|
Isabelle ist Praktikantin in
der Chirurgie eines Krankenhauses. Die Stelle, die sie durch familiäre
Beziehungen erhalten hat, scheint ihr zu gefallen. Der Job scheint sie
allerdings auch überdurchschnittlich anzustrengen. Eines Tages beim
Gespräch mit dem Chirurgen Philipp wird ihr zunächst schwindelig, dann
verliert sie das Bewusstsein.
Als sie aufwacht, befindet sie sich in der Obhut des mysteriösen Dr.
Philipp, der sie nach ihrem Ohnmachtsanfall nur noch Bambi nennt - Wegen der
wackeligen Beine. Isabelle wird von nun an von komischen Gefühlen geplagt,
weil sie sich einerseits zu dem Doktor hingezogen fühlt, andererseits aber
eine Abneigung und einen bösen Verdacht gegen ihn hegt... |
|
Während andere
Horror-Thriller meist düstere Atmosphären in dunklen, unsauberen Gemäuern
bevorzugen, spielt sich das Geschehen in „WER TÖTETE BAMBI? - Wer hat
Angst vorm weißen Mann?“ in einem hellen sterilen Krankenhaus ab, was dem
Streifen aber nicht zum Nachteil gereicht. Vielmehr benötigt der Film die
helle Optik, um die düstere Atmosphäre zu erzeugen, die sich gemächlich
aufbaut und dem Betrachter immer wieder mit einem unguten Gefühl zurück
lässt.
Für einen Film mit relativ
langer Laufzeit ist die Story sehr schnell erzählt: Es geht um die
Protagonistin, die immer wieder seltsame Sachen erlebt und mit zunehmender
Dauer verstörter wird. Man schafft es als Betrachter, sich in die Situation
der Protagonistin zu versetzen, und so ist die Spielzeit ruck zuck vorüber,
ohne dass irgendetwas Sensationelles passiert. Action-Szenen sind kaum
vertreten und auch keine Grusel-Einlagen. Dennoch fesselt die Geschichte den
Zuschauer.
Das mag sicherlich auch an der herausragenden schauspielerischen Leistung
der Hauptdarstellerin, Sophie Quinton, liegen, die in „WER TÖTETE BAMBI?
- Wer hat Angst vorm weißen Mann?“ ihr Spielfilm-Debüt gibt. Sie spielt
die Rolle der Isabelle extrem glaubhaft und dürfte in naher Zukunft
sicherlich noch weitere Auftritte in größeren Produktionen haben.
Ihr Gegenpart, Laurent Lucas,
der den Dr. Philipp mimt, fällt im Vergleich zu Sophie eher negativ auf, da
seine Mimik und Gestik zu künstlich wirkt. Er hat immer einen todernsten
Gesichtsausdruck und verhält sich von Anfang an extrem tatverdächtig. Das
macht einige Szenen zwar recht spannend, stört aber auf Dauer.
Doch es sind die Szenen um die
junge Schwesternschülerin, welche die Sache interessant machen und da kann
man über einen nicht ganz so guten Darsteller ruhig mal hinweg sehen. Denn
der Gesamteindruck ist sehr positiv und der Unterhaltungsfaktor
stimmt.
Regisseur Gilles Marchand hat
es mit seinem Debüt geschafft, einen richtig guten Film in den Kasten zu
bringen, der atmosphärisch dicht ist und ein frühzeitiges Abschalten nicht
in Frage kommen lässt.
Dadurch, dass der Streifen keine eindeutige Genre-Richtung einschlägt,
sondern sich irgendwo zwischen Drama, Psycho-Thriller, Horror- und
Terror-Film bewegt, besitzt er das Potential, eine große Zielgruppe
anzusprechen. Mit ein wenig positiver Werbung wird das sicherlich auch
klappen. Denn französische Filme, mal abgesehen von irgendwelchen
Avantgarde-Produkten, kommen in unseren Landen meist nicht so gut an, wie
sie es verdient hätten.
Wer Filme wie „Tesis“ (Ist
zwar aus Spanien) oder „VIDOCQ“ mag, ist mit „WER TÖTETE BAMBI? - Wer
hat Angst vorm weißen Mann?“ sicherlich gut bedient, da sie eine
ähnliche Atmosphäre, eine ähnlich gute Stimmung verbreiten. |