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Kritik
Die Amateur-Produktion „Slaughterhouse Of The Rising Sun“ wird
als einer der besten Horror-Filme des Jahres (2003) ausgerufen,
bietet prinzipiell aber nicht viel mehr als jeder zweite Streifen im
Regal des nächsten DVD-Verleihers. Allerdings nur prinzipiell, da
die Macher die durchaus innovative Idee hatten, ihr Filmchen auf alt
zu trimmen. Sie wollten damit wohl Parallelen zu Genre-Klassikern
wie „Last House On The Left“, Texas Chainsaw Massacre“ oder
auch „The Hills Have Eyes“ herstellen, was zwar optisch, aber
nicht unbedingt inhaltlich gelungen ist.
Denn um mit den
genannten Klassikern mithalten zu können bedarf es schon etwas mehr
als eine 0815 Story mit leichten „Helter Skelter“ Zügen und
einer Ankündigung, dass es sich bei diesem Streifen um ein lange
verschollenen und wieder aufgearbeiteten Klassiker handelt. Denn das
dies definitiv nicht so ist, wird schnell klar. Die eingesetzten
technischen Mittel schaffen es nicht, altes Film-Material vorzutäuschen.
Aber die Idee ist auf jeden Fall gut und so bleibt der geneigte
Betrachter wenigstens vor der Glotze sitzen, um sich von weiteren
frischen Ideen unterhalten zu lassen. Das diese dann nicht unbedingt
vorkommen, ist schade. Ebenso schade ist es, das die Story im
Verlauf deutlich verflacht und fast schon für aufkeimende
Langeweile sorgt.
Denn die
Geschichte um das verwirrte Pornosternchen und die drogenberauschten
Hippies ist alles andere als interessant zu verfolgen und bietet
kaum etwas, was man mit den guten alten 70er Jahren in Verbindung
bringen könnte. Kaum Musik, keine politische Einstellung und an Blümchensex
ist erst recht nicht zu denken. Dafür gibt es zwar den ein oder
anderen kleinen Seitenhieb auf das Kino der Dekade, doch um richtig
interessant zu sein reicht es bei weitem nicht. Die Dialoge sind
meist uninteressant. Doch der Trip soll ja an einem „Slaughterhouse
Of The Rising Sun“ enden und so bleibt wenigstens die Hoffnung auf
Spannung erhalten.
Splattertechnisch
bietet „Slaughterhouse Of The Rising Sun“ leider nicht das, was
man sich bei dem reißerischen Titel erhofft. Es gibt zwar einige
Effekte, die technisch aber nicht ganz zu überzeugen wissen. Sie
verstehen es auch nicht unbedingt, die spannenden Szenen zu
untermalen. Von diesen spannungsgeladenen Szenen gibt es allerdings
auch nicht sehr viele. Gegen Ende ist die Spannung zwar auf einem
recht hohen Niveau, davor muss man sich dann lediglich mit der
dichten, sehr gelungenen Atmosphäre begnügen.
Regiedebütant Vin
Crease, der auch vor der Kamera in Erscheinung tritt, macht
technisch kaum Fehler und versteht es, gute Bilder einzufangen.
Zudem versteht er es, die unerfahrene Schauspielcrew so gut in Szene
zu setzten, dass sie nicht zu einem störenden Faktor wird, auch
wenn in einigen Szenen die Unerfahrenheit durchschimmert.
Alles
in allem ist „Slaughterhouse Of
The Rising Sun“ trotz der zahlreichen Kritikpunkte ein Film, der für
Sympathisanten des B-Movies sehenswert ist. Er kann zwar mit den
hohen Ansprüchen, die er an sich selbst stellt, nicht mithalten,
Fans von Niedrigproduktionen verlangen das aber auch nicht. Wer also
kein Problem damit hat, dass „Slaughterhouse Of The Rising Sun“
nicht der Horror-Film des Jahres (2003) ist, sondern nur ein
solide, auf alt gedrehte Hommage an das Terror-Kino der 70er, der
wird mit dem Film sicherlich den Spaß bekommen, den man erwarten
darf. Und zusätzlich ist das Bonusmaterial sehr sehenswert, da es,
wie auch der Film, versucht, den Betrachter zu täuschen.
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