|
In
einer amerikanischen Stadt steht ein neues Wachsfigurenkabinett kürz
vor der Eröffnung. Besitzer ist der etwas schräge David Lincoln,
der es einer Gruppe von Teenagern gestattet, sich die Innereien
seines Hause vorab anzugucken. Offensichtlich nicht ohne
Hintergedanken.
Die Jungendlichen nehmen die Einladung dankend an und besichtigen
das „Waxwork“. Dort sind verschiedene Szenen von populären
Horror-Klassikern nachgestellt. Lebensecht. Die Kulissen werden
sogar so echt, dass die einzelnen Leute in tödliche Gefahr
kommen... |
|
„Waxwork“,
der seiner Zeit in Deutschland unter dem Titel „Reise zurück in
der Zeit“ vertrieben wurde, ist ein Horror-Streifen der Ende der
Achtziger Jahre rauskam und den Kennern des Genre durchaus ein
Begriff sein sollte. Er ist nämlich eine Hommage an den
Horror-Film. Regisseur Anthony Hickox („Hellraiser III - Hell on
Earth“, „Sundown - Der Rückzug der Vampire“) hat hier eine
Reise durch den Horror-Film kreiert, die für viel Abwechslung
sorgt und bekannte Horror-Elemente auf den Bildschirm zaubert. Ob
der alte Count
Dracula, ein Werwolf, Marquis de Sade oder Zombies, fast alles,
was in dieser Zeit Rang und Namen hatte, ist mit von der Partie.
Durch seine umfangreiche Thematik ist auf jeden Fall für viel
Abwechslung gesorgt. Man meint sich manches Mal in den „Amazing
Stories“ oder den „Geschichten aus der Gruft“, da der Film
quasi in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Es gibt zum einen eine
dünne Haupthandlung und dann verschiedene Geschichten von Leuten,
die in eine bestimmte Wachsfiguren-Kulisse eintreten, die zum
Leben erweckt wird.
Neben dem Abwechslungsreichtum wird es auch immer mal wieder
lustig. Der Film ist total überdreht und nimmt sich zu keinem
Zeitpunkt ernst. Ohne jedoch reihenweise Schenkelklopfer zu
produzieren. Das Geschehen ist aber heiter und flüssig zu
betrachten. Und das, obwohl der Film eindeutig im Bereich der
B-Movies einsortiert werden muss. Die Kulissen sind alles andere
als liebevoll und detailgetreu ausgestattet. Die Wachsfiguren sind
nicht echt und zittern oder zwinkern schon mal. Und die
Darsteller, durchaus auch halbwegs bekannte Vertreter wie David
Warner („Die Zeit der Wölfe“ uva.) oder Mihaly 'Michu'
Meszaros („Alf“ himself), overacten wo es nur geht. Aber das
passt meist auch. Schließlich hat der Film eine witzige Note.
Aber er ist natürlich ein Horror-Film. Und dieser Grund reichte
damals sicherlich schon aus, um die Vestron
VHS-Kasette ab 18 freizugeben und sie dann auch noch
gewaltig an Filmmaterial zu erleichtern. Heutzutage muss man sich
da natürlich an die Stirn fassen. Denn die Neuauflage aus dem
Hause EPIX ist nicht nur ungeschnitten, sondern auch noch mit
einer Freigabe ab 16 Jahren versehen. Nun ja... die Zeiten ändern
sich eben. Was die blutigen Spezialeffekte betrifft, braucht sich
kein Freund von Splatter und Gore Hoffnung machen, hier einen
richtig herben Film zu Gesicht zu bekommen. Es gibt lediglich ein
paar Szenen die blutig sind und eine, die etwas brutaler ist, zu
sehen. Letztere ist aber mit soviel Gummi und Knetmasse gemacht,
dass der Ernst auf der Strecke bleibt. Aber auch das passt natürlich
zum trashigen Gesamteindruck.
Zusammengefasst kann man sagen, dass „Waxwork“, ein fröhlicher
(end) 80er Jahre Teenie-Horror ist, der fast ausschließlich Spaß
macht. Hier und da gibt es immer mal wieder kleine Passagen, die
nicht so prall sind und mit neueren Produktionen kann er es natürlich
nicht aufnehmen, die Geschichten sind aber schön
abwechslungsreich. Ein netter Horror-Film, den man sich
bedenkenlos zu Gemüte führen kann. |