Lieben - Nur tot kann er dich lieben
Lieben

Spacer

Spacer
Story

Fließbandarbeiter Boris ist tagsüber mit der Kontrolle von leeren Flaschen beschäftigt. Außerhalb der Arbeit wird er von seinem Trieb gesteuert. Der Trieb verleitet ihn zu Tötungen von jungen Frauen. Frauen, die vom rechten Lebensweg abgekommen sind. Boris geht aber noch einen Schritt weiter: Er missbraucht die Leichnahme der Frauen.

Eine Tages begegnet ihm die Mutter eines seiner Opfer. Mariet lernt die gute Seite an Boris kennen. Sie weiß nichts von seinen grausamen Taten. Nachdem sich die beiden kennen gelernt haben, bahnt sich eine Beziehung an. Doch die beiden sind zu ungleich. Er ist nicht fähig zu Biophilie. Und sie ist ein zu kaputtes Geschöpf, um geliebt zu werden...

Spacer
Alle Bilder sind Eigentum des jeweiligen Studios
Spacer
Kritik

Deutsches Kino ist ja nicht immer zwangsläufig auch gutes Kino. Was deutsche Filmemacher aber ausmacht, ist die Fähigkeit Geschmacksgrenzen zu überschreiten. Jörg Buttgereit hat es seinerzeit mit den „Nekromantik“-Filmen gemacht. Nun kommt der noch unbekannte Neuregisseur Rouven Blankenfeld daher und versucht in Buttgereits Fußstapfen zu treten.

Allerdings auf eine andere Art. Nicht so verstörend. Nicht so bieder. Eher so wie ein Sonntagabend-Tatort mit etwas unnormaler Thematik. Rouven Blankenfeld, der auch für das Drehbuch verantwortlich ist, erzählt die Geschichte eines netten, zuvorkommenden jungen Mann, der in seiner Freizeit zum Serienmörder wird. Er ist einsam und hat ein Problem mit den Lebenden. Zumindest wenn es um Sexualität geht. Hautperson Boris fällt es schwer Personen zu beurteilen. Ihm fällt es schwer, moralische Grenzen nicht zu überschreiten. Er ist nicht fähig ein „normales“ Leben zu führen und sieht den Tod eher als Erlöser anstatt des Zerstörers.

Diese Charakterstudie eines naiven und gestörten Menschen ist das Gerüst dieses sehenswerten Film. Karsten Dahlem ist zwar kein hochtalentierter Darsteller, macht seinen Job aber außerordentlich gut. Die Rolle des fiktiven Serienmörder und Leichenvergewaltiger verlangt ihm einiges ab, was er zum Großteil sehr gut bedienen kann. Stefanie Mühle steht als zweite Hauptperson im Fokus. Die langjährige Theater- und TV-Schauspielerin („Großstadtrevier“, „Lindenstraße“ „Tatort“ uva.) bringt einiges an Erfahrung mit und kann mit einer soliden Leistung zum guten Gelingen beitragen. Probleme gibt es bei der Darstellung der Leichen. Eine schwierige Aufgabe, die nicht ausreichend gut umgesetzt wurde, um 100% Authentizität auf den Bildschirm zu bringen.

Gewalt ist in „Lieben“ zwar ein großes Thema, spielt aber keine so große Rolle, wie man es vermuten könnte. Das FSK 18 geht zwar in Ordnung, übermäßige Blut- und Gewaltorgien braucht man aber nicht zu erwarten.

Das Tempo des Films ist etwas schleppend. Daraus resultiert nur wenig Spannung, die es bei der Thematik aber auch nicht unbedingt benötigt. Die ruhige Erzählweise erzwingt aber auch keine dichte Atmosphäre. Es ist zwar alles etwas unwirklich und auch leicht verstörend, ein hellerleuchteter Funke will aber nicht überspringen.

Unterm Strich ist „Lieben“ aber auf jeden Fall ein sehenswerter Film. Für Freunde des Films und diejenigen, die nicht nur die Trivialitäten des Lebens mögen, sondern sich auch für das menschliche Abseits interessieren. Einen direkten Vergleich zu „Nekromantik“ kann man nicht zwingend ziehen. Man könnte eher sagen, dass „Lieben“ ein „Nekromantik“ im Tatort-Format ist. Aber sicherlich nicht für jeden Geschmack geeignet.

Spacer

Alle Bilder sind Eigentum des jeweiligen Studios
Spacer
DVD

Die DVD kommt mit einer soliden Bild- und Tonqualität daher. Da dieser Film kein großes Budget hatte, braucht man natürlich keine technische Perfektion erwarten. Das Extra-Menü ist reichhaltig gefüllt. Es gibt einen Audiokommentar von Regisseur Blankenfeld und Jörg Buttgereit. Die beiden stehen auch gemeinsam in einem interessanten Interview vor der Kamera. Sie plaudern circa 25 Minuten aus dem Nähkästchen. Des Weiteren gibt es Trailer, unveröffentlichte Szenen (ca. 7 Minuten) und einen 15minütigen Kurzfilm von Rouven Blankenfeld, mit dem Titel "Tag der Umkehr".

Spacer
Informationen
Spacer
Drehland Deutschland
Drehjahr 2006
Laufzeit ca. 92 Minuten
Regie Rouven Blankenfeld
Darsteller Karsten Dahlem
Stefanie Mühle
Judith Hoersch
Joanna Pramel
u.a. 
Spacer
Bild 16:9
Ton DD 2.0
Sprachen Deutsch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 18
Bewertung
Spacer
Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Tonqualität
Bildqualität
Zusatzmaterial
Spacer
Gesamteindruck
Spacer

Label:

© 2009 www.horror-page.de

Spacer

Zurück zur DVD-Übersicht

Zurück zur Horror-Page