was garantiert nicht jedem Schauspieler gelingen würde.
Ich kann gut verstehen, dass "Der verbotene Schlüssel" vielen
einfach zu lasch und spannungsarm erscheinen wird, doch das ist dann eben
Geschmackssache. Wer sich auch mal einen langsamen Gruselthriller gönnen
will, in dem einem nicht jede Sekunde Horror und Schrecken geboten wird, ist
hiermit sicherlich gut aufgehoben. Die Thematik ist nicht Neu, erhält aber
mit der Voodoo-Beigabe einen kleinen Spritzer Innovation. Ebenso sprechen
eine gekonnte stilistische Umsetzung, sowie passende Schauspieler, die in
ihren Rollen alle fabelhaft agieren, für "Der verbotene
Schlüssel". Das Ende ist außerdem unerwartet fies, doch davon
überzeugt ihr Euch am Besten selbst. |