Angulimala

Informationen

Darsteller
  • Noppachai Chaiyanam
  • Stella Malucchi
  • John Rattanaveroj
  • u.a.
Regie Suthep Tannitratana
Tonformat
  • Dolby Digital DTS (deutsch)
  • Dolby Digital 5.1 (deutsch)
  • Dolby Digital 5.1 (thai)
Bildformat Widescreen 2.35:1 (anamorph)
Sprachen
  • Deutsch
  • Thai
Untertitel keine
FSK Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 7 JÖSchG
Ländercode 2
Drehland Thailand
Jahr 2003
Filmlänge ca. 102 Min
Verleih E-M-S
Originaltitel Angulimala
Angulimala

Story

Weil finstere Zeichen die Geburt Ahimsakas begleiten, und die Gelehrten dem Neugeborenen eine Zukunft als blutrünstiger Verbrecher prophezeien, will ihn sein Vater zunächst töten lassen. Dem Einspruch des gnädigen Königs hat er es jedoch zu verdanken, dass er stattdessen in einer entlegenen Provinz den Weg der Tugend erlernen soll.

Schon als Kind und Heranwachsender merkt er, dass ihn die Lehren der Weisen Männer dort nicht die Erfüllung verschaffen, die er sich erhofft. Als erwachsener Mann soll ihm dieses nun durch einen anderen Weg ermöglicht werden.

Als er die in Ungnade gefallene zukünftige Ehefrau des Hohepriesters vor dem rituellen Selbstmord rettet, flieht er mit ihr in die Berge.

In einer Höhle trifft er auf eine unheimliche weise Macht, einen Berggeist, dessen Lehre ihm den Weg der Tugend verspricht, wenn er 1000 sündige Menschen von ihrem Dasein erlöst.

Ahimsaka macht sich sogleich an die Vollstreckung der göttlichen Weisung. Sind es zunächst Banditen, Wegelagerer und Ungläubige, so steigert er sich immer weiter in seinen religiösen Wahn, ermordet wahllos sogar Frauen und Kinder. Die Menschen kennen ihn nur noch als Angulimala, den Verbrecher, der sich aus den abgeschnittenen Fingern seiner Opfer ein Amulett anfertigt.

Als er schließlich 999 Menschen erlöst hat, soll seine eigene Mutter ihm durch ihren Tod das Seelenheil bringen. Da erscheint ihm eine Gestalt, die seinem schändlichen Treiben ein Ende bereitet…

Kritik

Der thailändische Angulimala schafft das, was auf den ersten Blick beinahe unmöglich scheint und nur wenigen Filmen bisher gelungen ist:

Religiöse philosophische Ansätze mit knallharter Action zu verbinden.

Basierend auf einer Überlieferung aus der Zeit Buddhas, wird die Geschichte eines fehlgeleiteten Gläubigen erzählt, der durch falsche Lehren fehlgeleitet wird und unter religiöser Verblendung zum unerbittlichen vielfachen Mörder wird, am Ende jedoch geläutert die wahre Erfüllung seines Glaubens erfährt.

Und von Erzählung kann man in diesem Falle wirklich reden, da eine angenehme Frauenstimme aus dem Off in die Geschichte einführt und auch im Laufe des Films kapitelartig immer wieder hier und da mit einleitenden Kommentaren auftaucht. Erinnerungen an „Herr der Ringe“ werden wach. Gleiches gilt auch hinsichtlich mancher Kulissen, wie z.B. wunderschönen Berglandschaften.

Der Soundtrack ist sehr eindringlich und untermalt die dramatische Stimmung sehr schön. Leider wiederholt sich der Score zum Ende hin etwas arg häufig, direkt nervig wirkt er jedoch nicht.

Angulimala sorgte bei seiner Erstaufführung in Ostasien für rege Proteststürme bei vielen Anhängern buddhistischer und hinduistischer Religionsgemeinschaften, schließlich sahen sie ihre Lehren falsch oder in verunglimpfender Weise dargestellt. Dabei geht es aber doch gerade bei Angulimala um die Missinterpretation von Glaubenslehren und die fanatische Verfolgung falscher Ideale und Ziele.

Der Film bietet einerseits sehr schöne Fantasy-Action, mit mehr oder weniger opulenten Schlachtenszenen, die teilweise recht blutig ausfallen, wie schon erwähnt, schönen Kulissen und sehr guten (zudem auch angenehm sparsam eingesetzten) Computereffekten.

Horror-Fans dürfte sicherlich neben einigen gorigen Szenen auch die quasi „Serienkiller-Thematik“ gefallen. Sehr interessant und unappetitlich ist übrigens in diesem Zusammenhang der Einfall mit Angulimalas Rosenkranz aus abgehackten Fingern.

Auf der anderen Seite ist Angulimala ein ruhiges Drama um Schuld und Sühne, Erlösung und Erleuchtung. Philosophische Dialoge über das menschliche Dasein und den Sinn des Lebens wechseln sich ab mit eleganten schwelgerischen Bildern, ohne Worte, einzig untermalt von sanften Klängen des Soundtracks.

Dabei erhält der Zuschauer Einblicke in die für Westeuropäer doch eher fremde Welt des Buddhismus’ und Hinduismus’ und irrtümlicherweise Konflikte zwischen den Anhängern dieser Religionen. Sicherlich dürften Zuschauer, die sich ein wenig mit diesen Religionen auskennen, die ein oder andere Wendung der Handlung verständlicher erscheinen. Es bedarf allerdings keines expliziten Fachwissens, um dem Film folgen zu können, jedoch entfaltet er nach Auseinandersetzung mit dieser Thematik bei mehrmaligem Ansehen seine wahre Tiefe.

Angulimala kann somit Filmfreunde unterschiedlicher Klientel bedienen, dürfte allerdings aufgrund seiner stellenweise etwas langatmigen Dialoglastigkeit und inhaltlichen Schwere nicht unbedingt jedermanns Sache sein. Fantasyfreunde (mehr), Horrorfans (mehr), Romantiker (weniger), Freunde tiefgründiger Filmkost (mehr), für jeden ist etwas dabei…

Mehr als nur einen Blick ist Angulimala daher allemal wert!!

Fazit: Angulimala ist intelligentes asiatisches Fantasy-Kino. Auf den ersten Blick ein harter, kurzweiliger Fantasyfilm unter vielen, bei genauerer Betrachtung eine philosophische Parabel über religiöse Lehren und deren Auslegungen.

DVD

Leider lag für das Review nur die Presse-DVD vor, die lediglich den Film und eine Trailervorschau enthält.

Laut Information von e-m-s enthält die eigentliche Verleih-DVD folgende Features:

– Originaltrailer

Bewertung

Splatter Angulimala
Spannung Angulimala
Atmosphäre Angulimala
Ton Angulimala
Bild Angulimala
Gesamt Angulimala

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