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Zugegeben: Irgendwie stellt man sich
Mexiko anders vor. Tequila, Riesensombreros, Partys. Und eben keine
gewalttätigen Kannibalen.
Wobei sich aber genau hier der große Unterschied zum Horrorgenre
bildet: Es geht weder um die Angst vor den Kannibalen, noch um das
blutrünstige Menschenfressen. Eigentlich geht es um alltägliche
Probleme, wie sie in Entwicklungs- und Schwellenländern oft
anzutreffen sind – Not, Hunger, Hass.
Alltägliche Probleme können zwar gut zu Horrorfilmen verarbeitet
werden, hier stellt sich aber die Frage, ob dieser Film überhaupt
für Horrorfans gemacht ist. Denn es gibt wenig Spannung, wenig
Schrecken, wenig Schlachterei. Was war die Intention der Entwickler?
Wohl eher den täglichen Überlebenskampf zu zeigen. Und das mit nicht
zu wenig Anspruch.
Die Seele des Films ist seine Story. Leider aber auch das einzig
wirklich Interessante. Denn wirklich viel Mitleid kann man mit den
Protagonisten nicht haben. Schade ist auch die fehlende Spannung,
denn hier wird eher erzählt und gezeigt, nicht unterhalten.
Wahrscheinlich war dies aber auch nicht die Absicht vom Herrn Grau,
der auch den auf der DVD enthaltenen Kurzfilm „Mi Hermano (Mein
Bruder)“ sowie einen weiteren Kurzfilm namens „Más bonita que tú
(Hübscher als du)“ auf dem Kerbholz hat. Wie sich aber auch an
diesen Filmen zeigt: Grau will die absolute Härte, die perverse
Brutalität des Lebens zeigen. Und das schafft er in „Wir sind, was
wir sind“. Bleibt nur zu hoffen, dass Kannibalismus in Mexiko nichts
Alltägliches ist.
Fazit: Der Film will ein ernstes Problem zeigen, schafft es aber
aufgrund der fehlenden Spannung nicht, die durchaus gelungene Story
so zu untermalen, dass jenes Problem interessant wird. Um ein
Horrorfilm zu sein, fehlt dem Film ein blutiges, furchteinflößendes
Rückgrat. So wird „Wir sind, was wir sind“ eher zu einem
stellenweise recht langweiligen Drama, das wichtig sein will. Nichts
für die breite Masse, eher geeignet für Kenner dieses Themas. |
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Diese DVD liefert
einige Extras und bekommt deshalb die volle Punktzahl. Prunkstück
der Zusatzmaterialien ist der Kurzfilm „Mi Hermano“ – Bei einer
Dauer von neun Minuten und sechs Sekunden wirklich ein sehr kurzer
Kurzfilm und in etwa nur ein Drittel so lang wie das mitgelieferte
Making of des Films. Desafortunadamente solo en enspañol. „Mi
Hermano“ ist die Geschichte eines Mannes, der lügt, um
gesellschaftliche Anerkennung zu bekommen – „es ist einfach
leichter, wenn man jemand ist“. Diese Lügen werden seinem Bruder
aber dann zum Verhängnis, als eine hübsche Frau ins Spiel kommt und
der Weg bereitet ist, die Gewalt der mexikanischen Straßen auf
Bildern einzufangen.
Im 28-Minütigen Making of wird mehr gezeigt als gesprochen und durch
Musik untermalt. Weiterhin gibt es ein achtminütiges Behind the
Scenes, in dem die Charaktere des Films und sämtliches Drumherum
beschrieben und erklärt wird. Und last but not least gibt es noch
den passenden Kinotrailer zum Film selbst, sowie zu den Filmen „Dog
Pound“, „Das Hausmädchen“, „Snowtown“, „Tödliche Bekenntnisse“.
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