|
Applaus, Applaus zu
diesem gelungenen Horrordebüt von Regisseur Camilo Vila, der sich
zu diesem Zeitpunkt (1988) zuvor nur an einem Abenteuerfilm ("Reise
nach Tarzania") probiert hat. Er inszeniert hier ein schauriges
Horrorspektakel, in dem er göttliche Macht und satanischen Hass
gekonnt gegenüberstellt. Das Ergebnis: Father Michael als Sympathisant,
Luke, der Satan des Geldes wegen anhängt, erscheint als Hassfigur.
Das liegt aber
bekanntlich nicht nur am Regisseur, sondern auch an den
Schauspielern. Besonders hervorheben sollte man Ben Cross ("Star
Trek ‘09", "Der Assisi Untergrund", "Der 1.
Ritter", "20000 Meilen unter dem Meer ‘97")
als Father Michael und William Russ ("American History X")
als Luke. Die beiden Gegenspieler arbeiten gekonnt an ihrer Rivalität,
Father Michael als Diener Gottes, der den Gelegenheits-Satanisten
Luke für die dämonische Bedrohung der Kirche verantwortlich macht.
Dementsprechend ist
auch die Spannung recht hoch. Schritt für Schritt werden immer mehr
Puzzelteile zusammengefügt. Während man am Anfang noch etwas
verwirrt da steht, freut man sich am Ende über Erleuchtung, in
diesem Fall sogar doppelte.
Das Set erscheint
sehr gut. Eine perfekt dargestellte katholische Kirche, die mit
passender Musik untermalt wird, dazu noch geteilte Meinung über die
Existenz des Bösen unter den Pastoren und Bischöfen und zuletzt
auch noch der Satanistenclub, der, na ja, sehr, sehr komisch
aussieht. Wie eben auch Luke. Aber so scheinen Satanisten in den späten
Achtzigern halt ausgesehen haben.
Eklig wird’s
gegen Ende, als das Böse dann fleischlich in der Kirche vor Father
Michael erscheint. Schöne Maskerade, Lob an die Künstler, die
solch prächtige Geschöpfe erschufen.
"The Unholy"
ist ein guter Film. Besonders die Atmosphäre ist sehr gut, die
Story ergibt erst gegen Ende immer mehr Sinn. Hervorzuheben sind die
beiden Hauptdarsteller. Ein wirkliches Splatterspektakel ist dieser
Film nicht, aber trotzdem sehr sehenswert! Ein wahres Twilight
Classic!
|